An meine Krudum-Heimat
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Můj Krudumský les

Jetzt will ich mir aber die ernsten Gedanken gewaltsam aus dem Schädel beuteln, und mit dem Spintisieren hat es auch gleich darauf ein Ende, als mir die freundliche Krudumsiedlung Koh'ing vom Hochrücken des Berges entgegenleuchtet. Nun schlage ich mich schleunig nach rechts in das Stammholz und bin in einigen Minuten droben auf luftiger Höhe. Eine herzige Schmalgeiß äugt mich verdutzt aus dem Tann an: was ich hier zu suchen habe. Mein liebes Geißlein, zieh ruhig deine grünen Pfade, mich aber laß hin zum Steingeklüft am Bergesgipfel; dort ist ein gar gewaltiger Hochsitz, auf dem in altersgrauer Urzeit unsere Urfahren Ausschau gehalten haben über den Heimatgau, wo weithin leuchtende Feuerbrände harte Not oder Sieg verkündeten und wohl auch den Göttern Walhalls Bitt- und Dankopfer dargebracht wurden. Und auch heute weitet sich mein Blick über Berg und Tal. Drüben am Horizont winken die Wallhöhen des Erzgebirges herüber, und zwischen ihnen und mir liegt ein herrliches Stück Heimaterde. Mir zu Füßen lacht mich mein Dörfchen an und weiter draußen im Gau viele andere; links grüßen die blinkenden Muttergottestürme von Maria-Kulm herüber auf den alten Heidenberg, und dort rechts die liebe alte Zinnstadt Schlaggenwald und geradeaus vor meinem Auge die Waldberge des Tepltales, als lieblicher Kranz um die im Tal verborgene Weltheilstadt Karlsbad, und zwischen all diesen sonnigen Herrlichkeiten schlängelt sich die liebe Eger vom Sonnenstrahl zum Silberband gemacht, an Städten und Weilern vorbei durch die grüne Landschaft, bis sie im fernen Hansheilingforste dem Auge entschwindet. Jetzt aber muß ich den lange verhaltenen Jauchzer loslassen, wenn auch das Geißlein im Dickicht noch so sehr erschrickt, und schon gibt ihn das Echo schallend durch die Wälder weiter, und die Holzhauer brunten im Schlage halten inne mit dem Sägen und spähen verwundert nach dem übermütigen Störefried aus. Habe Dank, lieber Herrgott, du Herr der Wälder und Berge, daß du mich mit lebendem Auge die Heimat wieder schauen ließest, die ich in weiter Ferne oft und oft sehe im Träumen und im Wachen und deren liebliches Bild mir dereinst noch erscheinen möge, wenn die große Dämmerung und Nacht anheben will!

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