Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 179
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Postní a velikonoční doba 1985 – O kříži a žehnání

Passions- und Osterzeit 1985

Liebe Freunde und Landsleute!

Das Grundsymbol des christlichen Glaubens ist das Kreuz Christi. Die Kreuzigung war die schändlichste und grausamste Todesstrafe, die die Römer aus dem persischen Osten übernommen und nur an Schwerverbrechern, ehrlosen Menschen und Kriegsgefangenen vollzogen haben. Der römische Bürger durfte nicht gekreuzigt, sondern nur enthauptet werden. Es dauerte seine Zeit, bis aus dem Zeichen der schändlichsten Todesstrafe der Antike das christliche Segenszeichen wurde. Seit dem 2. Jahrhundert ist das Kreuz auf christlichen Gräbern nachgewiesen, seit dem 4. Jahrhundert schmückte man die Kreuzbalken mit Perlen und Edelsteinen (Gemmenkreuz), die romanische Kunst stellte den Gekreuzigten mit Krone und Festgewand dar. Die gotische Kunst machte aus dem Symbol der Auferstehung und der Wiederkunft das Zeichen des Schmerzes und der Trauer. Moderne Künstler versuchen in ihren Kreuzbildern die beiden Mysterien: Tod und Auferstehung würdig darzustellen. Manche moderne bizarre Kreuzdarstellungen stoßen freilich auch auf den Widerstand gläubiger Menschen.

Dem Bild des gemarterten Christus begegnen wir in der Passionsfrömmigkeit unseres gläubigen Volkes, in den Kirchen und Kreuzwegen, in den Kreuzen an Straßen und Wegen, in den Herrgottswinkeln unserer Häuser und auf den Grabdenkmälern der Friedhöfe. Das Kreuz schmückte die Wände der Schulzimmer und die Gerichtssäle. In vielen Jahrhunderten haben gläubige Menschen zum Gekreuzigten aufgeblickt und haben darin Kraft und Sinndeutung ihres Lebens und Leidens gefunden. Auf dem Grabdenkmal des verstorbenen Generalintendanten der Frankfurter Bühnen, Hans Meisner, und seiner Gattin Hansi Meisner in Oberreifenberg las ich die beeindruckenden Worte: Nulla Crux — Nulla Corona: „Ohne Kreuz — keine Krone".

In unserer Zeit hören wir leider oft die Parole: Das Kreuz muß weg! Das ist nichts Neues, denn schon in der Heiligen Schrift lesen wir, daß das Kreuz vielen Torheit und Ärgernis war. Zu allen Zeiten hat es Lästerer gegeben, die das Kreuz schmähten und schändeten und den Gekreuzigten aus dem Blickfeld verbannten. Für die Bolschewisten ist das Kreuz immer Zeichen und Zielscheibe ihres Hasses. Das Dritte Reich hat das Hakenkreuz an Stelle des Christuskreuzes gesetzt. In den Staaten des Ostens wird das Bekenntnis zum Kreuz zur Anklage vor den Gerichten. Und in unserem Land: In den Massenmedien begegnen wir blasphemischen Darstellungen des Kreuzes und der Kreuzverehrung. Aus den Schulzimmern mußte es vielerorts verschwinden, weil man andersgläubigen Kindern, auch wenn es oft nur ein einziges in der Klasse war, den Anblick des Kreuzes nicht zumuten könne. Aus einem Gerichtssaal in Bonn wurde das Kreuz entfernt, weil 26 randalierende angeklagte Studenten die Entfernung des Kreuzes über dem Richtertisch forderten, weil sie sich durch den Anblick des Kreuzes „psychisch beeinträchtigt fühlten" und sich dabei auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes beriefen, wonach eine psychische Beeinträchtigung durch das Kreuz im Gerichtssaal möglich ist. Das Kreuz wurde entfernt, aber das wissen wir ganz sicher, das Kreuz wird sie alle überleben, die heute durch seinen Anblick „psychisch beeinträchtigt" sind.

Das so oft gelästerte Kreuz ist für uns katholische Christen zum Segenszeichen geworden. Im Alten Testament, aber auch in anderen Religionen kennt man den Segen und die Segnung einer Sache oder eines Menschen. Das Alte Testament kennt verschiedene Segensgebete und Segensgebärden: die Auflegung der Hände oder die Ausbreitung der Hände über den zu Segnenden.

In der katholischen Kirche wird die Segnung und der Segen mit dem Zeichen des Kreuzes, dem Zeichen der Erlösung, verbunden. Einen Menschen segnen heißt, ihn der Güte Gottes empfehlen und unter den Schutz des Kreuzes stellen. Nicht nur der Priester darf segnen, sondern auch

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