Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 176
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Nová biografie skladatele Johanna Josepha Aberta

Bücher: Der Komponist Johann Joseph Abert

Bücher

Beiträge zur Musikgeschichte der Sudetendeutschen

Der Komponist Johann Joseph Abert

Neuerscheinung seiner Biographie

Der Verlag Dietrich Pfaehler eröffnete seine neue Buchreihe „Beiträge zur Musikgeschichte der Sudetendeutschen" (Herausgeber: Widmar Hader) mit dem verbesserten und ergänzten Neudruck der 1916 erschienenen Erstausgabe eines der bedeutendsten Werke über einen sudetendeutsche Komponisten:

Hermann Abert: Johann Joseph Abert (Sein Leben und seine Werke). Verlag Dietrich Pfaehler, Bad Neustadt a. d. Saale, 1983, 242 Seiten, 16 Abbildungen, zahlreiche Notenbeispiele, DM 42,—.

Johann Joseph Abert, 1832 im nordböhmischen Dorf Kochowitz geboren, kam nach dem Besuch des Prager Konservatoriums im Sommer 1853 als Hofmusiker nach Stuttgart (zunächst als Kontrabassist), trat hier aber bald mit eigenen, zunächst meist sakralen Kompositionen in Erscheinung. Studienaufenthalte in Paris und London brachten 1860 eine Fülle von künstlerischen Anregungen. Seit Beginn der sechziger Jahre gewann Abert rasch Anerkennung als Opernkomponist, der sich trotz aller Öffnung für künstlerische Einflüsse der Zeitgenossen erfolgreich um eine eigenständige, unverwechselbare Position im Spannungsfeld zwischen Meyerbeer, Rossini und Wagner bemühte. Mit seiner Oper „Astorga" und mit dem musikalischen Seegemälde „Columbus" errang Abert Weltruhm. In der großen künstlerischen Auseinandersetzung des 19. Jahrhunderts wollte Abert die Form der großen französischen Oper mit dem Geist der deutschen Oper erfüllen.

Im Jahre 1867 berief ihn der König von Württemberg zum Hofkapellmeister in Stuttgart. Diese Stellung bekleidete Abert bis 1888. Als Kapellmeister hatte er vor allem Vermittler und Interpret anderer zu sein, im Ruhestand konnte er sich wieder eigener schöpferischer Tätigkeiten zuwenden. Neben der Oper „Die Almohaden" entstanden vor allem sinfonische Werke.

Der Komponist Johann Joseph Abert hatte das Glück, in seinem Sohn Hermann Abert, einem anerkannten Musikwissenschaftler, einen kongenialen Biographen und Interpreten zu finden, dessen Text familiäre Verklärung vermied und sich auch fast siebzig Jahre nach seiner Niederschrift noch behaupten kann und angesichts der Neuentdeckung des späten 19. Jahrhunderts wieder an Wert und Aussagekraft gewinnt.

Der Lebensabriß Johann Joseph Aberts und die Interpretation seiner Werke vermitteln gleichzeitig ein lebendiges Bild seiner sudetendeutschen Heimat in Kochowitz, Gastorf, Böhmisch-Leipa und Prag sowie des Stuttgarter Kultur- und Musiklebens im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und vor dem Ersten Weltkrieg und rufen vieles in Erinnerung, was im Schattenreich der Vergangenheit zu versinken drohte.

Das Buch wurde von Frau Prof. Dr. Anna Amalie Abert, der Enkelin des Komponisten, ergänzt und mit einem Vorwort versehen.

Wie lebenskräftig Aberts Musik ist, zeigte sich bei den Aufführungen der Ballettmusik aus „Astorga" und des Vorspiels zu „Ekkehard" durch das Orchester der Sudetendeutschen Musiktage unter der Leitung von Widmar Hader am 9. April 1983 in Bad Kissingen und Pfingsten 1983 beim Sudetendeutschen Tag in Wien. Der Norddeutsche Rundfunk sendete Aberts dritte Sinfonie und sein Streichquartett, ein Zeichen dafür, daß das Interesse an Aberts Musik wieder erwacht. Die Neuerscheinung der Abert-Biographie möge dies kräftig unterstützen.

Verleger, Herausgeber u. verantwortlicher Schriftleiter: Richard Brummeissl, 8756 Kahl/Main, Seligenstädter Weg 60, Telefon (06188) 2359 — Postscheckamt 1, 6000 Frankfurt/M., Konto-Nr. 327195-609 — Preis je Stück, 2,50 DM.
Herstellung: Kolb-Verlag, 8757 Karlstein/Main, Postfach 1145

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