Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 179
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Úmrtní oznámení: Heinrich Kempf, Josefini Lorenz, Maria Strohmeier, Josef Müller

Todesanzeigen: Heinrich Kempf, Josefini Lorenz, Maria Strohmeier, Josef Müller

Du bist befreit von Leid und Schmerz, geliebtes, teures Vaterherz. Stets Müh' und Arbeit bis ans Ende, nun ruhen Deine fleißigen Hände, die immer gern für uns bereit. Dein denken wir in Ewigkeit. So schnell bist Du von uns geschieden, ruhe sanft in Gottes Frieden.

Allen Freunden und Bekannten aus der alten Heimat geben wir die traurige Nachricht, daß mein lieber guter Gatter, Vater, Opa, Uropa, Onkel und Pate,

Herr Heinrich Kempf

geb. 20. 7. 1901 gest. 9. 1. 1985

Bauer vom Riesenhof aus Leßnitz, versehen mit den hl. Sakramenten, nach kurzem Leiden verstarb.

In stiller Trauer:

Anna Kempf, geb. Breitfelder, Gattin
Traudl Hess, geb. Kempf, Tochter
Karl Hess, Schwiegersohn
Erwin Hess und Familie, Enkel
Elisabeth und Familie, Enkelin
Waltraud und Familie, Enkelin
Marleus, Stefan, Manuela, Bernd u. Christian, Urenkel

Lettgenbrunn im Spessart, im Januar 1985

Allen Freunden und Bekannten wird bekanntgegeben, daß

Frau Josefini Lorenz

im 89. Lebensjahr in München verstorben ist.

Diese Mitteilung machte Landsmann Walter Füssl, der auch den Bezugspreis für den HB für sie entrichtete. Wer Frau Lorenz noch in Erinnerung hat, wird ihrer gedenken.

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Eine Waldgeschichte

Es gibt hier bei uns den sterbenden Wald. Die Zeit bringt es so mit sich, man hört und liest es täglich in den Zeitungen, hört es im Radio und auch das Fernsehen steht bei diesem Rummel nicht zurück. Mit vielen Hoffnungen sehen wir den Entscheidungen entgegen, die dem Wald helfen sollen.

So denke ich oft an unseren heimatlichen Wald, den es ja noch mehr mitgenommen haben soll. Was hat uns der Wald damals an guten Gaben geboten. Wie reichlich waren die Früchte des Waldes einst vorhanden. Man brauchte nur hinzulangen und sie nach Hause tragen. Die herrlichen Schwarzbeeren — wir sagten nicht Heidelbeeren —, die saftig und süß von ihrem grünen Laub leuchteten, haben wir eimerweise heimgetragen. Damals wuchsen sie und reiften an allen Wegrainen. Dann kamen die Preiselbeeren, die Himbeeren, die Walderdbeeren und die Brombeeren. Das Füllhorn des Waldes war unerschöpflich gewesen. An allen Sträuchern und Stauden wuchs etwas, das man pflücken und im Haushalt zur Aufbesserung der Mahlzeiten verwenden konnte. Die Haselnüsse waren besonders begehrt, denn sie eigneten sich fabelhaft für feineres Gebäck. Es gab aber auch sehr viele nicht eßbare Früchte, wie die Hundsbeeren, die sehr verlockend in ihrer roten Färbung ausgesehen haben.

Aber besonders waren die „Schwoammer" begehrt. Die schönsten und besten wohl die Steinpilze. Doch Birkenpilze und Rotkoppe schmeckten ebenfalls ausgezeichnet. Das Suchen dieser Köstlichkeiten war allerdings etwas mühevoll. Das ofte Buckeln und Heben der tiefhängenden Äste war manchmal recht schwergefallen. So mancher Schönfelder oder Schlaggenwalder hatte einen bestimmten Schwoammaplatz, den er geheimnisvoll hütete. Aber ab und zu stieß auch ein Unbefugter auf so einen gehüteten Platz. Doch es reichte für beide. Schön wurden die größten und gesunden Pilze in Scheiben geschnitten und getrocknet. Besonders gut schmeckte im Winter die Kartoffelsuppe, in der sich einige Schwammerln befanden.

