Seff Heil im Bayerischen Rundfunk
Beim 60jährigen Jubiläum des Bayerischen Rundfunks war Seff Heil für die Egerländer mit von der Partie. Der freundliche Egerländer mit der wohlklingenden sonoren Stimme war durch die Sendereihe „Am Abend in der Stubm" im Bayerischen Rundfunk längst zu einem beliebten Interpreten Egerländer Art geworden. Auf vielfachen Wunsch hat nun Seff Heil von seinen Egerländer Mundarterzählungen, unterhaltsam verschönt durch recht gut gelungene, abwechslungsreiche musikalische und gesangliche Beiträge der Egerland-Jugend, zwei neue Ton-Cassetten „Eghalandrisch mit Seff Heil" erstellt. Die 1. Cassette informiert über „Egerland und Egerlander" (A) sowie über „Egerländer Musiker und Musikanten" (B). Die 2. Cassette bringt die „Christkindlzeit im Egerland" (A) und „Im Egerland, wenn Kirchweih ist" (B). Die Texte sind von Seff Heil und Herta Huber. Beide Cassetten kann man zum Stückpreis von je 16 DM einschließlich Verpackung bei Seff Heil, Seidelstr. 7a, 8458 Sulzbach-Rosenberg oder bei Herta Huber, Untere Dorfstr. 2, 8963 Martinszell, bestellen. Heutzutage hat doch jeder Haushalt einen Rundfunkempfänger mit Cassetteneinlage. Es gibt keine einfachere Möglichkeit, sich die Heimat Egerland ins traute Heim oder in den Gmoi-Abend zu holen als „Eghalandrisch mit Seff Heil". Für viele Hausfrauen, ob sie nun in der Küche arbeiten oder stricken oder häkeln, sind diese Cassetten, aus denen die Worte unseres Landsmannes sowie Musik und Gesang der Jugend dringen, einfach die Stimmen der Heimat Egerland.
Dr. Josef Suchy
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Von Jahr- und Viehmärkten
Früher waren im Egerland die Jahr- und Wochenmärkte, bzw. auch die Viehmärkte ein besonderes Ereignis für die Land- und Stadtbevölkerung. Nicht nur, daß man zum Einkauf oder zum Handel hinging, sondern die Märkte gaben Gelegenheit zu menschlichen Kontakten mit breiten Bevölkerungsschichten aus nah und fern. Man traf auch alte Freunde, Bekannte, schloß neue Bekanntschaften und Kontakte am Markt, der damals eine Art Gleichbedeutung mit den heutigen Volksfesten zeigte. Besonders ist hier der Kirchweihmarkt zu betonen. Dieser Markt und die dazu gehörenden Volksbelustigungen für jung und alt gaben einen weiteren Anstoß, mal auf den Markt zu gehen. Es wurde am Markt nicht nur verkauft und gekauft, man besprach auch die Zukunft der heranwachsenden Söhne und Töchter, arrangierte die Heirat derselben.
Der Markt bot sich auch als wichtige Informationsquelle an. Man erfuhr Neuigkeiten aus der Politik, Handel und selbstverständlich aus dem Privatleben. Der berüchtigte Tratsch und Klatsch der Marktweiber hat bis in die Gegenwart noch seine Gültigkeit.
Die Kirchweih ist ursprünglich das Erinnerungsfest der Kircheneinweihung, die zugleich der Festtag des Kirchenpatrons sein konnte. Da aber die weltliche Feier die kirchliche bald überwog, ergab sich die Notwendigkeit, die vielen und nicht selten üppigen, ausgelassenen Feste der einzelnen Dörfer zusammenzulegen, meist auf den Herbst. Doch wird auch heute noch zuweilen das Kirchenpatronfest von der allgemeinen Kirchweih oder „Allerweltskirchweih" unterschieden.
Wie bei der Kirchweih verbindet sich in Jahrmarkt die Vorstellung von kirchlicher Handlung, Geistlichkeit und Markt, eine Verbindung,die auch die Antike kannte und damals im Egerland am stärkstens in Wallfahrtsorten in Erscheinung trat. Es ist aber auch möglich, daß die Entwicklung manches Jahrmarktes aus heidnischen Herbst- oder Totenfesten hervorgegangen ist.
Der Viehmarkt erhielt seine alten, eingefleischten Rechtsnormen und -formeln besonders zäh bei der ländlichen Bevölkerung. Handschlag ist hier Vertrag, „Wie es geht und steht", „schlecht für gerecht", hörte man auf den Viehmärkten zum Zeichen des Verzichts auf Bürgschaft und Gewähr. Noch heute gilt der Handschlag bei den Egerländern als wichtige Ausdrucksform zwischenmenschlicher Beziehungen. Ein Relikt aus unserer bäuerlichen Vergangenheit.
Jahr - und Viehmärkte im Heimatkreis Elbogen
(Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)
Chodau:
Jahrmarkt am 2. Dienstag im März
Viehmarkt am 2. Dienstag im Oktober (falls Feiertag, tags vorher)
Kirchenfestmarkt an Laurentius (10.8.) und folgenden Sonntag
Viehmarkt jeden 2. Dienstag im Monat
Elbogen:
Jahrmarkt am Dienstag vor Pfingsten, am 1. Mittwoch im September, an Martini (11.11.), (wenn Feiertag, tags vorher)
Brotmarkt am Gründonnerstag, am 2. Donnerstag vor Weihnachten
Wochenmarkt jeden Donnerstag
Viehmarkt jeden 1. Montag im Monat
Lauterbach:
Jahrmarkt an Johannestag (24.6.)
Viehmarkt am Montag nach dem Rosenkranzfest (1. Sonntag im Oktober)
Neusattel:
Jahrmarkt an Christi Himmelfahrt, an Wenzel (28.9.)
Schlaggenwald:
Jahrmarkt am Montag nach Septuagesima (9. Sonntag vor Ostern)
Viehmarkt am Samstag vor Palmsonntag, am Montag nach Mariä Geburt (8.9.), am Samstag vor Adam und Eva (24.12.) [ist Hl. Abend am Sonntag, so eine Woche früher]
Viehmarkt jeden 2. Montag im Monat
Wochenmarkt an jedem Montag
Getreidemarkt an jedem Mittwoch
Schönfeld:
Jahrmarkt am Montag vor Bartholomäus (24.8.)
Viehmarkt am Montag nach Martini (11.11.)
Viehmarkt jeden 2. Donnerstag im Monat
Gerald Deistler
Der Schlaggenwalder Heimatbrief ist die letzte Brücke zur Heimat!
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