Neue Zinnerzlager werden abgebaut
Die Zinnerzförderung in Schlaggenwald reicht bis in graue Vorzeiten zurück. In allen Jahrhunderten wurde hier nach Zinnerz gegraben, bis im Jahre 1870 eine gänzliche Einstellung des Bergbaus erfolgte.
Doch bereits während des I. Weltkrieges, als die Rohstoffe knapp wurden, begann man abermals mit dem Bergbau. In den sechziger Jahren wurde durch Regierungsbeschluß der Tschechoslowakei über eine Errichtung einer Erzgrube, bzw. Ausbau der bereits vorhandenen Bergwerkseinrichtungen entschieden, da man umfangreiche Zinnerzlager entdeckte. Es muß dazu erwähnt werden, daß der Bergbau zu Schlaggenwald durch die außerordentlich guten geologischen Verhältnisse bedingt ist. Das Bergbaugebiet reicht von Neudorf bis Gabhorn. Es ruht auf einer Granitscholle, der Gneis aufgelagert ist. Gegenwärtig werden in Schlaggenwald die letzten Bauobjekte des neuen Bergwerks „Stannum" fertiggestellt. (Der Name des Betriebes „Stannum" ist vom lateinischen Namen für Zinn abgeleitet).
Die neue Bergwerkseinrichtung besteht aus Förderturm, Fördergrube, Maschinenhaus, Kompressorstation, Werkstätten, Schachtgebäude, Mahl- bzw. Zerkleinerungsanlage und Schlämmerei. Die alte Schlämmerei wurde ausgebaut und renoviert.
Vor der Verhüttung der Zinnerze geht stets eine Anreicherung des Zinngehaltes voran. Diese Anreicherung erfolgt in Schlaggenwald durch das sogenannte Abschlämmverfahren. Man versteht darunter die Trennung feinster Feststoffteilchen aus einem körnigen Gut (zerkleinertes Fördermaterial) durch Sedimentieren der schweren Bestandteile im Medium Wasser. Darauf erfolgt eine magnetische Entfernung, wo Wolfram- und Eisenerze vom Zinnerz getrennt werden. Konkret werden beim Schlämmen in Schlaggenwald die lichten Schlämmwasser mit den Zwischenprodukten Wolfram und Eisen von den schwarzen Streifen, die Zinnerz mitführen getrennt, anschließend erfolgt noch die bereits erwähnte magnetische Trennung der Erze.
Gegenwärtig werden in Schlaggenwald 130.000 Tonnen Zinnerz gewonnen. Durch die neue Anlage sollen im Jahr 1985 300.000 Tonnen angereichertes Zinnerz gewonnen werden.
Gerald Deistler
Lebenslehre
Von Margareta Pschorn
Renga touts u Gwitta is
wenn's der Herrgott wüll.
Herzighs Böiwearl grein doch neat
u sa(n wieda stüll.
S Frackerl wiard scho(n wieda trucka,
Böiwearl, bist doch neat as Zucker!
S Lebm is hårt, åch hårt väl schwaa(r,
wiard dich oft nuch plaugn
u da(n eigha(n)s Herzerl aa
kröigt amend nuch Schnaugn?
Åffa hålts u lau(ß neat lucker!
Böiwearl, bist jå neat as Zucker!
Kumm, döi Zahrla wisch ma o(b!
S Greina is vabei!
D Wulkn san scho(n wieda hell
u aa d Sunn scheint glei(ch!
Miarks: nöi feig sa(n! Wiar koa(n Ducker!
Böiwearl, bist jå neat as Zucker!
(Aus: „Hetschapetsch" v. M. Pschorn. — Verlagsfertiges Manuskript. — Egerländer Mundartdichtung/Krs. Karlsbad)
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