Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 182
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Málo známá pověst o císaři Karlu IV.

Eine kaum bekannte Sage von Kaiser Karl IV.

Kaiser Karl, der gern im Kaiserwald jagte, besaß im Tepltal ein Schloß. Eines Tages hörte er die armen Leute klagen, daß nur die Reichen immer Recht bei der Gerichtsbarkeit bekämen. Da beschloß er, wenn er anwesend sei, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er ließ verkünden, daß er Jedwedem, egal welchen Standes er sei, selber Recht sprechen würde. Er ließ eine Glocke mit einem Strang vor dem Tor anbringen.

Eines Tages schellte es. Ein Diener, der nachsah, bemerkte niemand, auch als es das zweite Mal schellte. Beim dritten Mal ging der Kaiser selber zum Tor. Da sah er plötzlich eine Schlange am Boden. „Herr", sagte sie, „Ihr verspracht Jedwedem Recht. Gewährt auch mir diese Gunst. Auf meinem Nest sitzt eine böse, häßliche Kröte und macht mir meine Kinder streitig. Kommt mit und vertreibt sie."

Der Kaiser folgte ihr durch Gestrüpp und über Steine. Und wirklich, da saß eine Kröte auf den Jungen. „Immer habe ich häßliche Kinder", sagte sie. „Ich wollte auch mal schöne haben."

„Recht muß Recht bleiben," antwortete der Kaiser. „Die Kleinen gehören der Schlange. Du mußt sterben!"

Die Schlange war dem Kaiser sehr dankbar.

Eines Tages, er saß mit den Gästen an der Tafel und speiste, kroch sie an einem Tischbein hoch, schlängelte sich durch das Geschirr vor den Augen der entsetzten Gäste bis zu dem Platz des Herrschers und warf in seinen Teller einen Karfunkel — den Stein des Glücks. So schnell sie gekommen war, so rasch verschwand sie wieder.

Der Kaiser schenkte den Stein seiner Gemahlin. In der Nacht kam die Schlange ins Schlafzimmer der Kaiserin. „Herrin", sprach sie. „Solange Du den Stein bei Dir trägst, wird Dir der Kaiser in unverbrüchlicher Liebe und Treue zugetan sein." Und schon war sie wieder verschwunden.

Die Kaiserin trug nun für immer den Stein und ihr Gemahl konnte nicht mehr ohne sie sein. Als sie am Sterbebett lag, steckte sie den Stein unter ihre Zunge. Der Kaiser war untröstlich über den Verlust, und er wollte sich auch von der toten Kaiserin nicht trennen. Ihrem Kammerdiener übertrug er die Obhut des Sarges. Wohin er auch reiste, Diener und Sarg mußten mit. Der Diener wußte um das Geheimnis des Steines, denn er hatte damals an der Schlafzimmertür der Kaiserin gelauscht. Langsam wurde es ihm zu dumm, der Begleiter eines Sarges zu sein.

Eines Tages entwendete er den Stein aus der Kaiserin Mund und nahm ihn an sich. Nun endlich ließ der Herrscher seine Gemahlin bestatten und seine Gunst wandte sich dem Diener zu, der ihn fortan begleiten mußte. Oft besuchten sie die durch den Hirsch entdeckte Quelle. Einmal überkam den Diener der Übermut. Er warf den Karfunkel in das heiße Wasser, denn er war überzeugt, daß er die Gunst des Kaisers nur seiner Person, nicht aber dem Stein zu verdanken habe. Von Stund an fiel er in Ungnade. Des Kaisers Liebe galt nun der Quelle. Er ließ sie fassen und gründete das Kaiser-Karl-Bad.

Anna Egerer (Lochschmidt), Walldorf

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Veselá historka

Heiteres

Ein Fremder geht durchs Dorf und sieht am Kirchturm zwei Uhren.

„Warum geht denn jede Uhr anders?", fragte er einen Einheimischen.

„So a saudumme Frag, so a saudumme", sagte er. „Wenn alle zwei gleich gingen, ja da bräucht ma ja nur eine."

Anna Egerer (Lochschmidt), Walldorf

Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Richard Brummeissl, Kahl am Main, Seligenstädter Weg 60, Tel. (06188) 2359 — Postscheckamt 1, 6000 Frankfurt/M., Konto-Nr. 327195-609. Preis je Stück 2,50 DM. — Herstellung: Druckerei Kolb, 8757 Karlstein/Main, Postfach 1145.

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