Auf der oberen Gasse war zu meiner Schulzeit der Bäcker Kempf, mehrere Pächter folgten. Zuletzt war meines Wissens Landsmann Georg Hahn der Besitzer.
Alle mußten fleißig sein, um bestehen zu können. Zeitig früh hieß es aus den Federn kriechen. Karg war der Verdienst, denn Geld war damals knapp. Aber Brot mußte sein, es war das bevorzugte Nahrungsmittel des größten Teiles der Bevölkerung. Es schmeckte auch damals ganz besonders gut. Im Vergleich zu heute, mit hunderten von Brotsorten auf dem Markt, war unsere Zeit sehr bescheiden. Damals dürfte niemand ein Stück Brot weggeworfen haben. Wir Schulkinder hatten keine mit Wurst und guter Butter belegte Brot zur Pausenzeit mitbekommen. Auch kein Obst versüßte uns das Pausenbrot.
Es bleibt nur die Frage, war diese Zeit schöner und zufriedener als die heutige. Wieviele Zentner Pausenbrote wandern heute in die Abfalleimer. Auch in den Haushalten landet manches Brot zum Abfall. Früher war es eine Sünde, wenn Brot weggeworfen wurde. Im Brot sah man den Segen Gottes. 3 Kreuze wurden bei jedem Anschnitt eines Laibes auf der Backseite angebracht. Dieser Brauch dürfte bei vielen Brotanschneidern wohl nicht mehr Anwendung finden. Wir leben in der Wohlstandsgesellschaft, und man hat es nicht nötig, einen ideellen Dank an den Höchsten zu erstatten. Mögen die Zeiten so bleiben.
Wir Alten wollen die Mühen unserer Vorfahren nicht vergessen, die sie aufwenden mußten, um die vielen Mäuler zu stopfen. Damals war ja nicht nur ein Kind am Tisch, da saßen eine Anzahl Kinder und noch andere Familienmitglieder dabei. Dann war bei uns auch noch die Großfamilie zu versorgen.
Die heutigen Wohnverhältnisse erlauben es nur selten, daß ältere Menschen in die Familie aufgenommen werden. Der auf Gewinn ausgerichtete Sinn läßt keine Zeit zur Übernahme der einst selbstverständlichen Pflichten. Das Gebet, in dem wir Gott um das tägliche Brot bitten, ist nur noch Gewohnheit.
Richard Brummeissl
Der Schlaggenwalder Heimatbrief ist die Brücke zur Heimat!
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Zwei junge Leute gesucht: Sprach- und Kulturarbeit in Deutsch-Brasilianischem Munizip
Mehrere Jahre lang führte die baden-württembergische DJO-Deutsche Jugend in Europa deutsche Sprach- und Kulturprogramme im brasilianischen Munizip (Landkreis) ITAPIRANGA durch, der im äußersten Westen des Bundesstaates Santa Catarina liegt, und dessen rund 28.000 Bewohner zu 95 % deutscher Abstammung sind. Die Betreuung des deutschen Sprachunterrichts und des kulturellen Lebens ist vor einiger Zeit auf den ALLGEMEINEN DEUTSCHEN KULTURVERBAND in Wien übergegangen, der in Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen ARBEITSKREIS JÜNGERER SUDETENDEUTSCHER auch sudetendeutsche Siedlungen und Gemeinschaften im Ausland unterstützt.
Für Itapiranga werden für die Dauer von ein bis zwei Jahren zwei jüngere Leute gesucht, die in der Lage sind, deutschen Sprachunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene jeden Alters zu erteilen sowie im kulturellen Bereich (Jugendarbeit, Musik, Singen, Gemeinschaftstanz, Wissensvermittlung) in Zusammenarbeit mit den vorhandenen Jugend- und Kulturgruppen tätig zu werden. Bezahlung nach Ortstarif ist vorgesehen, Flugkosten werden übernommen.
Interessenten sollten sich baldmöglichst entweder mit dem ALLGEMEINEN DEUTSCHEN KULTURVERBAND (Fuhrmannsgasse 18 a, A 1080 Wien, Telefon 0222/482273) oder mit dem ARBEITSKREIS JÜNGERER SUDETENDEUTSCHER (Schloßstraße 92, 7000 Stuttgart 1, Telefon 0711/625411) in Verbindung setzen.
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