Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 196
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100 000 účastníků Sudetoněmeckého dne 1989 ve Stuttgartu

100.000 beim Sudetendeutschen Tag 1989 in Stuttgart

100.000 beim Sudetendeutschen Tag 1989 in Stuttgart
40.000 Landsleute bei der Hauptkundgebung am Killesberg

Siebzig Jahre nach St. Germain und Versailles fand in Stuttgart der 40. Sudetendeutsche Tag statt. In dieser Großveranstaltung unter dem Motto „Europa — Freiheit, Recht und Partnerschaft", schlug sich komprimiert nieder, was die sudetendeutsche Volksgruppe in sieben Jahrzehnten ihres Kampfes um Selbstbestimmung erlebt und erlitten hat, zugleich aber auch ihr Programm für die Zukunft. Zunächst ist es das Wichtigste, vor aller Welt zu bekunden, daß die sudetendeutsche Volksgruppe auch im fünften Jahrzehnt nach ihrer Vertreibung lebt. Mit über 100.000 Teilnehmern, darunter 40.000 auf der Hauptkundgebung, ist dieser Beweis erneut gelungen.

Es ging aber auch darum, der Öffentlichkeit einen Eindruck davon zu vermitteln, daß unsere Volksgruppe zwar aus der Vergangenheit, vor allem aber für die Zukunft lebt. Der lange Atem, mit dem die sudetendeutsche Volksgruppe an ihren unverrückbaren Zielsetzungen festgehalten hat, ist die Gewähr für ein Weiterleben und Weiterbestehen: Selbstbestimmungsrecht, Heimatrecht, Bewahrung und Entwicklung des kulturellen Erbes, Mitarbeit an der Gestaltung einer europäischen Friedensordnung.

Gut besucht war der große Volkstumsabend im Kongreßzentrum B der völlig neugestalteten Messe auf dem Killesberg, in dem auch die meisten Vorträge, Diskussionen und kulturellen Darbietungen stattfanden. Im Kongreßzentrum A dagegen fand am Samstagnachmittag das Internationale Forum statt, das sich mit der Entwicklung im Ostblock, der Situation der Völker und Volksgruppen in Ost- und Ostmitteleuropa beschäftigte. Volkmar Gabert als Vorsitzender des Auslandsbeirates beim Sudetendeutschen Rat moderierte, ein Schwede, ein Franzose, ein Engländer, ein Tscheche, ein Sudetendeutscher — der Sprecher — bildeten die Diskussionsrunde.

Auch das zur Tradition gewordene „Schatzkästlein", parallel zum Volkstumsabend, gehört in die lange Reihe solcher Rahmenveranstaltungen des Sudetendeutschen Tages.

Die wichtigsten politischen Aussagen des Tages waren der Hauptkundgebung vorbehalten. Die Begrüßung nahm Staatssekretär Gustav Wabro vor. Hatte es kurz vorher, während der Pontifikalmesse auf dem Kundgebungsplatz noch einen heftigen Regenschauer gegeben, so erstrahlte nun ein umso hellerer und freundlicherer Sonnenschein, als die Gruppen der Jugend, der Trachten- und Fahnenträger, vom Bundesorganisationsreferenten Erich Kukuk begrüßt, einmarschierten und um die Tribüne herum Aufstellung nahmen. Zwei Präliminarien sprengten den üblichen Rahmen:

Angesichts der Tatsache, daß der diesjährige Muttertag auf den Pfingstsonntag fiel, überreichte der Sprecher der Bundesfrauenreferentin der SL, Anni Baier, stellvertretend für alle sudetendeutschen Mütter unter großem Beifall des Publikums einen herrlichen Blumenstrauß.

Das Totengedenken sprach Georg Wollner; anschließend gab Klaus Geisler eine Erklärung der Sudetendeutschen Jugend ab: „Rettet das Sudetenland!" Daß Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl eine Grußadresse geschickt hatte, die von Bundesminister Lm. Klein verlesen wurde, ließ den Rang der Veranstaltung erkennen.

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