Unter den Teilnehmern am Sudetendeutschen Tag 1985 befanden sich zahlreiche Angehörige der Jungen Generation. Die Sudetendeutsche Jugend hatte ihr traditionelles Zeltlager auf dem Campingplatz am Feuerbacher Weg, wo sie auch ihre Sportwettkämpfe am Samstagnachmittag durchführte. Neben den bereits erwähnten Bestandteilen des Rahmenprogramms seien auch noch die Sondertagungen unserer sudetendeutschen Familienforscher, sowie der Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Erzieher (ASE) erwähnt. Bei der Tagung der Sudetendeutschen Erzieher sprach Dr. Alfred Schickel aus Ingolstadt über „Die Vertreibung — ein offenes Kapitel der Zeitgeschichte". Bei der Amtsträgertagung der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die am Samstag in der Liederhalle stattfand, sprach Wolfgang Egerter, Mitglied des Bundesvorstandes der Sudetendeutschen Landsmannschaft, über „40 Jahre Vertreibung — 40 Jahre Aufbau". Ein Sudetendeutscher Hochschulabend, ebenfalls am Samstag, dem 25. Mai, vereinigte Mitglieder der SL und der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste zu einem Vortrag von Prof. Dr. Otto Kimminich, dem Präsidenten der Akademie. Der Referent sprach über „Das Verbot der Vertreibung von Völkern und Volksgruppen in der völkerrechtlichen Entwicklung".
Ein Treffen der jungen und mittleren Generation im Haus der Heimat vereinigte jüngere Landsleute; gleichzeitig fanden im Kongreßgebäude auf dem Killesberg die Musischen Wettkämpfe der Sudetendeutschen Jugend statt. Ein besonderer Höhepunkt war heuer wiederum der Große Volkstumsabend der Sudetendeutschen Jugend in der völlig ausverkauften Liederhalle, wo über 2.000 Besucher von dem Programm, das von einer Reihe von Spielscharen gestaltet wurde, restlos begeistert war. Eine weitere kulturelle Darbietung war das „Sudetendeutsche Schatzkästlein", das mit musikalischen und literarischen Köstlichkeiten sein Publikum erfreute.
Der Pfingstsonntag brachte einen unerwarteten Ansturm von Besuchern. Man konnte beobachten, wie bereits um 8.00 Uhr das Messegelände auf dem Killesberg sich füllte. Währenddessen hielt um 8.00 Uhr die Sudetendeutsche Jugend ihren ökumenischen Jugendgottesdienst im Zeltlager. Um 9.30 Uhr begannen gleichzeitig der evangelisch-lutherische Gottesdienst, ein altkatholischer Gottesdienst und die römisch-katholische Pontifikalmesse, die Weihbischof Pieschl zelebrierte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich bereits mindestens 40.000 Personen im Freigelände, während sich gleichzeitig die verschiedenen Hallen füllten, in denen sich die Angehörigen der Volksgruppe, gegliedert nach Heimatlandschaften, zusammenfanden. Um 10.30 Uhr begann dann der Einzug der Sudetendeutschen Jugend, der Trachtengruppen und der Delegationen aus dem Ausland und aus Übersee zur Hauptkundgebung unter freiem Himmel.
Das Interesse der Medien, die durch zahlreiche Kamerateams und Journalisten vertreten waren, konzentrierte sich auf die beiden Ansprachen des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Dr. h.c. Lothar Späth, und des Sprechers der sudetendeutschen Volksgruppe, Staatsminister Franz Neubauer. Beachtung fand aber auch das Auftreten der Vertreter des tschechischen und des slowakischen Exils im Rahmen der Hauptkundgebung. Während des Sonntagnachmittages strömten immer noch Menschen in die Hallen; aber auch das idyllisch gelegene Parkgelände auf dem Killesberg lud zum Spaziergehen und zum Verweilen ein.
Für das Publikum wurden im Laufe des Sonntagnachmittags Filmvorführungen geboten, es gab ein offenes Singen und Tanzen der Sudetendeutschen Jugend auf der Waldbühne im Messegelände auf dem Killesberg und es fand ein Sudetendeutsches Volksfest statt. Die Sudetendeutsche Trachtenschau stellte einen weiteren Programmpunkt dar. In einer Podiumsdiskussion der Sudetendeutschen Jugend und des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten unterhielt man sich über „Deutsche und Tschechen mit gemeinsamer Zukunft?". Auf dem Podium saßen je drei Repräsentanten der Sudetendeutschen Jugend und des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten. Die Diskussion beweist, daß Angehörige der jungen Generation der Sudetendeutschen sich Gedanken machen über ein gemeinsames Zusammenleben mit der tschechischen Nation in einem freien Europa auf der Basis der gegenseitigen Respektierung ihres Lebens- und Selbstbestimmungsrechtes.
Zum kulturellen Beiprogramm wiederum gehörte das Konzert des Orchesters der Sudetendeutschen Musiktage im Weißen Saal des Neuen Schlosses.
Zu guter Letzt trat noch einmal die Sudetendeutsche Jugend vor die Öffentlichkeit, indem sie im Innenhof des Alten Schlosses die Feierstunde durchführte, der sich ein Fackelzug der Teilnehmer des Sudetendeutschen Tages durch die Straßen der Innenstadt anschloß. Diese
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
