Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 167
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Moje milovaná rodná ves Rabensgrün

Viel gäbe es noch zu erzählen, aber mir fällt momentan nichts mehr ein.

Ja, noch etwas. In der zweiten Klasse der Bürgerschule in Schlaggenwald war der Zintl Franz mein Klassenvorstand und ich wußte nicht, wie ich zu ihm sagen sollte, aber da kam mir der gute Franz zu Hilfe. Am ersten Schultag ging ich zum Trolln Edwin, um Neuigkeiten auszutauschen. Auf dem Weg dorthin hielt mich der Franz auf, nahm mich beim Ohr und sagte: „Du Lausbub, für dich bin ich in der Schule der Herr Fachlehrer und daheim der Zintl Franz". Mir fiel ein großer Stein vom Herzen.

An den letzten Faschingsumzug in Rabensgrün kann ich mich noch gut erinnern. Auf einem großen Schlitten war ein großes Radio aufgebaut, darin saß der Schloßbauer und machte Musik. Immer nach einigen Häusern konnte man die neuesten Nachrichten hören. Darunter: „Der Hanrech, der Musterbauer, kann den Kühen in den Magen rein schauen, der Steffel Vetter ist ein gescheiter Mann, er läuft den ganzen Tag rum und hat Bata Stiefel an".

Viele Jahre später hatte ich Gelegenheit, in die ČSSR zu fahren. Liebe Rabensgrüner, ihr dürft es mir glauben, ich stand beim Milchhäusl auf der Straße und mußte sehen, wo ich einmal zu Hause war. Ja, das ist bitter, wenn man seine Heimat nicht mehr kennt.

Schön war es auch immer zu Ostern beim „Ratschen gehn". Jeder war stolz darauf, den größten Rumpelkasten zu haben. Am Karfreitag gingen wir immer zu den Feldkreuzen und wehe wir ließen eines aus. Dann gab es am Karsamstag vormittags beim Eiersammeln bestimmt nicht viel. Für uns war zur damaligen Zeit eine Krone ein kleineres Vermögen.

Einige Jahre später, ich ging schon in die Lehre, habe ich beim Trolln oft Karten gespielt, und daheim wurde ich geschimpft. Aber der Prikner Vetter, Ontl Vetter, Strobel Vetter haben meist gespielt und die haben mich nicht geschimpft. Auch die Rabensgrüner Mädels waren für mich nicht mehr uninteressant.

Hier im bayerisch-schwäbischen Raum, wo ich heute mit meiner lieben Frau allein bin, habe ich oft Sehnsucht nach den Rabensgrünern, und mein Wunsch wäre es, nach Hessen zu fahren, wo viele Bekannte von mir eine zweite Heimat gefunden haben.

Ja, meine lieben Rabensgrüner, ich bin erst seit kurzem Bezieher des Schlaggenwalder Heimatbriefes, und ich würde mich freuen, wenn mein Geschreibsel im Heimatbrief erscheinen könnte. Für heute will ich Schluß machen, meine Landsleute gut und schlecht zu machen. Ich freue mich schon auf den nächsten Heimatbrief.

Otto Hofmann (Rabensgrün 30)

Stesk po domově na jaře

Heimweh im Frühling

Geliebter Lenz, wie bin ich froh,
verweht hast Du den Eiseswind!
Nun bist Du da und machst mich so,
als sei ich fast noch mal ein Kind.

Wie Deine Sonne höher steigt
in ihrer Schönheit jeden Tag,
die Welt sich stetig bunter zeigt,
wo gestern noch im Schnee sie lag.

Bis weithin unterm Himmelsblau
hallt ringsum Musizieren,
im dunklen Wald, auf lichter Au
tönt zärtlich Tirilieren.

Mit der Freude, diesem Leben
in der holden Frühlingslust,
schleicht jedoch schon bald daneben
Heimweh bohrend durch die Brust.

Weder Blumen, weder Ranken,
noch der Vögel Glücksgesang,
blüh'n so reich wie in Gedanken,
hat den alten Jubelklang.

Hermine Walter, geb. Palm

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