Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 174
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Jsem Danubius

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Protože jsem měl v úmyslu napsat na toto téma celé vícesvazkové dílo, před policií jsem to popíral. Avšak vzhledem k mnoha šikanám a výslechům to už zapírat nebudu. Jako historik jsem napsal pravdu, o níž nemohou diskutovat ani státní zástupci, ani policisté. Napsal jsem ji z vlastního přesvědčení, z přesvědčení, že tento národ sám sebe před dějinami zostudil a zneuctil, že se dopustil strašného zločinu, který se mu dříve nebo později musí vrátit.

Napsal jsem, že přední českoslovenští politici mysleli jen na pomstu, a ne na budoucnost, že prezident Beneš odvodil se Stalinem z mnichovského komplexu jedinou možnou alternativu, která se stala pro Československo osudovou – prezident republiky se vůči východní velmoci, poslední koloniální mocnosti světa, zavázal na staletí připoutat národy Československa k Rusku, protože alternativa se západním německým sousedem byla zničena. Dříve nebo později se vysídlený národ vrátí do své vlasti. Tragédie československých Němců může být využita – nebo zneužita – nesčetnými agresivními silami, jež ve světě rostou.

původní znění

das gänlich liquidiert war, als mir die Leute erzählten, wie zwei deutsche Frauen in Prag Schaufeln in die Hand gedrückt wurden und ihnen gedeutet wurde, es wird diejenige überleben, die die andere erschlägt und wie die Menschenmenge, die sie umstand, ihren großen Spaß daran hatte und den Frauen keine andere Möglichkeit bot, so daß die Eine die Andere schließlich erschlug und selbst kurz darauf ihren Verletzungen erlag, als mir ein alter Mann berichtete, wie sie einen Metzger, der den ganzen Krieg über manchem Tschechen in der harten Okkupationszeit heimlich seine Ware verkauft hatte, nackt bis zum Gürtel so grausam auspeitschten, daß er sich vor einen russischen Panzer warf, um Erlösung zu finden, als ich davon hörte, wie die Revolutionsgarden auf deutsche Frauen am Bahnhof von Zizkov mit Dum-Dum-Geschossen schossen und sie hilflos verbluten ließen, als ich davon hörte, wie sie in Olsany beim Niederreißen der Barrikaden ein junges Mädchen so grausam auspeitschten, daß das Blut aus ihrem Körper spritzte und als fast im Sterben lag, ein russischer Offizier dazukam zu bemerken, das solle man besser sein lassen, denn die brauche man doch zum Arbeiten, wobei der gleiche Russe einen zusammengeschlagenen deutschen Greis an der Friedhofsmauer erschoß, als mir berichtet wurde, wie tschechische Kollaborateure, um sich ihrer Mitwisser zu entledigen, in Prag gefangene deutsche Soldaten an Kandelabern hochzogen und unter ihren Füßen Feuer entzündeten, als mir ein Mann, der von den Nazis zum Tode verurteilt worden war und der in Pankrac auf seine Hinrichtung wartete, sagte, als er das gesehen habe, hätte er bei allem Haß gegenüber den Deutschen gedacht, wir könnten doch etwas Besseres tun, als ich später die Materiale und Dokumente studierte, aus denen ich erfuhr, daß den Neugeborenen in den Konzentrationslagern die Milch verweigert wurde, so daß sie zuhauf starben, daß ein Häftling mit aufgeschlitztem Bauch, aus dem die Gedärme herausragten, sich nicht halten konnte, weil er „Habt acht" stehen mußte, daß man Kinder dazu abrichtete, in die Leichenkammern zu gehen und den toten Körpern einer Deutschen mit Füßen zu treten, daß sie Genugtuung darüber mit den Worten ausdrückten: „Komm doch auch mal diese deutsche Hure treten", als mir ein Mann sagte, er habe Beweise dafür, daß in der Slowakei während des Aufstandes die deutsche Bevölkerung in Kunerad, in Banská Stiavnica (Schemnitz), hinter Mikulás zusammengeschossen wurde, als ich einen Mann berichten hörte, wie er aus solch einem Massengrab, das die Leute sich selbst graben mußten, davongelaufen sei, als mir ein tschechoslowakischer Partisanenoffizier erzählte, wie er 30 deutsche Bergarbeiter aus Handlová (Krikerhan), die zum Grabenausheben in die Gegend von Mikulás geschafft worden waren, auf den Befehl eines sowjetischen Offiziers aus solcher Nähe niederschießen mußte, daß ihm das Blut auf die Jacke spritzte, die er danach abstauben und reinigen mußte, nachdem ich viele Zeugenaussagen über Gewalttaten gelesen hatte, die von der freien, der befreiten tschechischen und slowakischen Bevölkerung an den tschechoslowakischen Deutschen begangen worden waren, an den Deutschen, die jahrhundertelang hier gelebt und eine ganze Zivilisation aufgebaut, kulturelle Werte geschaffen hatten, bis sie dann bis auf wenige Ausnahmen alle mit einem 30 Kilo-Ranzen über die Grenze gejagt wurden, als ich las, wie ihr Besitz geraubt wurde, welche Leiden ihnen zugefügt wurden, die ärger als der Tod sind, da bäumte ich mich dagegen auf, da mußte ich die Thesen über die Aussiedlung der tschechoslowakischen Deutschen niederschreiben.

Da ich die Absicht hatte, ein ganzes mehrbändiges Werk auf dieses Thema zu schreiben, leugnete ich es vor der Polizei ab. Doch im Hinblick auf die vielen Schikanierungen und Verhöre werde ich es nicht mehr verleugnen. Als Historiker habe ich die Wahrheit niedergeschrieben, über die weder die Staatsanwälte noch die Polizisten diskutieren können. Ich habe sie aus eigener Überzeugung niedergeschrieben, aus der Überzeugung heraus, daß sich dieses Volk vor der Geschichte selbst geschmäht, verunglimpft hat, daß es ein furchtbares Verbrechen begangen hat, das früher oder später auf seinen Kopf zurückfallen muß.

Ich habe geschrieben, daß die führenden tschechoslowakischen Politiker nur an Rache und nicht an die Zukunft gedacht haben, daß Präsident Beneš mit Stalin aus dem München-Komplex eine einzige Alternative abgeleitet hat, die für die Tschechoslowakei schicksalhaft geworden ist — der Präsident der Republik hat sich gegenüber der östlichen Großmacht, der letzten Kolonialmacht der Welt, auf Jahrhunderte hinaus verpflichtet, die Völker der Tschechoslowakei an Rußland zu ketten, denn die Alternative mit dem westlichen deutschen Nachbarn wurde vernichtet. Früher oder später wird das ausgesiedelte Volk in seine Heimat zurückkehren. Die Tragödie der tschechoslowakischen Deutschen kann von unzähligen aggressiven Kräften, die in der Welt wachsen, genutzt oder mißbraucht werden.

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