Wieder daheim.
Wie ich diesmal heimgekommen, das fragt mich lieber nicht; es war ein rechter Jammer. Mit der guten alten Eisenbahn wirds nicht mehr lange gehen, ich beginne die Abneigung gegen dieses Beförderungsmittel mit meiner alten Muhme Annamarie zu teilen, die ihren Fuß um keinen Preis auf so ein Ding setzen möchte; seit sie auf dem Taubentoffler Zentralbahnhof jählings einmal so ein wildschnaubendes Dampfkoloß gesehen, schon gar nicht. Ich setze meine ganze Hoffnung auf die neumodische Luftschifferei und freue mich schon jetzt wie ein Schneekönig auf die Zeiten, da wir aus unseren fliegenden Schiffen auf die verlassenen Schienenwege herabschauen, auf denen hohes Gras wächst und junge Pappelalleen sprießen.
In Wien wars seit Wochen schon schauerlich heiß gewesen, so daß uns der Tag der Abreise wie eine Erlösung vorkam. Aber da drinnen in den glühend heißen Eisenbahnkasten wars noch um vieles ärger. Ganz Wien schien sich im Geheimen verabredet zu haben, die Reise in die böhmischen Heilbäder just in meiner sicheren Begleitung anzutreten. Das war eine Rauferei und ein wüstes Gedränge und später ein backofenwarmes Sitzen mit eingekeilten, dampfenden Leibern, stunden- und stundenlang! In Marienbad endlich erfolgte eine teilweise Entleerung; eine überquellende Sitznachbarin gab meine lange überdeckte rechte Seite wieder frei, sodaß ich wieder als ganzer Mensch auf der Bank sichtbar ward. Die paar restlichen im Zuge verbliebenen Leutchen reckten und probierten ihre Glieder, es war ein helles Wunder, daß wir alle noch heil und ganz waren. Und wie sauber es in diesen Schwitzkasten aussah! Wie in den Komödiantenwagen fahrender Leute, in denen bekanntlich gekocht und geschlafen, gelebt und gestorben wird, nur daß hier das kleine Ofenrohr nicht ganze Schwaden von Rauch, Ruß und Kohlenstaub zu den Fenstern hereinwirft, wie es die sogenannte rauchlose Zugmaschine tut. Und erst die lieben Passagiere! Habe unlängst von einem prächtigen Reinlichkeits-Erlasse des Eisenbahnministers gelesen. Für die Katz, Herr Minister, solange man nicht den einen
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