Aber nicht nur die aufgezählten Kostbarkeiten wurden aus dem damals gesunden Wald heimgetragen, sondern er lieferte auch noch den Hausbrand. Fleißig mußten die Holzfäller das Werk verrichten. Weithin hörte man die Sägen singen und das Beil hallen. Wenn so ein Baumriese fiel, das war ein Zischen und Krachen, daß man richtig Angst bekommen konnte. Kaum war der Baum gefallen, da ging es an das Aushacken der Äste. Es blieb kein Stückchen in unseren Wäldern liegen. Sie wirkten stets wie ausgekehrt. Sollte er deshalb so gesund gewachsen sein? Unrat oder leidige Abfälle waren da nicht zu sehen. Der Wald roch auch damals nach Harz, eben wie ein Wald duften soll.

Die sogenannten „Streu" holten sich die, die Fuhrwerke besaßen. Das wurde schön gehackt und in Büschelchen, die mit einem Strohband umwickelt wurden, dann schön geschichtet. Diese Büschelchen eigneten sich besonders gut für eine scharfe Röhrenhitze, um die „Baochenen Kniadla" zu backen. Auch zum Feuern des Backofens für das eigene Hausbrot fanden die „Strah" — so hieß dieses Brennmaterial — ihre Verwendung. Viele Frauen haben mit dem Buckelkorb das sogenannte „Leseholz" am Rücken heimgetragen. Viele Kilometer weit schleppten sie die Lasten heim. Aber heimlich hörte sich das Knistern dieses Brennmaterials an. Wie gut doch unsere gemäuerten Herde und Kachelöfen gewesen sind und wie gut ein solcher Ofen war, das zeigte sich beim Backen der „Germkniadla" und der feinen Kuchen. Die Hausfrauen hatten da gute Erfahrungen und selten wurde etwas verdorben. Wie schön warm so eine Röhre war, das hatte mancher festgestellt, wenn er seine Füße darinnen wärmen wollte. Mancher Herd hatte ja zwei Röhren, eine untere, die für das Backen gedacht war, und die obere zum Warmhalten des Essens.

Auch unsere Jägersleut kamen auf ihre Kosten. Hasen und Rehe gab es in unserer Gegend sehr zahlreich. Die Hirsche waren schon weit über Lauterbach gegen Sangerberg zu daheim, aber doch noch im Kaiserwald. Der Wald hatte für alle Menschen und zu allen Zeiten eine gesunde Nahrungsquelle geboten.

Nun geht er langsam ein, der schöne Wald. Ob ihn die Vertreibung der Menschen so traurig machte, die ihn einst pflegten, und er auch nicht mehr dort bestehen möchte? Doch hier ist es ja beinahe nicht anders. Schwarz und dürr reckt mancher Baum seine Äste gegen den Himmel, der auch nicht mehr blau zu werden scheint.

Wann werden die zuständigen Personen und Verantwortlichen etwas unternehmen — vor allem etwas Vernünftiges, um eine Katastrophe zu verhindern? Soll die fortschreitende Technik alles vernichten dürfen, nur weil der jetzige Mensch nichts von seinem Luxus verlieren möchte? Das alles sind Fragen, die einen sehr beunruhigen. Denn wer von uns denkt nicht an die Kinder und Kindeskinder. Wie sollen diese einmal in einer verödeten Welt bestehen, die wir ihnen hinterlassen? Doch die Hoffnung, daß der Herrgott den Menschen helfen werde, sich aus dieser umweltbelastenden Lage wieder herauszufinden, dürfen wir nicht aufgeben.

Anna Spitzel (aus Schönfeld)

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