Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 179
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Velikonoční pozdrav Richarda Brummeissla krajanům

Liebe Landsleute!

Die heiligen Zeiten rauschen dahin und ehe man es sich versieht, steht eine andere an. Kaum ist Weihnachten vorüber und schon ist die Osterzeit da. Man hat diesen Wandel in jüngeren Jahren nicht so wahrgenommen, wie jetzt im Älterwerden. Man hat doch mehr Zeit, meint man. Aber leider ist keine Bedachtsamkeit zu erfühlen.

Nun ist die Osterzeit in nicht weiter Ferne. So wünschen wir allen Lesern unseres Heimatbriefes ein recht frohes Osterfest. Erfreuen wir uns, daß wir die kalte Jahreszeit überwunden haben. Dieser Winter wird bei vielen Landsleuten manche schöne Erinnerung an einst wachgerufen haben. Leider wird das Hob-Hobrufen wenig zu hören gewesen sein. Man frönt heute anderen winterlichen Freuden, als wir sie erleben konnten. Mancher war damals schon froh, wenn er über einen Brettlsrutscher verfügen konnte, ein Rodelschlitten war fast ein Wohlstandssymbol gewesen. Aber der Schnee knirschte genau so vertraut unter den Sohlen. Es war ein vertrautes Geräusch beim Dahinschreiten. Nur die Kosten für die Erwärmung der Stuben werden nicht gering ausfallen.

In diesem Jahr war nur eine kurze Faschingszeit. Die Kälte hat den Umzügeveranstaltern und den daran Teilgenommenen erhebliche Mühe bereitet. Die Blösen, die man heutzutage an solchen Tagen gerne zur Schau trägt, mußten gut bedeckt werden. So manchem wird nachher die Nase doch getropft haben. Wir Älteren, die wir das Treiben ja ins Haus geliefert bekommen, haben in der schönen warmen Stube am Klotzkasten das Treiben verfolgt. Eine Abwechslung ist es immerhin gewesen. —

Vielen herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern, die für den Fortbestand des Heimatbriefes große Opfer bringen. Großartig ist die Spendenbereitschaft der Landsleute. Nur dadurch ist es möglich das kleine Druckwerk ausliefern zu können. Wir haben nur noch 713 Heimatbriefbezieher. Davon gehen noch etliche kostenlos hinaus. So kann ausgerechnet werden, wieviel erforderlich ist, um den Heimatbrief zu versenden. Die Druckkosten sind selten unter DM 2.000,—, das Porto beträgt 450,— DM. Nebenbei sind noch Unkosten, die sich gar nicht einplanen lassen. Die Fahrten, die notwendig sind, wollen wir gar nicht aufzählen und berechnen. Trotzdem sind wir froh, daß wir gesundheitlich in der Lage sind, das gegebene Versprechen, daß ich den Heimatbrief für die Landsleute erstellen werde, halten kann. Wir freuen uns ganz besonders darüber, wie die Geldspenden beweisen, daß der HB bei vielen Beziehern immer noch begehrt ist.

Danken möchten meine Frau und ich für die guten Wünsche und Grüße, die uns viele Landsleute zu Weihnachten und zum Jahreswechsel geschickt haben. Wir freuen uns aufrichtig darüber, weil so viele an uns gedacht haben.

Allen, die zum Gelingen des HB beitragen, sei recht herzlich gedankt. Möge weiterhin das Gedankengut aus der einstigen Heimat lebendig bleiben. Es ist zwar schmerzlich, immer wieder berichtet zu bekommen, wie die Zerstörung von den jetzigen Machthabern vorangetrieben wird. Aber für derartige Kulturschäden wird einmal eine bittere Erkenntnis kommen. In die Geschichte gehen diese Taten bestimmt nicht als kulturelle Errungenschaften ein, mag man noch so sehr sozialisieren und kommunistisch agitieren. Der Raubbau an den natürlichen Reichtümern wird sich bitter rächen. Wo kein Wald mehr ist, kann kein Leben mehr sein. Das Erzgebirge ist jetzt der beste Anschauungsunterricht auch für uns. Wie trostlos die Gegend von der Grenze bis ins Landesinnere von Böhmen aussieht, haben viele Vertriebene, die die Sehnsucht nach ihren Geburtsorten oder zu den Gräbern der dort am Friedhof beerdigten Eltern oder Verwandten veranlaßte Besuche zu machen, uns immer wieder geschildert. Man hat zur Schande der Vertreibung nun auch die Schande der Vernichtung natürlichen Lebens zu verkraften.

Möge uns der Herrgott helfen den Frieden zu erhalten und Zufriedenheit in unsere Herzen bringen. Das wäre mein Osterwunsch.

Euer Richard Brummeissl

Allen unseren Lesern wünschen wir ein frohes OSTERFEST!

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