Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 180
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Třešňové knedlíčky (Kirschnkniadala)

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neunzehn appetitliche Kugerln. Schön und reich eingewickelt mit goldbraunen Semmelbröserln lagen sie saftig in brauner Butter. Auf jedem Knöderl war ein Käppchen aus Staubzucker, der schon zu schmelzen angefangen hatte. Mein Gott, wie hat das gut geschmeckt! Genau in dem Augenblick, in dem ich die letzten Bröserln aus dem Pfannerl kratzte, schlug das Mittagsglöckerl an, und meine Großmutter stand unter der Stubentüre. Sie war glutrot bis in den Haaransatz hinein, und kleine silberne Perlen standen ihr auf der Stirn. Eine weiße Haarsträhne klebte darüber, das blaue Kopftuch war über den zerzausten „Schoppel" bis auf die Schultern gerutscht. Wortlos tapste meine Großmutter in Strümpfen hin zur Ofenbank und ließ sich tief seufzend darauf nieder. Mit der einen Hand griff sie nach dem Kaffeetüpferl auf der Herdplatte und trank es leer. Dann sah sie auf dem Tisch das Pfannerl stehen und erkannte voller Enttäuschung, daß kein einziges „Kniaderl" mehr da war, und sie hatte doch solchen Hunger. „Hoast lat du die gonzn Kniadala afgessn?" fragte meine Großmutter, und ihre Augen blitzten mich an. Da sackte ich zusammen und spürte Glut vom Herzen in den Kopf steigen. Tränen schossen mir in die Augen. Schnell stürzte ich aus dem Stübchen und lief, so schnell ich konnte, auf Dickls Paint. Hinter mir her kamen gackernd die Hühner, denn sie glaubten, daß ich sie mit guten Bröckerln füttern würde, wie ich das öfter zu tun pflegte. Auf der Paint warf ich mich unter die alte Birke und schluchzte herzzerreißend in das Gras. In meiner Brust war ein Widerstreit von Gefühlen. Einerseits schämte ich mich vor meiner Großmutter, andererseits war ich von ihr enttäuscht, daß sie scheinbar nicht bemerkt hatte, was ich ihr zur Freude alles geschafft hatte. Ich wollte nichts sehen und nichts hören. Ich verscheuchte zornig die armen Hühner, daß sie vor Schreck über die steile Böschung flatterten. Als ich genug geweint hatte und mir die Augen brannten, stand ich auf und ging über die Kuppe an den Feldern entlang. Um mich zitterte das Land in der Mittagshitze, müde gaukelten Schmetterlinge über den Weg und Grillen zirpten einschläfernd am Feldrain. Bald pflückte ich Margareten, Kornblumen und roten Mohn zu einem Versöhnungsstrauß für meine Großmutter. Ich eilte heim zu ihr. Sie lag auf dem Kanapee, blaß und mit schimmernden Augen ...

Als ich ihr die Blumen auf die Brust legte und mich zu ihr niederkniete, sickerten Tränen über ihre Schläfen. Da kuschelte ich mich an ihre Seite, wir sprachen kein Wort. Es dauerte nicht lange, bis wir einschliefen, und wir wachten erst auf, als die Hühner sich zur Nachtruhe auf die Stange setzten. „Kirschnkniadala" hat meine Großmutter nie wieder gekocht.

Hermine Walter, geb. Palm

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Vzpomínka na cestu dobytčákem a na první roky v exilu

Anpassung

Anpassung

Anscheinend haben Mouhm Amalie Fechter und meine Familie im selben Vertriebenentransport einen Viehwaggon „bewohnt". Das veranlaßt mich zu ihrem schönen Bericht im Heimatbrief Nr. 179 einiges hinzuzufügen. Wir wären damals in der Würzburger Gegend angesiedelt worden. Aber es war dort im Aussiedlerlager eine ansteckende Krankheit ausgebrochen, ich meine die Ruhr. Deshalb kamen wir über Pfingsten nach Mellrichstadt und dann erst Endstation Kahlgrund. Vielleicht war es besser so.

Dreißig Mann und viel Gepäck waren in einem Waggon untergebracht. Es war heiß und finster drin. Deshalb machten wir ein Stück die Schiebetüren auf. Bei dem Gerumpel und bei jeder kleinen Krümmung mußten wir acht geben, daß niemand hinaus fiel. Hielt der Zug einmal auf offener Strecke, nutzten viele die Gelegenheit, ein dringendes Geschäft direkt neben dem Waggon zu erledigen. Schamgefühl konnte man sich in dieser Hinsicht nicht leisten. Für ganz dringende Fälle hatten wir einen Eimer aufgestellt. Aber wer ging schon gerne drauf! Einmal hielt der Zug wieder. Flugs sprang eine junge Frau hinaus, doch schon fuhr er wieder an. Schreiend hielt sie sich am Waggon fest. Hilfreiche Hände zogen sie hinein. Der Schlüpfer baumelte an den Füßen und flog schließlich mit dem Fahrtwind davon. Wir waren alle sehr erschrocken, und die Frau blieb eine Weile erschöpft am Boden liegen.

Auf der Fahrt nach Mellrichstadt (heute Zonengrenzgebiet) kamen wir an einen kleinen Bahnhof vorbei, an dem „Heustreu" stand. Meine Schwiegereltern, die schon mit dem ersten Transport weg mußten, hatten uns aus Heustreu geschrieben. Wir hatten keine Ahnung wo das sein könnte. Sollte es etwa dieses Dörfchen sein? Tatsächlich, es war so. Meine Schwiegermutter

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