Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 175
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Dary pro naše staré krajany a různá sdělení

Spenden für unsere alten Landsleute und verschiedene Mitteilungen

Spenden für unsere alten Landsleute:

Relli Hahn, geb. Dörfl, Feldstr. 44 in 5090 Leverkusen 3 DM 30,—
Hermann Kempf, Gerhard-Hauptmann-Str. 2, in 86 Bamberg 10,—
Irene Rannert, geb. Rödig, Wendinger Str. 40 in 8860 Nördlingen 7,50
A. Riedl, Schönbrunner Str. 27 in 8485 Floß 10,—
A. Pöttig, Taunusstr. 25 in 6209 Aarbergen 2 5,—
Anna Simon, Elsterweg 32 in 3180 Wolfsburg 1 10,—
Dieter Paulus, Goethestr. 55 in 6050 Offenbach 10,—
Ewald Jehmlich, Görlitzer Str. 4 in 3003 Ronneburg 1 10,—
Georg Schindler, Hahnenfeldstr. 20 in 8939 Bad Wörishofen 35,—
Hans Kolb, Habsburgerstr. 7 in 8070 Ingolstadt 35,—

Bestand nach HB. 174 DM 162,50
+ 565,55
728,05
5 Pakete an Landsleute in der Ostzone á 55,— DM = 275,— DM - 275,—
10 Blumengrüße an die in den Heimen befindl. Landsleute - 200,—
An 2 unbemittelte Landsleute 100,— - 100,—
Jetziger Bestand DM 153,05

Verschiedene Mitteilungen

Herzlichen Dank!

Frau Anna Egerer, geb. Lochschmidt aus Schönfeld, bereichert unseren HB mit sehr schönen Beiträgen aus der Heimat. Viele Schlaggenwalder denken gerne an unser Nachbarstädtchen Schönfeld. So manche gemütliche Stunde wurde dort in den gastlichen Wirtshäusern zugebracht. Ich möchte nocheinmal daran erinnern, daß es ein Heimatbuch der Schönfelder gibt und nehme an, daß sich Landsleute dafür interessieren und sich dieses Werk anschaffen. Frau Egerer sage ich auf diesem Wege recht herzlichen Dank unserer Landsleute.

Nouze naučí Šimona truhláře chytrosti

Not macht erfinderisch

Wenn man heute die vollen Geschäfte und die gutgenährten Leute sieht und selbst an einem reich gedeckten Tisch sitzen kann, dann denkt man auch oft an vergangene Notzeiten. Im I. Weltkrieg soll es besonders schlimm gewesen sein, und unsere älteren Landsleute werden sich sicher noch erinnern.

Unser Nachbar war Möbel- und Sargtischler. Nebenbei betrieb er auch eine kleine Landwirtschaft. Abends saßen wir oft auf der Bank vor unserem Haus, und da erzählte er uns manches mal, was er damals alles erlebte, und wie er einmal der Obrigkeit ein Schnippchen schlug und dadurch immer genug zu essen hatte.

In jenen Jahren wurden von Zeit zu Zeit Kommissionen zusammengestellt, die die Häuser von oben bis unten nach Lebensmitteln durchsuchten und beschlagnahmten, was davon nach den Vorschriften zuviel eingelagert war. Was dabei übrig blieb, war, wie man so sagte, zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Also baute der Simon-Tischler, der die Särge sonst nur für den jeweiligen Bedarf anfertigte, noch zwei auf Vorrat zusammen, strich sie schwarz an, verzierte sie stilgerecht mit Silberborten und hing sie mit einer Halterung an der Decke auf.

Kam nun einer der Kommissionen in sein Haus, so konnte sie nicht das Mindeste finden, wie sehr sie es auch durchsuchte. Daß die Särge gefüllt sein könnten, darauf kamen sie nicht. Und daß sie von einer Kontrolle zur anderen immer noch da waren, verwunderte nicht. Er hatte sich ja im Maß geirrt, und es hatte immer noch keinen passenden „Kunden" gegeben.

Zu seiner Frau jedoch, die sich bald an diese sonderbaren „Almat(n)" (Vorratsschrank) gewöhnt hatte, pflegte er, wenn die Gefahr des Entdecktwerdens wieder einmal vorbei war, zu sagen: „Alta, döi Goßl hamma wieder amal droa kriögt!"

Anna Egerer (Lochschmidt) aus Schönfeld

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