Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 173
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Milí krajané! Vzpomínky na kirvaj, brambory a starou domovinu

Liebe Landsleute!

Meine Frau und ich möchten alle Landsleute recht herzlich grüßen. Wir sagen allen Spendern recht herzlichen Dank! Mein ganz besonderer Dank soll den Gratulanten gehören, die sich an meinen 70. Geburtstag erinnert haben. Bedanken möchte ich mich bei Frau Walter und Otto Hofmann, die wiederum schöne Beiträge für den Heimatbrief erstellt haben, über die wir uns wieder alle freuten.

Zu unserem Treffen in Kahl ist wenig zu sagen. Wer dabei gewesen ist, dürfte nicht enttäuscht gewesen sein. Wir haben schöne gemütliche Plaudereien pflegen können. Trotz des sehr warmen Tages haben viele Landsleute den Weg nicht gescheut. Wieder haben wir unsere Zusammengehörigkeit bewiesen. Möge unser Zusammenhalt noch recht lange fortbestehen. Es wäre aber an der Zeit, daß sich ein junger Landsmann bereitfinden möchte, der den HB auch weiterhin für die Landsleute erstellt. Ich brauch ja nicht an mein Alter zu erinnern. Wie lange noch, ist die Frage, bin ich in der Lage, den Heimatbrief zu gestalten?

In diesem Monat, September, hätten wir daheim wieder unser schönstes Fest — die Kirwa — gefeiert. Nun darüber ist ja schon viel berichtet worden. Jetzt gibt es eben keinen Providlkuchen, sondern Zwetschgenkuchen. Ob uns dieser Ersatz für das einstige Feiern entschädigt, ist dahingestellt. Ich möchte auch nur an diese Zeit erinnern, denn es gibt ja doch nicht mehr viele Landsleute, die das damalige Fest erlebt haben. Schön war es immer, denn man mußte ja schon lange vorher darauf sparen, um dann richtig auf die Pauke hauen zu können. So reichlich wie heutzutage waren unsere Mittel damals nicht. Nur die Porzelliener hatten die Moneten. Sie, die oft im Akkordlohn standen, hatten einen guten Verdienst und so konnte manche Krone leichter springen. Wichtig war, daß man fröhlich sein konnte. Und das waren wir Schlaggenwalder stets bei festlichen Anlässen.

Jetzt ist der Sommer wieder vorbei, der in diesem Jahr den Sonnenschein brachte, den wir sehr lange genießen konnten, auch die Urlaubszeit wurde genossen. Wie hätten wir uns daheim an unseren Teichen vergnügen können, aber auch diese sind nicht mehr. Kein Großer Teich, keine Ebnet mehr, und die Leßnitzgasser Wasser sind auch verschwunden. Wie groß war damals unsere Freiheit. Kein Gedränge an den Rändern der Badewasser. Doch ist auch diese Idylle nicht mehr vorhanden. Das Bild der einstigen Heimat verblaßt langsam, und das paßt genau in das Programm der Vertreiber.

Überhaupt ist es still geworden um die Vertriebenen. Was bedeutet heute noch das Wort Heimat und Vaterland — schon gar nichts mehr. Es sei halt die Zeit so, sagt man. Aber welche Werte da aufgegeben werden, wird sich einmal bitter rächen. Mit dem Abtun der Vergangenheit wird man sterben und das deutsche Volk ist bereits auf dem Weg des Unterganges. Wenn man die vielen Fremden unter unserem Volk besieht, so muß man schon von mehreren Kulturen sprechen. Was für ein Mischmasch daraus entstehen kann, hat uns die Geschichte Roms vorgeführt. Was wird die Masse Mensch beginnen, wenn sie die ihm zustehenden Einkommen nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Wenn man jetzt schon von leeren Kassen redet, woher sollen dann die Gelder kommen, die man aufwenden muß, um die im Sinne der Humanität aufgenommenen Massen zu befriedigen. Man wird doch nicht annehmen wollen, daß sich diese fremden Menschen einmal mit zur Wehr setzen würden, wenn wir uns zu verteidigen hätten, und wenn unsere Demokratie in Gefahr geräte. Eher das Gegenteil ist anzunehmen. Leider geht stets ein Aufschrei durch die Menge, wenn ein Staatsmann etwas weiter blickt und seine Thesen zum Einhalt der Zuwanderung preisgibt. Wir, meine lieben Landsleute, haben ja bereits ein Alter, wo man sagt: Wir werden wohl nicht mehr viel wahrnehmen, was da kommen wird. Unsere Nachkommen müssen aber damit fertig werden. Wir haben ja zur Zeit alle unser Auskommen, und es ist uns auch noch nie so gut gegangen. Darum sind wir zufrieden und das ist wichtig. Am Aufbau haben wir feste mitgeholfen. Das zu erhalten, was erarbeitet wurde, ist jetzt der Anderen Sache. Möge es gelingen, allen Willigen einen Arbeitsplatz zu geben. Wer die Arbeitslosenzeit einst erlebt hat, der weiß, wie hart das Leben sein kann. Immer werden die Unterstützungen in der jetzigen Form nicht gewährleistet werden können. —

Einst begann daheim nach unserer Kirchweih die Zeit des Erdäpfelgrabens. Fleißig haben die Hände der gebuckelten Frauen die Früchte ausgegraben und diese aufgeklaubt in die Körbe geworfen. Die großen Erdäpfel in den einen Korb, die kleinen und angehackten in

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