Eine unverhoffte Begegnung
Eine unverhoffte Begegnung
Ein Ausflug mit meiner Gattin führte uns nach Niederbayern zum Kloster Rohr. Ein zufällig anwesender Pater sprach mit den Besuchern, und plötzlich stellte es sich heraus, daß wir Landsleute aus Schlaggenwald waren. Es war Pater und Studienrat Wolfgang Hahn, Sohn des Meßners Willi Hahn. Es war eine herzliche Begrüßung, die uns diesen Besuch besonders wertvoll machte. Pater Hahn grüßt alle Landsleute. Er trat in den Benediktinerorden in Braunau in Ostböhmen ein und mußte wie wir alle mit seinem Orden die Heimat verlassen. In Rohr in Niederbayern fand der Orden ein neues Zuhause und so feierte der Orden im Oktober 1988 sein 25jähriges Bestehen in Rohr. Pater Hahn war zweimal in Kahl bei unserem Heimattreffen. Er hielt den Gottesdienst und die Predigt für uns. Wir freuten uns damals über sein Kommen und vergessen es nie. Der Dank unserer Gemeinschaft ist ihm gewiß. Wir wünschen ihm ein weiteres segensreiches Wirken. Franz Josef Hahn und Richard Brummeissl
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Unser erstes elektrisches Licht
Unser erstes elektrisches Licht
Letzten Oktober, gerade einen Abend vor meinem sechzigsten Geburtstag, hatten wir hier einen großen Sturm, wobei das ganze Licht aus war für etliche Stunden. Ich langte nach meiner Petroleumlampe, die ich nie leer werden lasse, zündete sie an und dachte so für mich hin: „So war es vor sechzig Jahren, als ich zur Welt kam".
Wie viele von meinen Verwandten und Landsleuten wissen, betreibe ich eine intensive Ahnenforschung. Ich sammle nicht nur Taten von meinen Verwandten, sondern alles was ich finden kann von deren Begebenheiten und den Verhältnissen, in denen diese Leute lebten. Meine etwas älteren Verwandten wissen zu gut wie ich sie ausquetsche.
So kam ich einmal zu meinem Onkel Edi — dem Thomas Edi aus Rabensgrün, der nicht nur ein sehr großes und ausschweifendes Wissen hat, sondern auch viele kleine Bücher, in die er tägliche Eintragungen macht. — Ich fragte ihn, wann wir zu Hause wohl unser elektrisches Licht bekommen haben. Ich kam zu der richtigen Person, und er erzählte mir gleich die ganze Begebenheit.
In Rabensgrün sollte das Licht schon 1914 gelegt werden. Sie hatten bereits die Lichtmasten und das ganze Material. Doch dann kam der Erste Weltkrieg dazwischen und alles mußte wieder zurückgeliefert werden, besonders das Kupfer. Im Jahre 1921 war Rabensgrün dann endlich wieder so weit. Damals wurden die Leitungen von Lizzen als Oberleitung gelegt. Im Mai 1929 hat Onkel Edi im eigenen Elternhaus das ganze Licht unter Putz verlegt. Bei der Abnahme meinte der zuständige Aufsichts-Elektromeister Horner aus Schönfeld, er sollte doch in die Elektro-Ingenieur-Schule gehen, so überrascht war er von der vorzüglichen Arbeit. Onkel Edi soll sich schon in der Bürgerschule sehr für das „Elektrische" interessiert haben. Im Herbst haben die Ortschaften Leßnitz, Stirn, Gfell, und Poschitzau das elektrische Licht bekommen. In Leßnitz baute die Stadt Schlaggenwald und in Gfell die Elektro AG Überland Reichenau. Beide Gemeinden wollten schon bis zur Landkirchweih das Licht haben. Bei der Überlandeinstellung fehlten aber Elektriker. So kam mein Großvater Hans Fechter (Dickl-Hans) aus Gfell und holte sein Patenkind aus Rabensgrün. Onkel Edi installierte unter Putz das Licht bei Großvater Hans Fechter (Dickl-Hof), bei Großvater Anton Fechter (Schöinhansl-Hof) und bei Ida Fischer.
Am 18. Oktober 1929 brannte bei uns daheim das elektrische Licht. Auch wenn ich bei Petroleumschein das Licht der Welt erblickte, so konnte ich meinen ersten Geburtstag bei elektrischem Licht erleben.
Christl Fechter (Schöinhansl), Bountiful, Utah, USA
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