Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 183
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 3
Velikonoční dopis krajanům od Richarda Brummeissla

Liebe Landsleute

Liebe Landsleute

Recht „Frohe Ostern" wünsche ich allen Lesern unseres Heimatbriefes. Mögen Sie alle recht gesund die düstere Jahreszeit überwunden haben. Auch wenn an vielen Orten das weiße Leichentuch durch den reichlichen Schnee ausgebreitet war, so kommt doch bei uns Betagten keine Freude darüber auf, wie wir diese Jahreszeit einstmals empfunden haben. Aber wir haben es wieder einmal überstanden und sehen froh der kommenden warmen Zeit entgegen. Wir spüren jetzt mit jedem Tag das Höhersteigen der Sonne am Firmament und können das Wachstum in der Natur beobachten. Das bringt Erleichterung und Hoffnungen. —

Wiederum danke ich allen Spendern von Herzen. Durch die Opferbereitschaft dieser Landsleute kann viel Freude bereitet werden. Da sind die Pakete in die DDR, die Blumengrüße an die alten Landsleute in den Heimen, die sich nicht vergessen fühlen. Leider sind uns nicht viele Adressen bekannt und so kann auch nur eine geringfügige Anzahl betreut werden. Alle bedankten sich mit herzlichen Worten und brachten ihre Freude zum Ausdruck, weil wir an sie gedacht haben.

Meine Frau und ich bedanken uns bei allen, die an den Feiertagen uns gute Wünsche sandten. Es ist nicht möglich alle Glückwünsche und Grüße persönlich zu erwidern. Wir tuen es in diesem HB.

Mein ganz besonderer Dank gebührt den unseren Heimatbrief mitgestaltenden Landsleuten. Ich hoffe, daß diese mich auch weiterhin unterstützen werden. Was wäre unser Heimatbrief ohne die schönen Erinnerungsbeiträge und die reichhaltige Bilderausstattung. Bei dem Betrachten wird doch so manche schöne Erinnerung geweckt. Es ist schon verwunderlich, daß nach 40 Jahren immer noch alte Heimatbilder vorhanden sind, die uns in der Erinnerung in die Heimat weisen. Wohl ist das Vaterhaus zerstört. Die alten Kulturbauten, Kirche, Rathaus und manch vertrautes Plätzchen sind ausgelöscht oder der Vernichtung preisgegeben. Es erschreckt alle Besucher unseres einstigen Lebensraumes, wenn sie in die alte, zwangsverlassene Geburtsstätte einkehren. Nie mehr, so hört man dann bei der Rückkehr, wollen sie diese Verwüstungen sehen.

Die Geschichte zeigt uns ja, daß sich in Jahrzehnten sehr vieles verändert. Denken wir doch daran, als wir einst hier ankamen. Was haben wir denn hier vorgefunden — nur Trümmer. Aber am schmerzlichsten war doch die Unfreundlichkeit, die sehr vielen von uns entgegenschlug. Zigeuner und Kartoffelkäfer, so wurden wir beschimpft. Aber wir haben durch unsere Selbstachtung bewiesen, welche Leistungen wir erbringen konnten. Man erkannte bald, wie gut wir zum Aufbau des zerstörten Landes fähig waren. Von vielen führenden Politikern wird das heute anerkannt. Leider wird aber auch von so manchen Parteifunktionären das Recht auf Heimat bestritten, ja man sagt wir seien Revanchisten, wenn wir das Heimatrecht verteidigen. Nun in unseren Reihen dürfte sich kein solcher Typ befinden. Aber wir wollen auch nicht hinnehmen, daß man das Jahrhunderte besiedelte, von unseren Vorfahren aufgebaute Land einfach wegnehmen und die Menschen mit 50 kg Gepäck verjagen darf. Nie gab es in der Geschichte der Menschheit derartige Grausamkeit, wie sie an uns vollzogen wurde, und wie es durch die Zerstörung unseres Heimatlandes bewiesen wird. Allerdings liegt auf diesem Tun kein Glück — vielmehr sollte man sagen Segen. Die heutigen Machthaber in diesem Lande tun sich sehr schwer dem jetzigen Volke die Glückseligkeit durch den Kommunismus zu beweisen. So manche Sehnsucht wird auch dort geäußert über die früher mit uns, jetzt Vertriebenen, erlebte Zeit. Man weiß es, welche Fehler durch den unseligen Einfluß eines Herrn Benesch gemacht worden sind. Doch auch wir sollten unsere Fehler nicht vergessen.

Wir haben eine neue Heimat gefunden und diese fast aus dem Nichts geschaffen. Es geht uns jetzt gut. Mit Schaudern sehen wir auf die Lebensweise der östlich von unseren Grenzen lebenden Menschen. Wer würde da Sehnsucht verspüren zu tauschen? Insgeheim von uns denkt wohl keiner daran. Aber wir setzen uns für das Recht der Heimat ein und wollen nicht, daß es Vertreibungen jemals wieder in Europa geben soll. Die Menschenrechte sollten von allen Völkern geachtet und gehalten werden. Die Schande, die man sich aufgeladen hat, durch die Vertreibung von Millionen Menschen und durch die vielen Toten, ist die Geschichte, die diese Völker schwer belastet. Heute wird das deutsche Volk dauernd an Verbrechen und Grausamkeiten erinnert, die den jüdischen Mitbürgern widerfahren sind. Aber haben wir schon einmal etwas von den Toten, die durch die Vertreibungen umgekommen sind, erfahren? Da schweigen unsere Medien und beschmutzen das eigene Nest. Hunderttausende wurden nach Kriegsende in die Konzentrationslager der Tschechen geschleppt, dort geschlagen und zur

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 3 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.