Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 169
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Naše teta Anežka

Unsere Tante Agnes
Ich habe es vor zwei Tagen erfahren, wieder ist ein Stück Kindheit für immer verloren. Doch die liebe Erinnerung soll ein Leben lang bleiben, davon will ich erzählen.

Wenn mein Bruder Heinrich und ich in Gfell bei unserer Großmutter waren, dann verbrachten wir mit unseren Kusinen und Vettern so manche Stunde im Weinhart-Schuster-Haus. Man hatte dort für uns Kinder stets eine offene Tür und ein offenes Herz. Die Hausfrau, die von uns allen geliebte und stille Tante Agnes bot uns in ihrer mütterlichen Weise ein gemütliches Plätzchen zum Rasten, wenn wir vom Herumtollen müde und hungrig geworden waren, oder wenn es draußen kalt und unfreundlich um die Ecken wehte. Die Stube war stets sauber und roch frisch nach Seife. Aus der angrenzenden Schusterwerkstatt fächelte so angenehm der gute Geruch von Leder. Wir drängten uns oft zu acht Kindern auf dem Sofa, das längsnach am Herd stand. Jenseits davon waltete Tante Agnes blitzblank und adrett, und während sie flink die zahllosen Liwanzen oder „Wassaschlankla" rausbacken konnte, glühten ihre Wangen. Sie war zwar nur über drei Ecken meine Tante, aber darüber habe ich mich nie aufgehalten, sie war unser aller Tante Agnes. Ihren Kindern, die unsere besten Freunde und Spielgefährten waren, konnte sie keine bessere Mutter sein. Kein hartes Wort habe ich sie jemals sagen hören, wenngleich wir manchmal wie die Wilden tobten. Sie hatte unendlich viel Geduld mit uns. Ach, und wie schön es doch war, wenn wir mit an ihrem Tisch sitzen und in dem großen Kreis der Familie mitessen durften. Die Quark-, Mohn- und Schwarzbeerkuchen zerrannen auf der Zunge, besonders wenn sie noch warm waren. — Montags hatte Tante Agnes Waschtag. In der warmen Jahreszeit schleppte sie, wenn es das Wetter erlaubte, den schweren Holztrog vor die Haustür. Dann holte sie den dampfenden Waschkessel mit der gekochten Wäsche aus dem Haus und setzte ihn mit einem tiefen Seufzer ab. Dann holte sie einen gewaltigen Holzlöffel, damit nahm sie Stück für Stück der Wäsche heraus und ließ sie in die Wanne gleiten. — Ich sehe sie noch genau vor mir. — Dann rubbelte sie mit ihren Händen die Hemden und Unterhosen, die Geschirrtücher und Handtücher und noch vieles mehr auf dem Waschbrett, bis alles blitzsauber war. Und dann ging sie zum Brunnen und holte Wasser, immer wieder, und spülte, bis es klar war, und dann holte sie das Waschblau für das letzte Spülwasser. Wie viele Male strich sie sich bei diesen Arbeiten mit dem Unterarm oder dem Schürzenzipfel über das erhitzte Gesicht! Aber dann freute sie sich, wenn die Wäsche blütenweiß im Garten flatternd hing.

Gewiß, viele Frauen haben gleichzeitig still geschafft und waren gute Hausfrauen und Mütter, aber bei Tante Agnes konnte ich es miterleben während meiner glücklichen Kindertage in Gfell. Sie wurde mir in ihrem Wirken der Inbegriff von Geborgenheit. In der Notzeit nach dem Kriege habe ich durch sie manche Hilfe erfahren, wofür ich nicht genug danken kann. Nach der Vertreibung habe ich sie und ihren Mann, den Onkel Franz, in Roßhaupten besucht und wollte es immer wieder tun, aber es kam stets etwas dazwischen. Nun ist es zu spät. Jetzt liegt unsere Tante Agnes bei ihrem Mann und ihrem Sohn Franzl auf dem Friedhof, und ihre einst nimmermüden Hände können von einem langen Wirken ausruhen.

Hermine Walter, geb. Palm

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V lese u Kronwaldu

In Kråu(n)wold
In Wold zwischan Bäumlan,
vasteckt untan Gros,
dau hupft a kloins Bacherl,
dau roihart si(ch wos.

Es pfletschert u gunklt,
affa hölts wieda stad,
es runzlt sa(n Spöicherl,
wenn da Wind drüwa waht.

In Wold zwischan Bäumlan
kannt i äiwi sua stäih(n,
wöi vül i aa umschau,
es is näiaring sua schäi(n.

Herta Huber
(Egerländer Mundart)

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