Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 172
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Naše dostihová dráha

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Pan Panhans mi mé vyvýšené stanoviště nikdy nerozporoval, měl totiž dost práce. Kdykoli se připravoval nový start, proudili z obou stran návštěvníci k naší tabuli, dívali se nahoru a dolů, jednali, hádali se, šeptali, dávali pokyny personálu pro totalizátor, zatímco „malí lidé" po mé levé straně obraceli své peněženky nebo sahali rukama do hubených kapes kalhot. Mezi řadami těchto lidí se tehdy plížila hořká bída. Chtěli dosáhnout štěstí, nebo si je dokonce vynutit. S tím mála, co měli, doufali v velkou výhru, bohatý ale nikdo domů neodešel. Když byli koně hnáni do finálního spurtu, nejeden po mé levici zabořil obličej do dlaní, protože se bál pravdy. Jiní zuřili, jako by sami seděli na koních. Rozmanité byly citové projevy těchto lidí, kteří tady tolik doufali v kousek štěstí. Výbuchy temperamentu po mé pravé straně byly sice stejně nespoutané, ale za nimi nestála tragika bídy a nouze. Tady bylo všechno hra, kratochvíle a napětí pro nervy. O přestávkách se procházelo po štěrku, chodilo se na zastíněnou terasu, nechávalo se podávat kávu a snad se poslouchala „Lehká kavalerie". Naproti u „malých lidí" se mezi lidmi proplétal hubený, zrzavý chlapec se svým těžkým podnosem na krku a tenkým hláskem volal: „Cukrátka, bonbóny, pomeranče!" Znala jsem ho a věděla jsem, že jeho otec byl válečný invalida a jeho ubohá matka musela jako pradlena vydělávat na obživu rodiny. Její vyčerpané ruce měly hluboké praskliny a oteklé klouby. Ostatně tento chlapec se z války už nevrátil domů. — Hned u vchodu druhé třídy stál vždy zmrzlinář se svým vozíkem na zmrzlinu. Víka na vanilkovou, resp. čokoládovou zmrzlinu byla vždy pěkně vyleštěná do lesku. Za jednu korunu tam člověk dostal mezi dvěma oplatkami tolik zmrzliny, že ji musel rychle slíznout, aby celá ta dobrota nestekla jako omáčka přes ruku na zem. Pak byl člověk celý zalepený a matka byla zděšená z ušpiněných šatů.

Když jsem později na konci dostihu procházela s otcem východem, natahovaly se k nám špinavé žebrácké ruce a z hluboko posazených očí na nás hleděla beznaděj.

Tak jsem já, na vyvýšeném stanovišti dostihové dráhy v Meierhöfenu, brzy poznala, že se v životě musím dívat nalevo i napravo a že naše dostihová dráha byla sice velmi krásná, ale dokázala také učinit nekonečně smutným.

Hermine Walter, roz. Palm

Kde se nemůžeš nebezpečí vyhnout, tam ti nezbývá, než mu jít vstříc s odvahou.

FRIEDRICH RÜCKERT

původní znění

welcher beidseitig durch eine weißgestrichene Barriere und eine gestutzte Hecke abgegrenzt war, und er war die Nahtstelle zwischen der „Großen Welt" und den „Kleinen Leuten". Man konnte sich schwerlich ins Gehege kommen. Von meinem Hochsitz, der eigentlich für Herrn Panhans bestimmt war, von dem aber ich einen ausgezeichneten Ausblick über beide Welten hatte, konnte ich mich nur schwer trennen. Ich beobachtete von hier aus den ganzen Nachmittag das quirlige Leben um mich herum. Nachdem die Pferde zur Ansicht vorbeigetänzelt waren, wendete ich mich wieder dem Publikum zu. Die Jockeis taten mir leid, denn ich wußte, wie sehr sie auf ihr Körpergewicht achten mußten. Sobald sie nur einige Deka zuviel wogen, wurde ihnen gleich eine Hungerzeit verordnet. Ein „Herr in Schwarz" mit Halbkracher wachte darüber wie der Zerberus. Er schimpfte mit den kleinen, mageren Jockeis in ihrer meist ungarischen Muttersprache derart, daß ich fürchtete, er frißt die armen Kerle samt und sonders auf. Da betäubten sie ihren Hunger mit Peperonis und löschten den folgenden Brand mit höllischem Feuerwasser. Ich konnte es ihnen nicht verdenken, aber der Zerberus durfte natürlich von diesen Gelagen nichts wissen. —

