Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 173
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Dopisy čtenářů – vzpomínky na sport v Horním Slavkově a jubileum porcelánky

Was Leser schreiben

Lieber Landsmann Brummeissl!

Auf unser Zusammentreffen hin am 16./17. Juli in Kahl möchte ich nach unserem kurzen Gespräch einige Fotos einsenden, die irgendwann im Heimatbrief erscheinen könnten. Leider sind mir nur noch von den Schulbildern alle Namen der letzten Schulklasse, und zwar der 3. Bürgerschule des Jahrgangs 1925, geläufig. Von den Bildern vom Arbeiter-, Turn- und Gesangverein Schlaggenwald (aus den Zwanziger Jahren) kann ich fast keine Namensangaben mehr machen.

Wie ja noch vielen bekannt sein dürfte, war mein Vater jahrelang Turnwart und Vorturner im Verein, und es konnten sich viele am Treffen noch an seine Tätigkeit erinnern.

Ich möchte auch noch erwähnen, daß kaum ein ehemaliger Schlaggenwalder erfahren hat, daß mein Vater auch in der neuen Heimat nach der Vertreibung dem Sport treu blieb. So gründeten er und ich mit einer Menge anderer Vertriebenen in Ziertheim bei Lauingen einen Sportverein, dessen Vorstand mein Vater jahrelang war. Ich selbst war zehn Jahre Jugendleiter im Verein und trainierte die Jugend und die Schülermannschaften. Da ich im Krieg Leichtathletik betrieb, in Ziertheim aber ausschließlich Fußball gespielt wurde, wollte ich die Leichtathletik nicht zu kurz kommen lassen und wurde ein begeisterter Langstreckenläufer.

1958 verließ ich Ziertheim, um mich beruflich in Giengen an der Brenz niederzulassen und trat der dortigen TSG bei. In der Turnabteilung tätig, spielte ich einige Jahre Faustball und kam dann wieder zur Leichtathletik. Jahrelang bin ich als Kampfrichter auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene tätig und nehme auch noch an Turnfesten teil, z. B. Landesturnfest in Baden-Württemberg, Deutsches Turnfest in Stuttgart u. s. w. Auch bin ich Liebhaber des Skilanglaufes, nahm mehr als ein dutzendmal an Kreis- und Bezirkswettkämpfen teil und lief bei Veranstaltungen wie Münchner-Kindl-Lauf von Bad Tölz nach München oder König-Ludwig-Lauf in Oberammergau u. s. w. 1975 konnte ich vom Bayrischen Landessportverband die silberne Ehrennadel in Empfang nehmen und dieses Jahr die silberne Ehrennadel des Württembergischen Leichtathletikverbandes. 1972 wurde ich anläßlich der Olympischen Spiele in München zum Olympischen Fackellauf auf einer Teilstrecke in Augsburg eingeteilt, was für mich eine besondere Ehre war. Ich sah darin den Höhepunkt meiner sportlichen Tätigkeit. Mit diesen Ausführungen möchte ich mich nicht irgendwie in den Vordergrund stellen, will aber andeuten, daß ich, geprägt vom Sportgeist, den ich durch die Tätigkeit meines Vaters und durch meine Tätigkeit als Junge im Deutschen Turnverein zu Hause unter Stöhr Toni und Tauber Josef, dem Sport treu blieb und noch einige Zeit treu bleiben will, soweit es meine Gesundheit erlaubt. Den Sportgeist, der bei uns in Schlaggenwald herrschte, möchte ich damit wachhalten.

Für mich war das Treffen in Kahl — ein paar schöne Stunden mit lange nicht gesehenen Schulkameraden, Freunden und Bekannten — ein herrliches Wiedersehen und ich hoffe, daß bei einem der nächsten Treffen ich bei Gesundheit wieder teilnehmen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Kämpf,
Hossenriedstr. 36, 7928 Giengen/Brenz

Auf 190 Jahre Tradition

kann das älteste Porzellan-Werk „Haas u. Czjcek" in Schlaggenwald zurückblicken. In den „Leipziger Nachrichten" (Juni 1982) erschien folgende Notiz: „Auf 190 Jahre Tradition kann das älteste Porzellan-Werk der ČSSR in Horni Slavkov, wo heute insbesondere Kannen erzeugt werden, zurückblicken." - Da kann man nur sagen: Schlaggenwald, was ist aus dir geworden? Denn vor 190 Jahren gehörte unser Heimatort zur Österreich-ungarischen Monarchie, da gab es noch keine ČSSR, und auch kein Horni Slavkov. In die ganze Welt wurde schon damals nur bestes Porzellan geliefert!

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