Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 166
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Rodinné zprávy: naši zesnulí, blahopřání a úmrtní oznámení

Plötzlich und unerwartet verschied am Mittwoch, 21. Okt. 1981 unser lieber Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager, Onkel und Lebensgefährte

Herr Ing. Toni Schindler

geb. am 19. Mai 1901 in Eger
gest. am 21. Oktober 1981 in Meran

In stiller Trauer:
HATTO SCHINDLER, Sohn
im Namen aller Angehörigen

München 19, Albrechtstraße

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Krátké ohlédnutí za Dušičkami

Eine kurze Rückschau

An Allerheiligen und Allerseelen eilen unsere Gedanken zu unseren lieben Verstorbenen, die wir in der ehemaligen Heimat zurücklassen mußten. Dabei wollen wir nicht an die verfallenen Grabstätten und weggebrachten Grabsteine denken. Überhaupt sollten wir nicht die Verwahrlosung des einstigen Friedhofs ins Gedächtnis bringen, sondern der Tage gedenken, die den Toten gegolten haben.

Als die älteren Knaben war uns die Aufgabe zugeteilt worden, frisches Reisig (Strah) aus dem Wald zu holen. Dabei durften wir uns nicht vom Heger — damals war es Herr Dörfl auf der Schlaggenwalder Gemarkung oder der Herr Frech auf der Poschitzauer Seite — erwischen lassen. Denn wir waren nicht so umsichtig beim Ästeabbrechen von den Fichten oder Tannen, wie sie sich das wünschten. Aber es hat stets geklappt mit dem Strahmausen.

Am Abend wurde der einfache Fichtenkranz kunstgerecht geflochten. Dabei waren oftmals aus der Nachbarschaft einige Frauen hinzugekommen. Da wurden aus Kreppapier weiße und rote Rosen mit der Stricknadel gedreht. Ehe man es sich versah, war so ein Röslein fertig. Eine besondere Fertigkeit erforderte das Tauchen der Papierrosen in das verflüssigte Wachs. Diese Art Rosen waren den echten nicht nachgestanden. Um diese Jahreszeit gab es bei uns daheim keine natürlichen Rosen mehr. Außerdem hätte auch niemand den Gedanken gefaßt, ein Grab mit derartiger Kostbarkeit schmücken zu wollen, denn die Witterung ließ es garnicht dazu kommen. Um diese Jahreszeit lag oft hoher Schnee auf den Grabstellen, der erst entfernt werden mußte. Aber alle, die einen lieben Toten betrauerten, waren bemüht, das Andenken an ihn an diesem Tag zu würdigen. Der Brauch daheim, Gräber in dieser Form zu schmücken, dürfte auch der Witterung angepaßt gewesen sein. Was hätten da wertvolle Blumen genutzt, wie man sie heute auf die Gräber als Grabschmuck bringt? Ich finde heute noch immer in meinem Rückblick, die einstmals mit frischem Fichten- oder Tannengrün geschmückten Gräber viel schöner und natürlicher. Mußte man ja schon Tage vor anstehendem Gedenken sich mit dem Dahingeschiedenen beschäftigen und nicht wie heute Blumen beim Händler besorgen und sie in einem kurzen Augenblick einfach ablegen oder hinlegen lassen. Unsere Zeit wird an Gebräuchen halt immer ärmer. Der Mensch verliert seine Seele und wird innerlich immer ärmer, einsamer und verbitterter.

Richard Brummeissl

Bei der Niederschrift der vorstehenden Zeilen möchte ich nicht vergessen, unserer Landsmännin Frau Erler in Idstein zu gedenken, die sehr schöne Gedichte über Allerheiligen und Allerseelen für den Heimatbrief geschrieben hat. Nun hat auch sie uns für immer verlassen. Ihre Gedanken an die alte Heimat werden uns fehlen.

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