Herr Panhans machte mir meinen Hochsitz niemals streitig, denn er hatte genug Arbeit. Wenn ein neuer Start vorbereitet wurde, strömten von beiden Seiten die Besucher zu unserer Tafel, schauten rauf und runter, verhandelten, stritten, flüsterten, gaben Aufträge an das Personal für den Totalisator, während die „Kleinen Leute" zu meiner linken Seite ihre Geldbeutel umdrehten oder mit den Händen in die mageren Hosentaschen fuhren. Bittere Not schlich damals zwischen den Reihen dieser Menschen. Sie wollten das Glück erringen oder gar erzwingen. Mit dem Wenigen, das sie besaßen, erhofften sie den großen Gewinn zu machen, reich ist aber keiner heimgegangen. Wenn die Pferde zum Endspurt angetrieben wurden, vergrub manch einer zu meiner Linken sein Gesicht in die Hände, weil er sich vor der Wahrheit fürchtete. Andere tobten, als säßen sie selbst auf den Pferden. Vielfältig waren die Gemütsäußerungen dieser Menschen, die hier so sehr auf ein bißchen Glück hofften. Die Temperamentsausbrüche zu meiner rechten Seite waren zwar ebenso ungehemmt, aber hinter ihnen steckte nicht die Tragik des Elends und der Not. Hier war alles Spiel, Zeitvertreib und Nervenkitzel. In den Pausen flanierte man über den Kies, ging auf die beschattete Terrasse, ließ sich Kaffee servieren und hörte sich vielleicht die „Leichte Kavallerie" an. Drüben bei den „Kleinen Leuten" schlängelte sich ein schmächtiger, rothaariger Bub mit seinem schweren Bauchladen zwischen die Menschen und rief mit seiner dünnen Stimme: „Zuckerla, Busserla, Orangen!" Ich kannte ihn und wußte, daß sein Vater Schwerkriegsinvalide war, und seine arme Mutter als Waschfrau den Lebensunterhalt für die Familie verdienen mußte. Ihre ausgelaugten Hände hatten tiefe Risse und geschwollene Gelenke. Übrigens ist dieser Bub vom Krieg nicht mehr heimgekommen. — Gleich beim Eingang zweiter Klasse stand immer ein Eismann mit seinem Eiswagen. Die Deckel zum Vanilleeis bzw. Schokoladeneis waren stets schön sidolgeputzt. Für eine Krone bekam man dort zwischen zwei Wafferln so viel Eis, daß man es ganz schnell aufschlecken mußte, damit nicht die ganze Köstlichkeit als Soße über die Hand zu Boden rann. Hinterher war man total verklebt, und die Mutter war entsetzt über das besudelte Kleid.

Wenn ich später am Ende des Rennens mit meinem Vater durch den Ausgang ging, streckten sich uns schmutzige Bettlerhände entgegen, und aus tiefliegenden Augen blickte uns Hoffnungslosigkeit an.

So habe ich auf dem Hochstand der Pferderennbahn in Meierhöfen früh erkannt, daß ich im Leben nach links und nach rechts schauen müßte und daß unsere Rennbahn zwar sehr schön war, aber auch unendlich traurig machen konnte.

Hermine Walter, geb. Palm

Wo du nicht der Gefahr
kannst aus dem Weg gehen,
da bleibt dir nichts
als ihr mit Mut entgegengehen.

FRIEDRICH RÜCKERT

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