Schlaggenwalder Heimatbrief – August / September 1996
August / September 1996
Meine lieben Heimatfreunde!
Zum 40jährigen Jubiläum der Patenschaft, das wir Landsleute aus der alten Heimat am 7./8. September 1996 feiern, richten wir unsere herzlichen Grüße an unsere Patenstadt Auerbach i. d. Opf. Im Namen aller aus unser Bergstadt und Umgebung vertriebenen Bürger möchte der Heimatbrief den Bürgern von Auerbach aus Anlaß dieses Jubiläumsfestes erneut unsere Verbundenheit und unseren Dank bekunden. Unser verehrter Pate und Auerbacher Bürgermeister Helmut Ott und unser verdienter Lm. Franz Hofmann bemühen sich, einvernehmlich mit den Vertretern und der Bevölkerung Auerbachs, die Patenschaft auch weiterhin mit Leben zu erfüllen. Daß dies so bleiben möge, ist unser aller Wunsch.
Ich entbiete allen Heimatfreunden und Festteilnehmern einen herzlichen Willkommensgruß und hoffe, daß dieses Heimattreffen zu einem Erlebnis wird, an das wir alle gerne zurückdenken. Auf ein frohes Wiedersehen in Auerbach freut sich mit heimatlichen Grüßen
Euer Landsmann Franz Pöttig
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Vor fünfzig Jahren – Vertreibung 1946
Heimat, Hab und Gut verloren,
kann nur jener voll versteh'n,
der vom Schicksal auserkoren,
mußt' vor fremde Türen geh'n.
Mußte dort um Gnade bitten,
selten man sein Los verstand,
wer all diesen Schmerz erlitten,
nie vergißt sein Heimatland.
Grußwort unserer Patenstadt
Liebe Freunde aus Schlaggenwald und aus den Nachbarorten,
aus Anlaß des 40jährigen Jubiläums der Übernahme der Patenschaft über die vor einem halben Jh. heimatvertriebenen Bürger aus dem ehemaligen Kirchsprengel der Bergstadt Schlaggenwald kommen Sie wieder zu uns, um hier Ihr traditionelles Heimattreffen und ein Wiedersehen mit Ihren Freunden zu feiern.
In meiner Eigenschaft als „Pate" heiße ich Sie bei uns in Auerbach wieder sehr herzlich willkommen.
Im Jahre 1954 beschloß die Bayerische Staatsregierung, die Patenschaft über die sudetendeutsche Volksgruppe zu übernehmen. Diese Entscheidung war auch der Anlaß für zahlreiche Patenschaften zwischen bayerischen Gemeinden und den vertriebenen Bürgern aus Gemeinden des Sudetenlandes. Am 11. August 1956 wurde die Patenschaftsurkunde ausgefertigt, in der unsere Stadt Sie als Heimatvertriebene in unsere patenschaftliche Obhut nahm. Inzwischen treffen Sie sich in unseren Mauern bereits zum 20. Mal, von den Besuchern bei Bürgerfesten abgesehen. Die Patenschaft hat sich in den vier Jahrzehnten bewährt und ist in manchem Zeichen der Verbundenheit für alle Bürger sinnfällig.
Durch die Übernahme der Patenschaft hat sich die Gemeinde Auerbach symbolisch zum Mittelpunkt der vertriebenen Bürger aus dem Bereich der Egerländer Bergstadt Schlaggenwald erklärt. Die Gemeinde Schlaggenwald lebt als geistige und kulturelle Einheit in der Patengemeinde weiter. Ihre Goethe-Tafel am Rathaus, die Benennung einer Straße und die Einrichtung Ihrer Heimatstube sind dafür nicht nur zufällige und äußerliche Zeichen. Sie sind mit vollem Herzen Ihrer Heimat treu geblieben, zugleich aber auch in jeder Hinsicht zuverlässige Bundesbürger geworden. Mit Recht aber pflegen Sie Ihren Sinn für Zusammengehörigkeit, Ihre Traditionen und Ihre Mundart. Ihr Heimatverein und der Heimatbrief bilden die Klammern über Entfernungen und Grenzen hinweg.
Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß Sie frohgemut in Ihre Patengemeinde kommen und schöne Stunden in Auerbach verbringen können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Helmut Ott, Erster Bürgermeister
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Schlaggenwald, geliebte Heimat, nie entschwunden –
Auerbach, uns're Patenstadt, treu verbunden.
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Dich, mein stilles Tal …
von Felix Schöbl
Ein Bild aus unserer Heimat, das sich so niemandes Auge je mehr darbieten wird: Es mag so um 1937 gewesen sein, als meine Tante Anna (Heinek) mit mir und ihrem Schäferhund Rindin einen Spaziergang durch das langgezogene Seifertsgrüner Tal unternahm. Das Ziel war immer die von Fichten gesäumte, idyllisch gelegene einfache Gaststätte „Zum Wiesental". Wie erfrischend schmeckte dort eine gewöhnliche Limonade! Einfache Holzbänke und Tische luden zur Rast unter freiem Himmel ein. Die Speisekarte des „Schneider-Wirtshauses" kam im wesentlichen mit Limonade, Bier, Käse und Butterbrot aus. Die Toiletten waren ganz naturhaft – man konnte ja alles sehr wohl in der Landwirtschaft nutzbringend verwerten. Und eines hatten diese Wirtshäuser in unserer schönen Umgebung den heutigen Nobel-Herbergen voraus: Man fand Kontakt zueinander, redete, dischgrierte und scherzte. Es war einfach gemütlich und anheimelnd dort, selbst wenn gelegentlich auch einmal Biergläser als Wurfgeschosse mißbraucht wurden! Und die Preise? Im Vergleich zu heute reine Trinkgelder, aber die Wirte konnten trotzdem davon
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