Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 196
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Se srdečným pozdravem

Mit Herzensgruß!

Mit Herzensgruß!

Mein armes Dorf, Du bist nicht mehr,
als bloß noch ein fremdes Wort,
und trotzdem treibt mich Heimweh her,
aber Wehmut wieder fort.

Wo ich einst gern durch Gassen sprang,
dort wuchert längst ein Wald,
wo einmal traut Dein Glöcklein klang,
Schweigen nun durch Dickicht hallt.

Die Vögel selbst im Eschenbaum
sind oft stumm, nur selten froh,
ich find sie nicht und hör sie kaum
zwischen Zweigen irgendwo . . .

Es wurden Dir, wer weiß, wie weit,
die Kinder arm vertrieben,
mit Deinem Leid in dunkler Zeit
bist Du allein geblieben.

Nur Trümmer ließ man und den Stein
der vielen Tränen stehen,
beim Efeugrün hat niemand sein
goldenes Kreuz gesehen.

Der Himmel hört, wie bitter ich
Dein Schicksal oft beklage,
er weiß bestimmt, daß ich um Dich
noch heute Trauer trage.

Wo immer ich auch wandern muß
auf dieser Huckelerde,
ich denke Dein mit Herzensgruß,
so lang ich atmen werde.

Hermine Walter geb. Palm

(Für mein liebes,
unvergessenes Gfell geschrieben)

Pozdrav k „Slavkovské domovské knize"

Grußwort für das „Schlaggenwalder Heimatbuch"

Grußwort für das „Schlaggenwalder Heimatbuch"

Seit vielen Jahrhunderten siedeln wir Sudetendeutschen in unserer Heimat in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien — in einer Heimat, die wir niemanden weggenommen, aus der wir niemanden vertrieben haben, sondern die unsere Vorfahren „aus wilder Wurzel" gerodet, erschlossen und aufgebaut haben.

Schlaggenwald, das schon im Jahre 1300, also vor fast 700 Jahren, zur Stadt erhoben wurde, ist ein besonders gutes Beispiel für diese kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Leistungen der Sudetendeutschen in ihrer Heimat, und es ist notwendig und verdienstvoll, daß die Geschichte Schlaggenwalds und seine Bürger nun aufgezeichnet und dokumentiert wird, damit nachfolgende Generationen erkennen können, wie sehr wir uns durch jahrhundertelange Arbeit das Recht auf unsere Heimat erworben haben.

Unsere Zeit neigt dazu, Vergangenes verdrängen und vergessen zu wollen, und breite, bequeme Wege zu suchen — Wege, die allerdings oft keine Zukunft haben, sondern sich schon nach kurzer Zeit als Sackgassen erweisen. Nur wer weiß, woher er kommt, wer die Vergangenheit kennt, ist wirklich in der Lage, sinnvolle und erfolgreiche Wege in die Zukunft zu finden. Und so ist jede Dokumentation, jede Chronik, jedes Heimatbuch gleichzeitig auch ein Beitrag, ein Wegweiser in die Zukunft hinein.

Wir Sudetendeutsche sind mit der Vertreibung aus unserer Heimat nicht am Ende unserer jahrhundertelangen Geschichte angelangt. Wir wollen nach vorne sehen, um aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus einen Neuanfang zu finden in jenem Raum, aus dem wir kommen, auf der Grundlage von Wahrheit, Recht und Moral, auf beiden Seiten Einsicht in die Fehler der Vergangenheit zu bewirken und dadurch zur Versöhnung zu kommen als Voraussetzung des Neuanfangs.

Das „Schlaggenwalder Heimatbuch" möge dazu ein weiterer Beitrag sein.

Ich danke allen, die zu seiner Verwirklichung beigetragen haben, und wünsche ihm weiteste Verbreitung und viel Erfolg.

Franz Neubauer
Staatsminister a.D., Sprecher der Sudetendeutschen

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