Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 176
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Jednoho dusného letního dne

An einem schwülen Sommertag

Der Sommer damals war sehr heiß. Nach einer langen Reihe himmelblauer Tage, an denen die Luft vor Glut zitterte, hingen eines Morgens düstere, schwefelschimmernde Wolken über dem Land. Drückende Schwüle legte sich feucht auf die Haut und trieb stichelnd Rinnsale über Hals und Rücken.

Meine Großmutter saß auf der Bettkante und klagte über einen Eisenreifen um den Kopf und heftiges Herzklopfen bis in den Hals. Wir Kinder waren gereizt und mißmutig. Wir durften angesichts des drohenden Wolkengebrodels nicht an die Tepl, um uns in ihrem kalten, klaren Wasser zu erfrischen. Jeden Augenblick könnte das „Wetter" über uns hereinbrechen, wie Großmutter meinte, und dann könnte es uns nicht mehr möglich sein, noch rechtzeitig in Sicherheit zu kommen. Wir maulten und bettelten zwar, aber die alte Frau ließ sich nicht erweichen.

Da setzten wir uns auf die kühlen Steinstufen neben dem erkalteten Backofen und sahen den Hühnern zu, wie sie im Mist scharrten, und wie der Hahn immer wieder seinen Hals reckte und aus voller Kehle krähte. Später spielten wir „Ignaz hat ein Schwein geschlachtet". Dabei vergaßen wir sehr bald unsere schlechte Laune, lachten und tobten so wild durcheinander, daß unsere Großmutter einige Male angerannt kam und uns ermahnte, daß wir doch „ein bisserl stader" sein sollten, denn ihr Kopf sei schon wie ein Tränkschaffel, jeder Schrei durchfahre sie wie der Blitz. Wir gaben uns ja wirklich große Mühe, etwas „stader" zu sein, aber sehr bald hatten wir beim Spiel es vergessen und unser Geschrei dröhnte wieder über den Hof.

Nach dem Mittagessen — das Unwetter war noch immer nicht vom Himmel gefallen — legte sich Großmutter „aufs Ohr", denn sie hoffte so sehr, daß sie dadurch den Eisenreifen um den Kopf und das Pochen im Hals loswerden würde. Mein Bruder und die beiden Vettern zogen mit dem Weinhart Franzl aus, um nach Abenteuern Ausschau zu halten. Wir drei Mädchen suchten indessen Kühle im Weinhart-Haus. Dort gingen wir mit Marianne die steile Holzstiege hinauf in die Stube, wo bei den beiden seitlichen Fenstern das dunkle Laub eines Weichselbaumes fast ins Zimmer wuchs. Gleich daneben stand auch das Klavier. Marianne hämmerte immer wieder darauf:

„Das ist doch keine Sache nicht, den ganzen Tag kein Kaffee nicht, der Mensch ist doch kein Affe nicht!" Und wir sangen dazu und freuten uns derart über diesen blödsinnigen Vers, daß wir laut quieksten. Tante Agnes rief von der Gasse hoch, daß wir nun endlich mit dem Lärm aufhören sollten. Sie war also auch gereizt, denn wenn Tante Agnes schon einmal schimpfte, dann mußte das Getöse fürchterlich sein.

Da suchten wir nach neuen Möglichkeiten der Kurzweile. Wir waren damals in dem Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren. Eine Zeit, in der sich bei den meisten Mädchen die eitle Eva zu regen beginnt. Wenigstens war das dazumal noch so. Was lag deshalb näher, als Mariannes Kleiderschrank zu inspizieren. Er war, wie ich mich gut erinnere, stets auf das Angenehmste gefüllt. Marianne führte uns die einzelnen Schöpfungen vor, indem sie sie samt Kleiderbügel vor ihren Körper hielt und sich dabei in den Hüften wiegte. Besonders interessante Stücke sortierten wir heraus und probierten sie an. Dabei machten wir eine aufregende Entdeckung. Die Oberteile waren bei den einzelnen Trägerinnen verschieden gefüllt, zwischen sackleer und vollknospend. Wir waren überzeugt, daß da ein „Busenhalter", wie zu jeder Zeit dieses Wäschestück noch genannt wurde, ausgleichende Wirkung haben könnte. Mangels Masse, wie das auch bei mir der Fall war, konnte man diskret eine Watteschicht unterlegen. Marianne kramte aus ihrem Handarbeitskorb Garn und Häkelnadeln. Wir begannen sodann mit der Arbeit. Wir häkelten, probierten an, trennten wieder auf und amüsierten uns. Laut zu lachen wagten wir nicht, da wir fürchteten, daß Tante Agnes kommen könnte, um nach uns zu sehen. Es wäre uns äußerst peinlich gewesen, wenn sie von unserer Tätigkeit Kenntnis erhalten hätte. Wie haben sich doch seit damals die Sitten gelockert! Wir waren aber trotzdem glücklich. Es blieb uns viel Zeit für Träumerei, aber das ist ein anderes Kapitel.

Nun aber wieder zu unserer Häkelei.

Was dabei entstand, hätte Sie, lieber Leser, so richtig ergötzt. Zwischen leichtgewölbten Topfuntersetzerchen und Eierwärmerchen gab es die verschiedensten Möglichkeiten. Wir hielten uns die diversen Körbchen vor die mehr oder weniger kindliche Brust und platzten

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