Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 173
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„Copak tohle u nás ještě existuje?" – senoseč po starém způsobu

„Ja, gibt es das denn noch bei uns?"

Heuernte nach altem Brauch

Die Leute, die da als Urlauber eine Bergwanderung unternommen hatten und von weither aus dem Taldorf aufgestiegen waren, glaubten ihren Augen nicht trauen zu dürfen, als sie an einem Hang zwei Frauen und einen Mann eifrig bei der Heuernte sahen. „Ja, gibt es das denn noch bei uns?" rief einer der Urlauber und deutete auf die hölzernen Geräte, mit denen die Bauern arbeiteten. Einer, der sich in der Landwirtschaft kaum auskannte, staunte weniger und fragte voller Unverständnis: „Was gibt es denn Besonderes hier? Die Leute sind beim Heuen. Na und?" „Sieh dir doch einmal an, wie sie das machen. Fällt dir nichts auf?" „Meinst du, warum sie hier keine Maschinen einsetzen?" „Genau!" „Fragen wir die Bauern doch einfach!" „Schön!"

Die Wanderer näherten sich den Landleuten. „Sie arbeiten hier ja noch so hart wie zu Zeiten unserer Großeltern!" Der Bauer unterbrach seine Tätigkeit auf dem Feld, legte die Heugabel zur Seite und trat auf den Fragesteller zu. Er lächelte: „Im allgemeinen benutzen wir hier auch moderne Maschinen. Sie sind durchweg Eigentum unserer Genossenschaft. Wir bekommen alles, was wir für unsere Arbeit benötigen. Aber wir drei hier" - er wies lächelnd auf die beiden Landfrauen und sich - „wollen den Jungen und auch euch Urlaubern gern einmal zeigen, wie das Heu früher nach altem Brauch eingebracht worden ist. Wir wollen die Zeiten unserer Eltern, Groß- und Urgroßeltern nicht zurückholen. Die gute alte Zeit hatte auch ihre Schattenseiten." „Was wollen Sie denn?" „Zeigen, daß wir noch mit der Sense umgehen können, daß wir wissen, wie man dengelt, damit sie immer scharf und blank bleibt, aber auch, daß wir noch verstehen, mit dem Rechen umzugehen, Forken anzupacken, das Heu von Hand zusammenzuraken, zu wenden und zu laden wie unsere Voreltern auch. Alle zwei Jahre zeigen wir Leute aus Raich - unser Dorf liegt nicht weit von hier und ist kaum auf einer Karte richtig verzeichnet - auf unserem Festplatz im späten September, wie Bauern- und Handwerksarbeit bei uns in den Bergen früher ausgesehen hat. Daraus hat sich ein Brauchtumsfest entwickelt, das nicht nur Arbeit, sondern auch sehr viel Freude bereitet." Die beiden Frauen hatten sich inzwischen der Gesprächsgruppe immer mehr genähert. Eine von ihnen ergänzte jetzt: „Und unseren Gästen auch. Kommen Sie doch am Sonntag hier auf die Höhe! Sehen Sie die große Baracke dort?" „Ja!" „Das ist unsere Festhalle. Dort bewahren wir unsere Ackergeräte auch, die von damals und die von heute. Dort feiern wir auch gemeinsam, Dorfleute und Gäste!" Die Urlauber waren begeistert. Der Mann, der vorher seine Unkenntnis in der Landwirtschaft so ehrlich bekannt hatte, rief: „Das lassen wir uns nicht entgehen!" Die anderen versicherten übereinstimmend: „Wir kommen gern!"

Die Urlauber und die Leute von Raich, dem Zweihundertseelendorf im Kleinen Wiesental in den Bergen, verabschiedeten sich per Handschlag. Dann setzten die Stadtleute ihre Wanderung, die Einheimischen ihre Arbeit fort, denn diese wollten ihren Gästen am Sonntag doch zeigen können, wie sie das bis dahin getrocknete Gras auf den Heuwagen laden und mit dem Ochsengespann zum Festplatz fahren würden.

Hans

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