Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 196
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Zemřel Otto Zerlik, egerlandský nářeční básník a národopisec

Otto Zerlik †

Otto Zerlik †

Der Egerländer Mundartdichter und Volkskundler Otto Zerlik, geb. am 4. Januar 1908 in Uitwa, Ldkrs. Tepl, Nordwestböhmen, ist am 24. April 1989 im Bürgerheim Geislingen/Steige verstorben. Er galt als Urbild des Egerländers, geistig-moralisch standhaft, treu, fleißig und an Wissen um sein geliebtes Egerland ein lebendes Lexikon mit eisernem Gedächtnis. Er wuchs am Land auf, wo es nur eine zweiklassige Volksschule gab, war zwei Jahre Hütbub und kam schon als 12jähriger in die Maurerlehre. Als Maurer in Sachsen fand er aus gegebenem Anlaß zur Familienforschung und betrieb ab dem 20. Lebensjahr zielbewußte Selbstbildung.

In ständiger Verbindung mit seiner Heimat widmete er sich immer stärker der Mundartforschung und Mundartdichtung. Der Karlsbader Volkskundler und Dichter Josef Hofmann wurde sein Lehrmeister. Auch Bürgermeister Hugo Liehm, Luditz, Fabrikant und Politiker, erkannte die Begabung Otto Zerliks und sorgte dafür, daß Otto Zerlik beim Bund der Deutschen in Böhmen als Wanderredner angestellt wurde. 1937/38 wurde er Geschäftsleiter der deutschen Landjugend in der Tschechoslowakei. Nach dem Anschluß des Sudetenlandes wurde er mit dem Kulturreferat der Landesbauernschaft im Reichsnährstand betraut. Nach 40 Monaten Dienst als Frontsoldat mit anschließender amerikanisch-englischer Gefangenschaft wurde er im Vertriebenenbereich tätig und 1. Geschäftsleiter des Adalbert-Stifter-Vereins in München (1948). Da er für seine kinderreiche Familie keine Zuzugsgenehmigung nach München erhielt, wurde er wieder Bauarbeiter und nebenbei ehrenamtlicher Leiter der Geschäftsstelle des Heimatverbandes der Karlsbader. Ab 1953-1973 beruflicher Schriftleiter der „Karlsbader Zeitung" gestaltete er 30 Jahre lang den Kalender „Egerländer Jahrbuch" (1954-1983). Seit 1932 arbeitete er an zahlreichen Zeitschriften für Sprach-, Spruch- und Brauchguterfassung mit, u. a. auch beim Deutschen Volkskundeatlas. Ein Dutzend Weltreisen führte ihn in alle Kontinente, dabei immer nach Vergleichbarem mit Egerländer Volksgut suchend und nach Egerländern in aller Welt unterwegs. Das Ostlandkreuz in Geislingen/Steige, wo er seit der Vertreibung lebte, und das er gemeinsam mit dem Bundesvorsteher der Egerländer Ernst Bartl zum immerwährenden Gedenken an die völkerrechtswidrige Vertreibung der Ostdeutschen errichtete, ist auch zum bleibenden Andenken für Otto Zerlik geworden. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen seiner egerländischen und sudetendeutschen Landsleute, durch Tirol, Baden-Württemberg und das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Sein schriftstellerisches und volkskundliches Wirken bedürfte noch einer besonderen Würdigung. Mit dem Dichter Hermann Claudius verband ihn eine langjährige Freundschaft, der Zerliks Mundartgedicht „A Sternl föllt" ins Schriftdeutsche übertrug, veröffentlicht im Werk „Egerland, Landschaft und Menschen in der Dichtung" (Langen Müller München 1984), dessen Mitherausgeber auch Otto Zerlik war. Mit ihm verlor das Egerland einen seiner besten Söhne. Er lebt in seinen Werken weiter. Er wurde, seinem Wunsch folgend, in aller Stille im engsten Familienkreis am Friedhof in Geislingen/Steige am 28. April 1989 beerdigt.

Dr. Josef Suchy

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