Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 180
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Milí krajané! Úvahy o vyhnání, vině a míru

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spüren bekommen. Die Raketen erreichen auch dort jedes Ziel. Wir aber hoffen, daß der Friede noch sehr lange erhalten bleibt und wir in Freiheit weiter leben können.

Fragen kann man auch: Europa wohin gehst Du? Wie sieht es mit den Vereinen aus? Will weiterhin jedes Völklein sein Süppchen auf Kosten der anderen zubereiten? Zur Zeit leistet das westdeutsche Volk den größten materiellen Beitrag zum Bestehen dieser Einrichtung. Hoffen wir, daß wir es noch lange können. So langsam werden die Fragen gestellt: Was bringt uns dieser Opfergang?

Ist unser Bonner Parlament nicht eine besondere Kaste? Was wurde da den jungen Leuten vorgeführt, die nach einer Sitzung, der sie beigewohnt hatten, befragt wurden, was sie denn davon hielten? Ihre Aussagen sollten allen Parlamentariern doch zu denken geben. Wo bleibt die Sachlichkeit und der parlamentarische Anstand? Auch der Aufschwung der Wirtschaft läßt sich nur schleppend beobachten. Man hat das Gefühl, als wolle man ihn nicht, diesen Aufschwung. Aber 2 1/2 Millionen Arbeitslose in unserem kleinen Staat ist schon eine stattliche Zahl. Es könnte eine gefährliche Situation entstehen. Wer kann denn lange Jahre ein derartiges hartes Schicksal ertragen? So mancher von uns und auch ich könnte ein Liedlein von dieser harten Zeit singen. Sollte man vergessen wer damals diese Menschen in die Arme der Hetzer geführt hat? Wer greift nicht nach dem Strohhalm, der ihm Rettung verspricht? Es wäre doch an der Zeit, daß alle Politiker und ganz besonders der Bundeskanzler daran gehen würden, endlich etwas zu unternehmen, diese Übel abzustellen.

Uns Sudetendeutsche dürfte es eigenartig berühren, wenn man die Auslassungen über die Schlesische Landsmannschaft verfolgt. Haben diese Menschen denn kein Recht von ihrer Heimat zu reden und Ansprüche geltend zu machen? Es ist doch im Grundgesetz bestimmt, daß hier bei uns Meinungsfreiheit gelten soll. Noch immer heißt es die Ostgebiete sind nur der polnischen Verwaltung übergeben worden. Somit dürften doch die Schlesier nicht zu Unrecht darauf hinweisen, daß es ihre Heimat ist. Wem nützen denn die künstlichen Aufregungen bei uns, wenn in den „Schlesischen Nachrichten" eine Meinung vertreten wird, die dann ins umgekehrte Licht versetzt wird, vielleicht noch von Leuten, die das Land noch nie gesehen haben. Soll hier das an diesem Volk begangene Unrecht der Vertreibung totgeschwiegen werden, weil es verschiedenen Politikern für ihre Aussöhnungspolitik nicht paßt? Fast könnte man meinen, man wolle sich mit der Hetze gegen die Schlesier Liebkind bei den Polen machen. Aber bisher hieß es ja von dieser Seite: Man wolle nie vergessen! Ist dieses Recht nicht auch uns zuzubilligen. Wer in den Internierungslagern der Tschechen und Polen war, der kann ebenso nicht vergessen, wie es die KZ-Insassen auch nicht tun wollen.

Was haben denn bis jetzt alle politischen Verhandlungen mit der DDR für die dortigen Bewohner für Erleichterungen gebracht? Statt Erleichterungen hat man die Kosten des Einreisens erhöht und wird diese kaum mehr zurücknehmen. Nun haben fast alle Ostblockländer diese Kosten heraufgesetzt. Was werden die Westdeutschen noch anbieten, um nur einen geringen Teil Erleichterung zu erreichen. Aber wir Westdeutschen sollten dankbar sein, daß viele amerikanische Politiker und dabei denke ich an zwei Präsidenten — Kennedy und der jetzige Ronald Reagan — unserem Volke große Sympathien entgegenbrachten. Der Besuch in Deutschland dürfte ihnen so manches klargemacht haben. Auf den Schutz der Amerikaner können wir Deutsche nicht verzichten!

Richard Brummeissl

Der Schlaggenwalder Heimatbrief ist die letzte Brücke zur Heimat!

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