Über den Ebnetteich
[obr] Besetzung des Bahnhofs von Schlaggenwald (1938 - 1945)
Über den „Ebnetteich"
Zum Sommerbild des Ebnetteiches bekam ich folgende Zuschrift von Frau Gertrud Friedrich aus Monheim, Holzweg 85. So manchem wird es ebenso ergangen sein beim Probieren der Schwimmkunst. Auch mir ging es nicht anders, als ich als Schwimmanfänger den Ebnetteich überqueren wollte, und mir dabei die Luft ausgegangen war. Denn mir war als Kind noch nicht die Technik des richtigen Atmens beim Schwimmen bekannt. Aber die Lehre war gesund. Ich habe später keine Schwimmexperimente auf eigene Faust unternommen.
„Beim Lesen des Heimatbriefes sah ich das Bild vom Ebnetteich und da fiel mir eine Geschichte ein, die mein Vater sehr oft erzählte:
Er war damals ungefähr 10 Jahre alt, und da er 1891 geboren wurde, hat sich diese Begebenheit um die Jahrhundertwende ereignet. Mein Vater wollte Schwimmen lernen und wollte dies im Ebnetteich versuchen. Als Hilfsmittel wurde eine Schweineblase verwendet. Diese wurde aufgeblasen, mein Vater legte sich darauf und begann mit den Schwimmübungen. Es ging einige Zeit ganz gut, doch plötzlich rutschte die Blase weg. Mein Vater versuchte sie wieder zu erhaschen, doch leider vergeblich. Immer und immer wieder hatte er es versucht, die Kräfte ließen nach, und er entfernte sich immer weiter vom Ufer. Am Ufer befand sich der damalige Arzt von Schlaggenwald, Herr Dr. Singer, in Begleitung seines Bernhardiner-Hundes. Er rief meinem Vater zu, er möge sich ruhig verhalten, er schicke den Hund zur Hilfe. So schwamm der Hund unter meinem Vater, hob ihn hoch, und brachte ihn auf dem Rücken zum Ufer. Mein Vater war gerettet. Leider gibt es heute keinen Ebnetteich mehr und Dr. Singer ist auch schon lange tot. Aber die älteren Schlaggenwalder können sich bestimmt noch gut an ihn erinnern.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen und Ihrer Frau für die Arbeit und den Zeitaufwand, die Sie für den Heimatbrief aufbringen, danken. Ich hoffe, daß wir uns noch recht lange an dem Schlaggenwalder Heimatbrief erfreuen können.
Mit den besten Wünschen Ihre G. Friedrich"
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