Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 180
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Milí krajané! Úvahy o vyhnání, vině a míru

Liebe Landsleute!

Liebe Landsleute!

Wieder haben viele Heimatbriefbezieher den Fortbestand des HB sichern helfen und ihre Opferfreudigkeit bewiesen. Über die Großzügigkeit dürfen wir uns alle freuen und stolz sein, weil wir die Berichte aus der einstigen zwangsverlassenen Heimat nicht missen wollen. Ich sage allen Spendern recht herzlichen Dank. Es ist ein Wunder, nach so langem Vertriebensein noch so viel Wissen von der einstigen Heimat zu besitzen und dieses zu vermitteln. Möge es noch recht reichlich vorhanden sein und uns noch viel Freude machen.

Pfingsten ist vorbei. In Stuttgart haben sich wieder ein ganz ansehnliches Häufchen Landsleute zusammengefunden. Es waren frohe Stunden des Zusammenseins gewesen. Immer wieder ist es erstaunlich, welche Strapazen die Landsleute und finanzielle Opfer auf sich nehmen, um an diesem Tag dabei zu sein und kundzutun, daß die Vertreibung der Deutschen aus den aus jahrhunderten besiedelten Gebieten eine Kulturschande der Vertreiberländer bleibt. „Daß solche Demonstrationen von verschiedenen sogenannten „Friedensaposteln" nicht erwünscht sind in unserem Lande, wird ja jedes Jahr dadurch bewiesen, daß Presse, Rundfunk und Fernsehen darüber schweigen oder nur ganz wenig darüber berichten.

Was für ein großer Wirbel wurde um den 8. Mai 1945 betrieben. Nun wir Vertriebenen haben wahrlich keinen Grund dieses Tages besonders zu gedenken. Uns Sudetendeutsche hat es am schwersten getroffen. Nicht nur, daß wir in diesem Krieg mit die größten Blutopfer bringen mußten, haben wir doch von dem Dritten Reich nur sehr wenig Entgegenkommen verspürt. Ich finde, daß wir uns die wenigsten Schuldgefühle über die schrecklichen Untaten, die ausgeführt wurden, Gedanken machen müssen. Unsere damalige „Nationale Not" wurde schamlos dazu benutzt, uns einfach einzuverleiben, anstatt uns die Selbstverwaltung an unserem Lande zu geben, wo man fast bereit war von tschechischer Seite diese zu gewähren. Was wußten wir von den Greueln in den KZ. Wer hat uns denn darüber unterrichtet, daß es dort Gaskammern geben soll. Wenn die heutigen im reifen und sehr reifen Alter befindlichen Politiker sich knieend vor den Opfern verbeugen, so muß man doch fragen, weshalb taten sie damals nichts gegen diese Verbrechen. Hat denn nicht die ganze Welt damals dieses Regime anerkannt? Waren nicht Franzosen, Engländer, Amerikaner u.a. mit diplomatischen Vertretungen in Deutschland gewesen? Nahmen nicht diese Herren alle an den großen Parteitagen in Nürnberg teil? Sind das dann nicht ebensolche Verbrecher wenn sie ein derartiges System unterstützten? Es gäbe Fragen über Fragen an so manche heute unschuldig Tuenden.

Aber eines ist gewiß und Historiker bestätigen es, eine Kollektivschuld gibt es nicht, und das trifft auf uns Sudetendeutsche zu. Es hätten auch unsere Freunde im Westen gar keinen Grund gehabt den 8. Mai 1945 zu feiern. Eine allgemeine Genugtuung über das Kriegsende ist ja bereits vor 40 Jahren gegeben. Und seither war noch nirgendwo in der Welt der viel zitierte Friede zu spüren gewesen. Da wiederum muß man fragen, wer lieferte denn die Waffen zu diesen kriegerischen Auseinandersetzungen. Sind das keine Verbrecher? Ob Ost oder West — alle sind daran beteiligt. Da beschwören die deutschen Politiker in West und Ost, daß vom deutschen Boden kein Krieg mehr ausgehen darf. Wer bestimmt denn das? Sind wir nicht beide deutschen Staaten in Bündnissen, die sich nicht gerade freundschaftlich betragen. Wenn schon keine Kriegshandlungen vom deutschen Boden ausgehen, so werden diese doch auf unserem Boden ausgetragen werden. Man hat die Kriegsgründe schon in Jalta und Potsdam 1945 festgelegt. Die Teilung Deutschlands ist und bleibt ein Stachel. Beide Staaten stehen sich wohlgerüstet gegenüber. Man konnte es stets bei den militärischen Aufmärschen in Ostberlin beobachten. Dort werden offen die Raketen herumgefahren. Von unserem Militär kann man das nicht behaupten. Weder am 1. Mai noch bei anderen Anlässen ist unsere Bundeswehr zu sehen. Das soll auch weiterhin so sein. Unsere jetzigen Freunde und Verbündeten können sich heute nicht von den Beschlüssen der damaligen Regierungen freisprechen. Sie tragen heute genau so die Verantwortung für die Weltordnung und sind voller Schuld wie wir Deutsche. Beide haben wir an dem Vergangenen zu tragen und uns auch zu schämen. Die damaligen Politiker haben in ihrem Haß nur das eine Ziel verfolgt, das ganze deutsche Volk zu treffen und möglichst auszurotten. Man denke nur daran an den „Morgentauplan", der alle deutschen Männer kastrieren wollte. Welches Gehirn konnte sich so etwas ausdenken? Von dieser Schande in dem Land, in dem ein solcher Landsmann daheim ist, fiel bisher kein Wort. Aber wir sollen uns dauernd an die Brust schlagen und Schuld bekennen, an der alle beteiligt waren. Doch genug davon. Die Geschichte wird einmal ganz anders urteilen, als es die heutigen Verhältnisse zulassen. Doch eines ist gewiß: Bei einem neuerlichen Krieg wird Amerika es zu

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