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obr] Schuljahrfoto der Jahrgänge 1937 und 1938 (Leßnitz)
Unten sitzend: Josef Schmied, Franz Kempf, Karl Rohm.
v.l.n.r.: Ernst Rohm, Franz Riedl, Wenzel Steinwasser, Adolf Kunzmann, Annemarie Köhler, Gerda Floth, Lilli Dürschmidt, Ernst Grimm, Franz Ruß, Franz Stotz, Adolf Tyll, Brunhilde Grimm Elsa Dürschmidt, Lehrer Toischer, Anna Tyll, Anna Wagner, Erna Eckl, Berta Stotz, Anna Erler, Irene Rippl. (Eingesandt von Gerda Paukerl, geb. Floth in Pechofen 14, 6466 Gründau-Lieblos).
Im Dorf wurde ihr das Leben nicht leicht gemacht. Sie war eine Fremde. Sie sprach das Prager Deutsch, sagte sogar zu ihren Schwiegereltern „Sie" und war eben anders als die andern. Man wollte sie nicht in die Gemeinschaft aufnehmen. Da zog sich Theresia zurück und wartete. Als großes Elend über das Dorf hereinbrach und überall Hilfe gebraucht wurde, da kam sie wieder hervor und scheute keine Mühe und keine Arbeit. Oft fiel sie spät abends völlig erschöpft auf ihr Bett, denn sie schaffte über ihre Kräfte. Die Leute im Dorf gewannen Vertrauen zu ihr und lobten ihre Hilfsbereitschaft. Sie gaben ihr Milch, Fleisch, Eier, Brot, Lebensmittel, die schon knapp wurden. Theresia war froh, daß sie nun nicht mehr so entsetzlich einsam war. Endlich war der Krieg vorbei. Theresias Mann kam heim. Er war bis auf die Knochen abgemagert. Wie sollte sie ihm helfen! Es war inzwischen Hungersnot im ganzen Land. Nur durch „Hamstern" konnte man noch etwas bekommen. Theresia ging kilometerweit um ein bißchen Brot. Oft nahmen ihr die Gendarmen alles wieder ab. Aber sie blieb trotzdem unermüdlich. Als ihr Mann wieder zu Kräften gekommen war, kehrte auch sein alter Tatendrang zurück. Er stürzte sich in die Arbeit und suchte nach dem Weg, der ihn in die Selbständigkeit führen sollte. Die stille, sanfte Theresia konnte sein Tempo nicht mithalten. Sie war auch traurig, daß die Ehe immer noch kinderlos war, dabei sehnte sie sich so danach, Mutter zu sein. Erst im siebten Jahr fühlte sie, daß sie ein Kind haben würde. Sie hatte schon keine Hoffnung mehr gehabt, aber dann schenkte sie kurz nacheinander einem Sohn und einer Tochter das Leben. Große Schmerzen mußte sie dafür ertragen. Niemand erkannte damals, daß dabei der Keim für ein jahrelanges Leiden zu wachsen begann. Theresia wußte es bald. Es wurde ihr klar, wenn sie im Spiegel ihr schmales, blasses Gesicht sah. Immer wieder betete sie, daß sie der liebe Gott wenigstens noch so lange auf Erden ließe, bis ihre Kinder aus dem Gröbsten wären. Aber der liebe Gott wartete nicht so lange. An einem schönen Frühlingsmorgen holte er sie in sein himmlisches Reich zurück.
Diese traurige Geschichte ist nicht erfunden, sie hat sich wirklich zugetragen. Die Vorlage dazu habe ich aus Aufzeichnungen.
Hermine Walter, geb. Palm
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