Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 171
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„Dům Sudetenland" ve Waldkraiburgu přijímá praktikantky pro domácnost

Das „Haus Sudetenland" in Waldkraiburg stellt Haushaltspraktikantinnen ein

Das Haus Sudetenland, bekannte internationale Jugendbildungsstätte in der jungen, aufstrebenden Stadt Waldkraiburg in Oberbayern, bietet jungen Mädchen Gelegenheit, zwischen Schulabschluß und Berufsausbildung ein praktisches Haushaltsjahr zu absolvieren. In einem vielseitigen Heim- und Haushaltsbetrieb mit moderner Einrichtung werden die Mädchen in allen Bereichen eingesetzt. Das Haus hat die staatliche Anerkennung als Ausbildungsbetrieb für die städtische Hauswirtschaft. Arbeitszeit, Urlaub und Freizeit sind tariflich geregelt. Eigene Wohnung vorhanden. Unterkunft, Verpflegung und alle Sozialleistungen sind frei. Das monatliche Taschengeld beträgt DM 300,—. Einstelltermin ist jeweils der 1. September. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind zu richten an: Haus Sudetenland, 8264 Waldkraiburg, Postfach 1225, Telefon (08638) 3376.

Náš krajan Hofmann vypráví „něco o Rabensgrünu"

Unser Landsmann Hofmann erzählt uns „Eppas von Rabensgrün"

Anläßlich eines Besuches von meiner Mutter und der älteren Schwester Erna Friedrich, hatten wir genug Zeit uns auszusprechen und von daheim zu erzählen. Da ich nach dem Krieg nicht mehr heimkam, war ich neugierig, von Dingen zu erfahren, von denen ich keine Ahnung hatte. Im vorhergehenden HB schrieb ich über Rabensgrün, das bei den Landsleuten großen Anklang fand. Man forderte mich auf, weiter den Heimatbrief mitgestalten zu helfen. Ich will es gerne tun.

Eine Chronik von Rabensgrün würde mich sehr interessieren, aber bis jetzt konnte ich noch nichts Derartiges auftreiben. Als Buben streunten wir oft weit in unserer schönen Flur herum und ein Räuber- und „Schandarmspiel" im Brückner seinem Wäldchen war schon einen Sonntagnachmittag wert.

Mich interessierten sehr die vier alten Stollen am Weg nach Schönwehr. Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht, wann wohl dort Bergbau betrieben wurde. Ja wenn man alles wüßte, könnte man wohl Bücher darüber schreiben. Wenige Rabensgrüner werden noch wissen, daß beim Weidl einmal eine Brauerei war. Genauso habe ich in der Schule erfahren, daß beim Christl, Hs.-Nr. 1 in Rabensgrün, die erste Porzellanfabrik in Böhmen war, und wo das Bienenhäusel stand, da soll der Brennofen gewesen sein. Beim oberen und unteren Ontl wäre ein Meierhof gewesen. Aber heute solche Dinge zu behaupten, da fehlt eben eine Chronik.

Meine Frau stammt aus Böhmisch Killmes, Kreis Tepl. Oft unterhalten wir uns über daheim und immer kommen wir auf etwas, das zu erwähnen wert wäre. Auch über Schönfeld gäbe es zu berichten. Aber schon lange habe ich keine Verbindung mehr mit meinen einstigen Schulfreunden aus Schönfeld. Ich selber habe beim Schießer Eduard das Schneiderhandwerk erlernt und wer diese Kunst lernen möchte, der soll zu mir kommen.

Da fällt mir gerade etwas über Ostern ein. In die Kirche gingen wir immer nach Schlaggenwald, aber zur Palmweihe und Auferstehung nach Schönfeld. Warum und weshalb das so war, weiß ich heute auch nicht mehr. Das Böllerschießen war für uns Buben immer ein Erlebnis, und gerauft wurde auch, und mancher hatte an seinen Palmbuschen nur noch wenige Palmkätzchen dran. So gab es Gutes, Schönes und auch Böses in unserem Gäu.

Zum Schluß meines heutigen Beitrages will ich noch einen wahren Spruch setzen:

„Merk es Dir ergrauter Vater, sag es auch dem Mütterlein:
Soll Dein später Lebensabend ohne Nahrungssorgen sein,
gebe die erworbenen Güter nie zu früh den Kindern ab,
sonst wirst Du ihnen nur zu Sklaven und sie wünschen Dich ins Grab.
Nur wer besitzt, den wird man achten, denn Kinderdank ist Seltenheit,
Brot zu betteln, zu verschmachten — Brot zu geben Seligkeit.

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