Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 167
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Další výzva ke srazu spolužáků z ročníků 1924–1927

Nochmaliger Aufruf zu einem Klassentreffen der Geburtsjahrgänge 1924 bis 1927

Liebe Schulkameradinnen und -kameraden,

Heute rufe ich Euch noch einmal auf zu einem Klassen- bzw. Jahrgangstreffen. Haben wir doch zusammen auf der Schulbank gesessen, miteinander gelernt und gespielt und später gemeinsam unsere Jugendjahre in der Heimat erlebt. Bis dann unsere Wege getrennt wurden. Die Buben mußten hinaus in den unseligen Krieg ziehen und auch wir Mädels mußten unseren Beitrag leisten. Zuerst ins Pflichtjahr und mit 18 Jahren zum RAD und anschließend kriegsdienstverpflichtet.

Nach dem verlorenen Krieg kam unser schwerster Leidensweg. Wir mußten Hab und Gut und unsere geliebte Heimat verlassen. Es war dies die größte Völkerwanderung aller Zeiten. Voneinander getrennt wurden wir angesiedelt. Jeder mußte sein Schicksal alleine meistern. Es gab nicht mehr den Freund oder Nachbarn wie zuhause. Unsere Gemeinschaft und Verbundenheit war gewaltsam zerrissen worden. Kraftlos und mit gebrochenem Herzen standen wir in einem für uns fremden Lande. Doch strebsam wie wir waren und sind, haben wir mit unserem Willen zum Weiterleben und mit viel Fleiß und Schweiß wieder einen neuen Lebensstandard geschaffen. Mit viel Stolz können wir heute herabblicken auf unser Wiedergeschaffenes und Neuerworbenes. Dabei sind wir aber um viele Jahre älter geworden.

Kommt Euch jetzt doch nicht manchmal der Gedanke, daß wir im Grunde genommen immer noch alleine dastehen in einer anderen Welt, in die wir nicht hineingeboren wurden? Wir sind doch immer noch alleine hier im engsten Kreis mit unserer eigenen Familie, mit unseren Nachkommen. Alle anderen Angehörigen, wie Geschwister und andere Verwandte, sind nicht mehr in unserer Nähe wie es einst zuhause war, und unsere lieben Nachbarn und Freunde fehlen uns hier.

Jetzt, wo wir älter geworden und unsere Sprößlinge ihre eigenen Wege gehen, merkt man es erst, daß uns eine schleichende Einsamkeit überkommt. Man denkt eben viel öfters an die Kindheit und Jugendjahre zurück.

Was ist wohl aus dem einen oder anderen geworden? Gewiß, wir haben noch unsere Heimattreffen, aber es sind immer nur wenige der Jahrgänge dabei, und meistens sind es auch immer nur dieselben, die unserer Heimat die Treue halten.

Eine Zusammenkunft unter Schulfreunden wäre doch eine wahre Bereitschaft zu unserer Gemeinsamkeit von damals, von zuhaus.

In diesem Sinne rufe ich heute nochmals alle der oben genannten Jahrgänge auf — macht mit bei einem Klassentreffen noch in diesem Jahr. Vielleicht im September? Wer hat Vorschläge, wann und wo wir uns am besten treffen können? Eine Postkarte an mich genügt, um Eure Bereitschaft zu bekunden! Vor allem brauche ich Eure Anschriften, besonders die der Mädels, denn Ihr habt ja durch eine Heirat Euren Namen geändert. Dadurch ist es für mich sehr schwer, Euch wiederzufinden. Ich wende mich in der Hauptsache auch an die Eltern, Verwandten und Bekannten der aufgerufenen Geburtsjahrgänge. Gebt bitte meinen Aufruf weiter, denn es haben nicht alle den Heimatbrief.

Ein Glück, daß es unseren Heimatbrief noch gibt, über den wir Nachrichten austauschen, Gutes und Trauriges erfahren und vor allem unsere Heimattreue u. Verbundenheit bewahren und weiter erhalten können. Übrigens veranlassen mich, diese soeben geschriebenen Zeilen zu einem weiteren Aufruf. Laßt die heimatliche Verbundenheit nicht durch Gleichgültigkeit einschlafen. Empfehlt unseren Heimatbrief weiter an jene, die ihn nicht selbst beziehen und nur bei Verwandten oder Bekannten mitlesen. Sie sollten ihn alle selbst abonnieren, damit er nicht wegen zu geringer Auflage eingestellt werden muß. Wir wollen doch noch weiterhin heimatlich verbunden bleiben!

Nun hoffe ich, daß ich dieses Mal mit meinem Aufruf Euer Interesse an einem Klassentreffen besser geweckt habe, und somit erwarte ich von Euch zahlreiche Teilnahmebekundungen.

Eure Schulfreundin Anni Wawersich

Meine Postanschrift: Anni Zimowski, Somborner Straße 32, 8755 Alzenau i. Ufr.

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