Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 178
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Vánoční pečení

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eigenartige Stimmung auf. Der Stadtbummel durch die Innenstadt schließt sich an. Am Marienplatz duftet es nach Glühwein und gebrannten Mandeln. Gut durchwärmt vom heißen Schluck durchstreifen wir den Christkindlesmarkt, erstehen noch Allgäuer Klötzenbrot und etwas Marzipan. Dann wandelt man schauend und staunend um den alten Peter zum Viktualienmarkt. Was hier aufgebaut ist, kann man niemals ganz erfassen — doch schnell denkt man nach „drüben", wenn sie das sehen könnten! — Doch nicht Trübsal blasen ... es ist eben so.

Da fällt mir die Ida Schumacher ein, als Marktfrau mit ihrem lustigen Vortrag: „A schöin Gansel, gnä' Frau — woll'ns oans mitnehma — aber die gnä' Frau findet, daß dös Ganserl schon ganz schön blau ist. „Woos — ja mei — da leg'n hålt Sie sich amål her — åls a Nackata — dånn san sa wahrscheinlich auch blau ...! Henna — greissliche — grantelt die Marktfrau nach der gnä' Frau! München — Weltstadt mit Herz — möchte man feststellen ...

Doch selbst ein wenig durchfroren geht der Tag daheim weiter. Nach einem kleinen Mittagessen folgt der Gang zum Westfriedhof. Ein alter Brauch, den verstorbenen Angehörigen ein geschmücktes Bäumchen zu bringen und ein Lichtlein anzuzünden.

Daheim wird bis zur Bescherung ein Rumtee in Susannes Zimmer getrunken, weil das Wohnzimmer tabu ist — wegen dem Christkind! Somit steigt die Erwartung und es gibt rote Backen und glänzende Kinderaugen. Doch dann ist es endlich soweit. Vater zündet die Kerzen am Baum an und Mutter sitzt am Klavier und singt ein Weihnachtslied ...

Überraschung bei alt und jung — und viele Freude beim Auspacken der Geschenke. Damit wir nun zum traditionellen Hl. Abend-Essen kommen, wird der ganze Tummelplatz von Bandln und Auspackpapieren liegengelassen und an dem festlich gedeckten Tisch Platz genommen. Die Hausfrau hat alles vorbereitet und der Hausvater liest erst einmal das Weihnachtsevangelium vor ... Es herrscht andächtige Stille.

Wir zwei Großeltern sitzen nebeneinander am Tisch unserer Kinder und denken mit Wehmut an unsere von uns gegangenen Lebensgefährten ... Die Tränen kommen nun doch.

Wieder schmeckt die Erbsensuppe sehr köstlich und der Karpfen blau und gebacken ebenso und die guten Salate in reicher Auswahl und Kompott. Zum Trinken ein Münchner Bier.

Ohne Christmette hat nie ein Hl. Abend geendet!

So fahren wir in die Stadtkirche St. Bonifazius. Abt Othelo Lechner zieht ein mit vielen Patres in die ehrwürdigen hohen Hallen. Hinter einer Säule versteckt bin ich dann doch ein wenig eingeschlafen ... nach dem monotonen Gesang der Mönche; als aber die Fanfaren das Halleluhjah schmetterten und ich erwachte, da wußte ich im Augenblick selbst nicht, ob ich vielleicht schon im Himmel bin? Beim Schlußlied wußte ich es dann genau — und es war mir lieber so. „Welt ging verloren, Christ ist geboren, freue dich o Christenheit!"

Nachhause sind wir noch über den Marienplatz gefahren, um den riesigen Christbaum anzusehen, dessen Lichter zum nachtdunklen Himmel emporschienen. Unser größtes Zeitproblem!... Lieber Gott, sei ein bißchen nett und laß unseren Wald nicht sterben ...!

Eigentlich wär's das wohl und es gibt nichts hinzuzufügen. Außer, daß es daheim dann noch Christstollen mit Butter und Honig gab und Punsch — dann war „stille Nacht, heilige Nacht"!

Anna Neidhart

[obr] Weihnachtsgebäck und ein Glas auf einem Tisch, dazu ein Messer.

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