Wir schrieben an Ministerpräsident Dr. Max Streibl und Bundesminister Hans Dietrich Genscher
Schlaggenwalder Heimat- und Geschichtsverein e. V., Sitz Hausham
Nagelbachstraße 53
8164 Hausham
Tel. Schliersee (08026) 8410
Herrn
Ministerpräsident
Dr. Max Streibl
Bayerische Staatskanzlei
8000 München
Hausham, 15. Januar 1989
-taub-
Sehr verehrter Herr Ministerpräsident,
der Vorstand o. a. Vereins erlaubt sich, Sie von der Bitte - vgl. Anlagen - an Herrn Außenminister Dietrich Genscher in Kenntnis zu setzen und ebenfalls um Ihre geschätzte persönliche und amtliche Hilfe zum Gelingen unseres staatsbürgerlichen und heimatvertriebenen Anliegens zu bitten.
Ein Vergelts Gott für Ihre diesbezüglichen Bemühungen im voraus verbunden mit den besten Grüßen!
JOSEF ALBRECHT TAUBER DR. OSKAR JESSL
Herrn
Bundesminister des
Auswärtigen Amtes
Hans Dietrich Genscher
5300 Bonn am Rhein
Sehr verehrter Herr Außenminister,
in unserer Eigenschaft als Vorstand oben angeführten Vereins erlauben wir uns eine Bitte in Form eines Anliegens vorzutragen.
Wie Sie aus beiliegenden Satzungen ersehen können, ist der Verein um die Erhaltung der altheimatlichen Egerländer Kultur des ehemaligen Sudetenlandes bemüht.
In diesem Zusammenhang interessiert uns, welche Zugeständnisse die tschechischen Ministerien in Prag (Praha) anläßlich Ihrer geschätzten Besuche in der Frage der kirchlichen Kulturguterhaltung gemacht haben bzw. diese bereit sind, die kostbaren kirchlichen Kulturgüter zum Teil an die Bürger der ehemaligen Heimatgemeinden — jetzt wohnhaft in der BRD — zu übergeben.
In unserem speziellen Fall betrifft dies die St. Georgs- und St. Anna-Kirche der alten einst kaiserlichen freien Bergstadt Schlaggenwald, Kreis Elbogen bei Karlsbad.
Begründung:
Bei den letzten heimatlichen Besuchen unserer Schlaggenwalder wurde festgestellt, daß z. B. in der erstgenannten Kirche die historischen Krippenfiguren (Menschen- und Tiergröße) aus Holz mit Farbbuntanstrich in einem leichtzugänglichen und verfallenen Kirchenteil herumliegen und dadurch einem evtl. Diebstahl oder einer weiteren ernsthaften Beschädigung ausgesetzt sind.
Unser Verein bittet Sie deshalb, bei den dafür zuständigen Behörden in Prag (Praha) intervenieren zu wollen, dieses einmalige und wertvolle Kirchenbesitzgut — im Hinblick auf die sich anbahnende nachbarschaftliche politische und humanitäre Annäherung an die rechtmäßigen Besitzer, die röm.-kath. Schlaggenwalder Christen, zu übergeben.
Nach Rücksprache mit den Vertretern unserer Patenstadt Auerbach i. d. Oberpfalz (Bayern)
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