Lebensbeschreibung.**
Am Fuße des sagenumwobenen, zweigipfeligen Bergrückens Krudum, inmitten des Kaiserwaldes, liegt das kleine Dörfchen Dreihäuser — auch jetzt noch, wie seit altersher, aus nur wenig Bauernhäusern bestehend; das ist die Heimat unseres wackeren Volksgenossen, „seine Waldheimat", wie er sie, unter Bezug auf P. K. Rosegger, gerne nannte. Der Geburtsort war die nicht weit entfernte Einöde Hub, bei Schönfeld, wo er am 22. Jänner 1865 das Licht der Welt erblickte. Zu dieser Zeit war der ältere Bruder seines Vaters am Stammhause in Dreihäuser und hatte dort neben der kleinen Bauernwirtschaft das Wirtshaus im Dorfe. Von weitem war das Anwesen kenntlich, weil es mit einem Glockentürmchen geziert war, dessen Silberglöcklein in den Skizzen Kempf's mehrfach erwähnt wird. Der Gasthausbetrieb in Verbindung mit dem unstillbaren Durste seines Inhabers brachte den Onkel unseres Freundes in Schulden und führte die Uebernahme des erbgesessenen Besitzes durch die Eltern des kleinen Andreas herbei, wobei das Gasthaus aufgelassen wurde und die karge Landwirtschaft allein die zahlreiche Familie ernähren mußte. Die Mutter war die älteste Tochter eines Försters, namens Schricker, aus Perglas bei Maria Kulm, welcher frühzeitig starb und eine Witwe mit 4 Kindern hinterließ. Diese ging bald eine zweite Ehe ein, weshalb die älteste Tochter in die Fremde zog und als Kellnerin in das renommierte Gasthaus zum Hirschen in Elbogen kam, wo sie ihren künftigen Gatten, der ebenfalls dort in Stellung war, kennen lernte und mit ihm den Bund für's Leben schloß. Unser Andreas war das erste Kind dieser Ehe und machte in frühester Jugend ein
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