Otto Hofmann aus Rabensgrün schreibt über das Treffen der Landsleute in Kahl
Schon lange war es mein Wunsch ein Schlaggenwalder Heimattreffen mit den dazugehörigen Ortschaften Rabensgrün, Leßnitz, Gfell und was sonst noch alles dazugehört, zu besuchen. Für mich war das Schönste die Begrüßung mit meinem Freund „Drollen Edwin". Wir klopften uns recht kräftig den Rücken und ich bin überzeugt, daß manche Besucher, die diese Szene mitbekommen haben, dachten, das sind ein paar Verrückte. Aber, liebe Landsleute, es war nur die Wiedersehensfreude von zwei Freunden nach dreißig Jahren.
An einem Tisch hörte ich von Landsleuten, der Hofmann Otto, genannt der „Spieß Ottl", ist auch da. Ich wußte nicht, wo ich mit dem Begrüßen anfangen sollte. Leider erkannten die Besucher mich früher als ich sie. Als ich mit dem Händeschütteln so ungefähr fertig war, lief mir mein ehemaliger Bürgerschullehrer, der Zintel Franz, direkt in die Arme. Ich mußte ihn gleich fragen, ob er auch den Haselnußstecken dabei habe. Von den Rabensgrünern wurde ich gefragt, ob im nächsten Heimatbrief von mir wieder einige Zeilen zu lesen wären.
Wenn mich meine Verwandtschaft schon einen Poeten nennt, so will ich es gerne tun. Den Drollen Edwin fragte ich, ob die Lederbirnen schon reif wären, aber er wußte es auch nicht. Wieviel Steine haben wir da hinaufgeworfen, denn zum Klettern waren die Bäume zu hoch.
Zum Erzählen gab es genug, und der Tag hätte noch einmal so lang sein sollen. Gefreut habe ich mich über das Zusammentreffen mit meiner Verwandtschaft, der Neudorfer Traudl und Ella. Vergessen möchte ich auch nicht den Franken Karl, die Ella und Dora. Vom Franken haben wir so manchen Korb Äpfel bekommen.
Zum Leßnitzer Fest bekamen wir vom Großvater „Eckl Josef" immer eine Krone (Kč). Das war für uns das Schönste am Leßnitzer Fest. Ich hoffe, daß mir die Leßnitzer nicht böse sind, wenn ich einige Zeilen über sie schreibe.
Mein Wunsch bleibt: Jedes Jahr ein Heimattreffen und ich kann dabei sein!
In Würzburg machte ich nachher noch einige Tage Station bei meiner Mutter und meinen Geschwistern.
Meine lieben Schlaggenwalder Landsleute und Umgebung! Schön wäre es, wenn diese wenigen Zeilen etwas Freude bereiten sollten, und wenn einmal mit einem Brief auch an mich gedacht würde. —
N. B. Lieber Landsmann Otto Hofmann! Dein Wunsch, alle Jahre ein Treffen unserer Landsleute durchzuführen, wird wahrscheinlich im Jahre 1984 in unserer Patenstadt Auerbach gegeben sein.
Heimweh nach Gfell
Wenn im Wold döi Bäima rauschn,
sitz alloa i oft am Sam.
Möcht mit ihnan gern mål plauschn,
döi wöi i denk on daham.
's zöiht mit hi(n), 's immer dösselwa,
wåu åls Möiderl i ho(b) gspü(l)t.
Seah möcht i a unnara Feller,
wau mir ham döi Säck vollgfü(ll)t.
Bin am Birnbaum oft druam gsessn
u ho(b) gschaut ins Tepltåål.
Nöi kua i ma Gfell vergessn,
siahs im Traum jå hundertmål.
Wenn a åls za grund is gånga
u i nex dahoim måih find,
is oft durthi(n) ma Verlånga,
wau i gwesn bi(n) åls Kind.
Luise Morgenstern (Gfell)
[obr] An
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