Erinnerungen unter dem Christbaum
Jedes Jahr, wenn die Lichter am Weihnachtsbaum brennen, kramen wir in Kindheitserinnerungen. Wir sind machtlos dagegen, sie kommen über uns in schöner Gleichmäßigkeit. Oft tut es weh, und dieser Schmerz nimmt mit den Jahren zu.
Wir schauen auf unsere Enkel und wünschen, daß sie ihr reicher Gabentisch ebenso glücklich machen kann, wie das einstmals unser bescheidener getan hat. Seither ist viel Egerwasser die Elbe zugeflossen. Es hat sich vieles geändert und verschoben. Innerhalb unserer Generation hat die Welt eine solche Wandlung erfahren, daß man erschrecken könnte. Als ich ein Kind war, arbeitete man in den Büros noch an Stehpulten, heute sitzt man vor Monitoren und Computern. Damals bekam man Plattfüße und Krampfadern, heute klagt man frühzeitig über Neurosen und Sehstörungen. Unsere Haushaltungen sind derartig perfektioniert, daß es ein Rätsel ist, weshalb wir trotzdem immer im Streß sind. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, was wohl meine Großmutter sagen würde, käme sie jetzt einmal in meine Küche. Wahrscheinlich würde sie vor Schreck gleich wieder tot umfallen. Das Rad der Zeit dreht und dreht sich, wir können es nicht aufhalten. Vieles war früher besser, vieles ist heute besser. Was weit zurück liegt, bekommt einen warmen Schein, auch wenn manches traurig war. Und das besonders zur Weihnachtszeit. Unsere Jugend war von Wirtschaftskrise, politischen Spannungen und nationalen Konflikten überschattet. Wir waren dankbar und glücklich, wenn wir trotzdem ein wenig unbeschwerte Freude erleben durften, die Sorgen der Eltern lasteten auch auf uns. Darüber will ich heute schreiben, denn wir wollen auch das nicht vergessen.
Als ich noch nicht ganz fünf Jahre alt war, kam meine Familie von Poschitzau nach Karlsbad. Genauer gesagt nach Meierhöfen. Es war kurz vor Weihnachten. Wir zogen in ein neues Haus. Noch mehr Mieter waren eingezogen. Es war ein Hasten und Jagen, jeder wollte bis zum Fest eingerichtet sein. Überall war es kalt, und es roch nach Kalk, Leim und Lack. In unserer Küche standen Kisten, Kartons und Koffer. Mama war dabei, sie auszuräumen und den Hausrat in die Schränke zu verstauen. Meinen Bruder und mich hatte sie vor das Fenster auf einen gewölbten Holzkoffer gesetzt und gesagt, daß wir schön beim Fenster raussehen sollten, es kämen viele Leute und Fuhrwerke vorbei. Verdrossen schaute ich den Schneeflocken zu. Sie matschten auf der Straße gleich zu Wasser. Eilige Hausfrauen mit großen Körben patschten in die Pfützen, und schwere Gespanne mit Kohlen oder Kaolin ratterten über das Basaltpflaster. Heini hatte seinen Baukasten gefunden und fing an, damit zu spielen. Es war alles so ganz anders als in Poschitzau. Der Ofen wurde auch nicht warm, und Mama hatte keine Zeit für mich. Zum ersten Mal fühlte ich mich einsam. Ich begann zu schluchzen. Mama eilte herbei und tröstete mich. Aber auch in ihren Augen standen Tränen. Am Nachmittag, es begann bereits zu dämmern, peitschte ein Fuhrmann seine Rösser die sachte Steigung hoch. Sein Wagen war vollgeladen. Die Pferde rutschten mit ihren Hufen so über die nassen Basaltsteine, daß die Funken nur so aufflogen. Die Tiere mühten sich unter der Peitsche des Mannes, sie zerrten und schnaubten und bäumten sich auf, daß ihre Leiber dampften und die Adern anschwollen. Immer wieder peitschte der Rohling auf sie ein. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich bekam eine unbeschreibliche Wut und schlug mit beiden Fäusten an die Fensterscheibe, daß Mama
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Egerländer Dudelsack-Musikanten
35 x 30 cm — Porzellanit-Plastik von Gretl Mattusch (Eger), Mitglied der Egerländer Gmoi Stuttgart. Preis DM 350,- (Naturporzellan-Farbe), falls kolleriert Preis nach Vereinbarung.
Erlös von 300,- DM zum Zwecke eines Ackermann-Denkmals in Marktredwitz des Akad. Bildhauers Wilhelm Hager, 7132 Jllingen/Württ., Mitglied der Egerländer Gmoi, Stuttgart.
Bestellung durch Einzahlung von DM 350,-, Konto AEK der Sparkasse Sulzbach-Rosenberg, BLZ 752 517 80, Konto-Nr. 115 766 (Schatzmeister Seff Heil).
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