Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 195
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Poděkování starostovi Auerbachu za nový domov pro „Gfellského Pána Boha"

Ein Dankeschön dem 1. Bürgermeister Hanni Haberberger!

8572 Auerbach

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Haberberger,

mit Dank, Freude und Zufriedenheit wurde mir mitgeteilt, daß durch Ihre Vermittlung der „Gfeller Herrgott" nun einen würdigen Platz in Ihrer Stadtkirche gefunden hat. Für Ihre Fürsprache, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sei Ihnen herzlichst gedankt, ein Vergelt's Gott.

Zum „Gfeller Herrgott" für Sie noch folgende Erläuterungen:

Die deutsche Ortschaft Gfell bei Schlaggenwald, eine idyllisch kleine Gemeinde, die zum Kirchsprengel Schlaggenwald gehörte, wurde nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung völlig zerstört und dem Erdboden gleichgemacht. Vereinzelte Mauerreste geben Kunde, daß hier einst Häuser und Höfe standen, daß heimatverbundene Menschen hier ein Daheim hatten.

Im Mittelpunkt des ehemaligen Dorfes stand auf einem steinernen Sockel das eiserne Kreuz mit dem Herrgott. (Insgesamt eine Höhe von ungefähr 2 1/2 Meter.) Mit tiefer Ehrfurcht blickten wir schon als Kinder zum Herrgott am Kreuz empor — und umgekehrt der Herrgott am Kreuze zu uns hernieder. Er sah auf lebensfroh spielende Kinder, auf fröhliche Menschen, auf die vor dem Kreuz knieenden „Ratschebuben". Er sah auch auf die vorbeiziehenden Leichenzüge und die leidtragenden Trauernden.

Mit wenig Handgepäck standen am Tage vor der Vertreibung die Gfeller vor dem Kreuz mit dem Herrgott, um um Gnade vor der unbekannten Zukunft zu bitten.

Aber auch der Herrgott am Kreuz wurde verstoßen. Mit gewalttätiger roher Hand wurde er vom Kreuz geschlagen und verächtlich in den Morast geworfen.

Nach vielen Jahren — gelegentlich eines Besuches in der alten Heimat, haben ihn die Söhne des heimattreuen Schöberl Oskar (Bittner) im Schlamm im Graben entdeckt. Der Schöberl Oskar war es, der den „Gfeller Herrgott" dann in die neue Heimat Auerbach brachte. Nun ist er uns Vertriebenen gefolgt. Auf einem vom Schöberl Karl (Tischler) gefertigten Holzkreuz hat er — wie die Menschen auch — eine neue Heimat gefunden. Ist das nicht eine gnädige Fügung?

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir Gfeller, die wir Ihr Auerbach inzwischen von vielen Zusammenkünften kennen und liebgewonnen haben, bedanken uns bei Ihnen und bei Ihrer Gemeinde ganz herzlich.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Josef Porsch

Laß Dich trösten!

Laß den Frühling zu Dir heute
in das bange Herz hinein,
laß Dich trösten mit viel Freude,
Vogelsang und Sonnenschein!

Laß Dir trocknen Deine Tränen,
die noch in den Augen sind,
denn das Weinen könnt' sonst lähmen,
und es macht vielleicht auch blind!

Zähl nicht dauernd nach die Jahre,
wenn der März ins Zimmer schaut,
klag nicht über Silberhaare,
da der Star sein Heim schön baut!

Eil viel besser auf die Heide,
wo die Lerche jubelnd steigt,
wo des Himmels blaue Seide
sich zu dunklen Höhen neigt!

Schau die Knospen, wie sie sprießen,
wie das Veilchen bald erblüht,
wie im Wald und auf den Wiesen
grüner Hauch schon emsig zieht!

Es wird zittern und dann beben
warm der Lenz durch das Gefühl,
Du wirst lieben dieses Leben,
das auch Dich umarmen will!

Hermine Walter geb. Palm

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