Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 177
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Nezapomenutelný výlet na kole do Horního Slavkova (Schlaggenwald)

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wir unseren Radausflug fort. Von der anderen Seite der Eger grüßten die legendären Steingestalten der „Hans Heilingsage" herüber. Nun ging es Elbogen entgegen. Auch dort kaum Menschen in den Straßen, nur einige Kinder spielten auf dem Marktplatz. Als wir ins Zechtal kamen, wurde mir recht wehmütig ums Herz. Wie würde ich es wiederfinden, das Tal meiner Kindheit? Schon rauschte der so vertraute Flutbach an uns vorbei. Wie oft habe ich mich mit den Zechkindern darin getummelt und die immer wippenden Bachstelzen und Lichteffekte der sonnebeschienenen Wellen und überrieselten Steine bewundert. Das Bahnviadukt kam nun in Sicht, die Straße nach Naillesgrün, die ich so oft mit Großmutter zum Milch holen gegangen bin, und der links abbiegende Weg ins zauberhafte Silberbachtal. An der Porzellanfabrik und Flügels Gasthaus vorbei ging es nun dem Zentrum meiner Kindheitserinnerungen entgegen. An der kleinen Holzbrücke über die Flut angelangt, bat ich die zwei Freunde kurz zu halten. Die uralte Baumallee führte wie einst zum großen Tor des Maschin-Gebäudes. Alle Kindheitsimpressionen ließ ich jetzt im Geiste nochmals an mir vorüberziehen. Das große burgähnliche, mit massiven Granitplatten ausgelegte Vorhaus, das zum Teil als Remise für einige abgestellte Chaise diente, die der Fabriksleitung gehörten. Diese boten uns Kindern ideale Spielmöglichkeiten. Ein langer, immer dämmriger, auch im Sommer kühler Gang, führte zur Wohnung meiner Großeltern (Fritz und Hedwig Neidhart — mütterlicherseits —). Im selben Erdgeschoß-Gebäudeteil wohnten auch noch die Familien Hammernigg und Marterer. Ein rückwärtiger Ausgang führte in unser eigentliches Kinderreich. Da war der immerplätschernde Brunnen mit dem großen und tiefen eisenreifenumspannten Holzbottich, in dem große Karpfen und flinke Forellen herumschwammen. Da war ein halbverfallener alter Mauerturm, der wie uns Kindern schien, so viele Geheimnisse barg. Da war schließlich das Hintergebäude mit Herrn Gareis und seinem kleinen zoolog. Museum. Präparierte Schlangen, Eidechsen und vielerlei anderes Getier erweckten unser Staunen, aber das Hauptstück war ein großes Krokodil, das uns bei jeder Besichtigung immer wieder aufs Neue schaudern ließ, obwohl es nur ausgestopft war. Herr Gareis wird sich über uns nicht wenig amüsiert haben. Auch an den feierabendlichen Zusammenkunftsort der alten Herren dachte ich, der dem Maschinengebäude auf halber Bergeshöhe gegenüber liegt. Auf einer größeren rasenbewachsenen Abplattung ragten dort eigentümlicherweise eine fast geordnete Reihe sitzähnlicher Steine aus dem Boden, die die alten Herren auch als Sitzgelegenheiten benutzten. Es sah fast so aus, als wurden diese in prähistorischer Zeit von unseren Altvordern für diesen Zweck hingesetzt. Großvater und seine Freunde, die Herren Schenk, Lang, Marterer und noch einige, besprachen da immer die Neuheiten aus dem „Prager Abendblatt". Diese Zeitung mit liberaler Grundhaltung, war damals in den 20er Jahren in unserer alten Heimat sehr beliebt. Hatte sie doch ein gewisses literarisches Niveau, denn so illustre Schriftsteller wie Franz Kafka, Franz Werfel, Max Brod, Rober Musil u.a. kamen darin häufig zu Wort. Doch uns Kinder plagten andere Freuden. Wir tobten inzwischen recht ausgelassen herum, bis die Dunkelheit hereinbrach. Das war dann der Zeitpunkt, wo Großvater immer sagte: „Kinna gäits ham, murgn fröih is d'Nocht älla!"

Mich langsam von diesen Erinnerungen lösend, radelten wir endlich weiter. Die Klöpperlmühle kam langsam heran. Die Rosl, die Müllerstochter, sie war das Patenkind meiner Mutter, beseelte mit ihrem heiteren Gemüt die ganze Mühle, ihr fröhliches Lachen, und das hatte sie stets bereit, tönt mir heute noch in den Ohren. Auch da mußte ich schweren Herzens weiterradeln, denn war ich schweren Herzens, ob sich nicht schon darin die neuen Herren etabliert hatten. Weiter ging es im sommerlichen Zechtal Schlaggenwald entgegen. In der Neustadt angekommen, mußte ich unbedingt bei Tante Lini (Schröck Lina) einen Kurzbesuch machen. War sie doch eine meiner Lieblingstanten. Sie war sehr erstaunt, mich in dieser unsicheren Zeit mit dem Rad unterwegs zu sehen. Kredenzte mir nach alter Tradition ein Glas frische schäumende Ziegenmilch, die ich so zu schätzen wußte. Nach kurzem Austausch unserer gegenseitigen Sorgen, mußte ich mich wieder verabschieden. Die zwei Freunde besichtigten inzwischen den schönen alten Marktplatz. Das uralte Kopfsteinpflaster, wie oft mögen meine Vorfahren darübergegangen sein. Getragen zur Taufe, gefahren zur Hochzeit und nochmals gefahren zur letzten Ruhe. Nun erlebt es auch noch das Ende einer tausendjährigen Besiedelungsgeschichte mit all den geweinten und ungeweinten Tränen der Betroffenen.

Noch ein Kurzbesuch war geplant und zwar bei Tante Marie (Marie Dörfl) im mittelalterlichen Niedermannhaus am Marktplatz. Wie viele menschliche Schicksale muß dieses alte Gebäude in all den Jahrhunderten erlebt haben. Auch meine Großeltern (väterlich) haben ein glücklichen und sicher auch sorgenvollen Tagen ausgefülltes, langes Leben darin verbracht. Großvater betrieb in einem kleinen Anbau über ein halbes Jahrhundert seine Uhrmacherei. Wie

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