Zum Tode von Prälat Dr. Karl Reiß
[obr] Prälat Dr. Karl Reiß
Zum Tode von Prälat Dr. Karl Reiß
Sprecher der Sudetendeutschen Priester
Am frühen Morgen des 17. April hat Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener, Dr. Karl Reiß, Pfarrer von Heilig Kreuz in Offenbach-Waldheim, unerwartet in die Ewigkeit abberufen. Mit ihm verliert unsere Volksgruppe einen ihrer führenden Priester.
Nach Weihbischof Dr. Kindermann hatte Kardinal Döpfner ihn im Namen der Deutschen Bischofskonferenz als Sprecher der sudetendeutschen Priester bestätigt und mit der Wahrnehmung der kirchlichen Anliegen der sudetendeutschen Katholiken beauftragt. Nicht zuletzt deshalb hat der Sudetendeutsche Rat, das höchste Gremium unserer Volksgruppe, Prälat Dr. Reiß durch drei Wahlperioden einstimmig zu seinem Mitglied gewählt. Durch Gottesdienste und Predigten bei zahlreichen Heimattreffen, besonders bei den Egerländern, bei Wallfahrten der Vertriebenen und beim Festgottesdienst an den Sudetendeutschen Tagen mit seinen 20-30.000 Teilnehmern war Prälat Dr. Reiß weithin unter unseren Landsleuten bekannt geworden. Seine Wirksamkeit wurde durch Verleihung des Großen Ehrenzeichens der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Lodgman-Medaille, der Bundesehrennadel der Eghalanda Gmoi und des Bundes der Vertriebenen und anderer Ehrenzeichen unserer Heimatgliederungen sowie durch das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, für das ihn die Stadt Offenbach wegen seiner sozialen Tätigkeit vorgeschlagen hatte, gewürdigt. Seine kirchlichen Verdienste hat der Heilige Vater durch Ernennung zum Prälaten und Apostolischen Protonotar anerkannt.
Dr. Reiß war einer der eifrigsten Mitarbeiter des verstorbenen Weihbischofs Kindermann beim Aufbau der Königsteiner Anstalten, aus denen über 400 Priester herausgewachsen sind. Nach dessen Tod übertrug ihm das Vertrauen der
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