Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 169
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Poděkování všem Pošicovanům

Allen Poschitzauern ein Dankeschön!
Große Freude hat von allen Besuchern des Pfingsttreffens in Nürnberg gestrahlt, die aus dem Dörfchen Poschitzau sich zum Sudetendeutschen Tag dicht gedrängt auf engem Platz einfanden. Wer hätte erwartet, daß so viele Landsleute dort ankommen würden. Die Umarmungen und das Händeschütteln zeigten von einer Herzlichkeit und von einem Zusammengehören. Manche Poschitzauer hatten sich mehr als 36 Jahre nicht gesehen. So war es nicht verwunderlich, daß gefragt wurde, wer bist denn Du? Der Mensch ändert halt sein Aussehen mit den Jahren. So manchen hat man noch in Erinnerung als er ein stattliches Mannsbild war und Sie's Schönheiten waren. Aber sofort war das Erkennen wieder da, wenn die Vorstellung geschehen und das Erstaunen überwunden war. Sofort fiel einem eine einstige Heimstätte ein, und man verweilte ein kurzes Weilchen dort. Leider kann man bei solchen Veranstaltungen nur kurze Gespräche führen, weil man immer von neu hinzukommenden Landsleuten unterbrochen wird. Nun, ich habe es richtig ausgekostet, das merkte ich aber erst am anderen Tag, als ich fast keine Stimme hatte. 25 Landsleute aus dem einstigen Dörflein waren zusammengekommen.

Wir haben ein hübsches Häuflein gebildet und befanden uns alle auf einem Fleckchen. So konnten wir recht munter „poschitzauerisch" reden. So mancher hatte Bilder von der abwesenden Familie dabei. Enkel und Urenkel wurden bestaunt. Viele sind ja auch schon im Ruhestand, und manche nennen ein Heim ihr Eigentum. Es wird wohl allen so ergangen sein wie mir, man fühlte sich wieder einmal daheim. Noch lange werden mir diese Stunden der Gemeinsamkeit im Gedächtnis bleiben. Meine Freude richte ich auf das kommende Jahr, denn dann wird es ein Heimattreffen für uns in Kahl geben, wo ich dann recht viele von Euch erwarte. Nach Wien, wo das Pfingsttreffen der Sudetendeutschen stattfinden soll, werden wohl nicht so viele Landsleute fahren. Also, meine lieben Poschitzauer, bereitet Euch jetzt schon auf unser nächstes Beisammensein vor.

Amalie Fechter, Kahl am Main

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Vzpomínky dvou rodaček z Rabensgrünu

Zwei Rabensgrüner Landsmänninnen schrieben:
In der Folge 167 stand ein Bericht über das Dörflein Rabensgrün. Da ich dort aufgewachsen bin, möchte ich gerne ein bißchen von dort plaudern. Den Spieß Otto — gemeint ist unser Lm. Otto Hofmann (Anm. der Red.) — kannte ich daheim gut. Ich bin die Julie Richter, daheim nannte man mich die Huaf Milla. Geboren bin ich in Neudek, aber aufgewachsen in Rabensgrün. Der ehemalige Lehrer war Herr Kollert.

Unvergessen bleibt mir die Zeit, die ich in Rabensgrün gelebt habe. Gerne lasse ich mir die Sommerzeit durch den Sinn gehen. Dabei denke ich an alle guten Freundinnen, die mich durch die Jugendzeit begleitet haben. Da war die Steffl Anna, Saler Erna, Neudorfer Anna, Rosa Heinrich, Kilian Maria u. v. a. der Rabensgrüner Jugend. Schön war es beim „Drolln". Dort war es heimlich und man fühlte sich geborgen. Am liebsten sind wir den mittleren Weg gegangen, wobei aus unseren Kehlen alle bekannten Volksweisen klangen.

Besonders fällt mir das Leßnitzer Fest oft in den Sinn. Nie haben wir es versäumt. Die ganze Nacht wurde getanzt und erst wenn der letzte Musikant das Instrument verpackt hatte, machten wir uns auf den Heimweg. Es war dann heller Morgen. Es blieb gerade noch Zeit sich umzukleiden und husch in den Stall zu laufen, denn die Tiere warteten nicht. Das laute Muhen der Rindviecher machte einen schnell munter. Nun, Müdigkeit durfte keine gezeigt werden, sonst wäre der nächste Ausflug und die Rückkehr zur morgendlichen Stunde schnell eingestellt worden.

Nach der schönen Sommerzeit folgte der Herbst mit den vielfältigen Erntearbeiten. Die Kartoffeln mußten eingebracht werden, die Duasch(n waren fällig und viele andere Arbeit gab es zu tun. Die Zeit segelte nur so dahin, dann war es auch schon Winter. Unser großes Vergnügen war das Schlittenfahren auf dem „Drolln" seinem großen Schlitten. Durchs ganze Dorf sauste er dahin mit seiner viel zu großen Ladung. Erst als man am Ziel ankam, wurde bemerkt, daß einige unter der schnellen Fahrt verlorengegangen waren. Aber nie wurden Verletzungen verursacht. Es war eine schöne Jugendzeit.

Mein Mann war der Richter Emil, der Nachbar vom Spieß Otto. Leider habe ich ihn 1966 für immer hergeben müssen. So bin ich seit 15 Jahren Witwe. Schon oft hätte ich eine zweite

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