Der sich bisher reserviert gehaltene Elboger Burggraf Hironimus Schlick warf nun plötzlich seine Maske ab, und bekannte sich zur utraquistischen Partei. Pflug befiehlt am 1. April 1547 dem Rate in Schlaggenwald und Schönfeld, allsogleich gemeinsam mit 50 Hakenschützen auf das Schloß Königswart zu ziehen und den Kriegsknechten Wartgeld zu bezahlen; der Rat ersuchte um Weisung, ob auch die jungen Gesellen mitziehen sollen, in diesem Falle die nötigen Spieße zugesendet werden möchten. Pflug bestimmt auf Simon Judi eine Musterung der Wehrkräfte, wobei sich alle Städte- und Dorfinsassen einzufinden hätten; befahl sonntag Judica, daß sich wegen Vorrücken der feindlichen Truppen die Schlaggenwalder und Schönfelder unter die Fähnlein stellen sollen. Es wurde die Abhaltung des Jahrmarktes abgestellt und den Viertelmeistern die Controlirung der Wasserkraft aufgetragen, ferner von Haus zu Haus zu gehen und zu befehlen, sich bereit zu halten.
Am 11. Juli berief Pflug die Knappschaften auf das Rathaus und erteilte Instruktionen.
Es war dies seine letzte Amtshandlung als Feldherr und Grundherr der Herrschaft Petschau und der Bergwerke. In der Schlacht bei Mühlberg am 14. April 1547 siegte die kaiserliche Armee; der Churfürst von Sachsen und der Landgraf von Hessen wurden gefangen, worauf am St. Bartholomäustage, 8. August 1547 zu Prag das ewig denkwürdige Blutgericht über die Verbündeten stattfand. Die Grafen Schlicke entflohen, Kaspar Pflug suchte Asyl in Magdeburg, um dem sicheren Tode oder ewiger Gefangenschaft zu entgehen. Er wurde vom Könige des Lehens, der Ehre und der Güter für verlustig erklärt, auf seine Einlieferung aber der Preis von 5000 Thalern gesetzt. Auch sollten die Vertrauten des Pflugs eingefangen und nach Prag geschafft werden, doch gelang nur, den verbündeten Burian Prstihorsky aufzugreifen und in den weißen Turm zu Prag zu setzen, von wo er nach Bürglitz zu lebenslänglicher Haft gebracht worden ist.
Für Schlaggenwald und Schönfeld sind trübe Tage herangetreten. Nach dem Sturze Kaspar Pflugs erschienen am 31. Juli 1547 die kaiserlichen Commissäre Ladislaus Poppel von Lobkowitz und Melchior Hubecki mit einer Bedeckung von 600 Soldaten und nahmen sämtliche Pflugschen Besitzungen vor Allen aber die Bergstädte Schlaggenwald und Schönfeld mit allen Bergwerken, Pochmühlen, Schmelzhütten, Vorräten, die Waldungen und Wasserbauwerke zu Handen des Königs in Beschlag. Pfluguntertanen und Berg-leute mußten den Huldigungseid ablegen und ihnen vorgelegte Instruktionen beschwören. Ein Inventar wurde aufgenommen und das Urbarium abgefaßt.
Die Herrschaft Petschau ohne Bergwerke erhielt der oberste Kanzler Heinrich V. von Plauen als Pfandgut gegen Erlag eines Pfandschillings.
Schlaggenwald wird zur K. K. freien Bergstadt erhoben
Eine gewaltige Reform ist eingetreten. Von der Regierung wurde ein K. K. Berg-Oberamt mit ausgedehnten Wirkungskreis als leitende Behörde eingesetzt, und zugleich sind daselbst dann in Schönfeld, k. k. Bergämter errichtet worden. Die Urkunde trägt das Datum Mittwoch nach Vincula Petri 1547.
Die Städte Schlaggenwald, Schönfeld und Lauterbach sind hiedurch in die Kategorie der K. K. freien Bergstädte und deren Rechte und Gerechtsame getreten.
In dieser Eigenschaft wurden beide Bergstädte in unmittelbare Unterordnung unter die böhmische Kammer gebracht.
Schlaggenwald und Schönfeld erhielten mit Privilegien, beide datiert Prag am 1. September 1547, das Recht zur Führung eines neuen Stadtwappens und Befugnis, mit rotem Wachs siegeln zu dürfen. Kaiser Ferdinand confirmirt mit Diplom vom 26. September 1647 alle alten Stadtprivilegien und Handvesten der Stadt Schlaggenwald und verlieh den Schlaggenwaldern verschiedene neue Rechte.
Dieses für die Ortsgeschichte so wichtige Dokument folgt hier wörtlich:
„Wir Ferdinand von Gottesgnaden etc. etc. Bekennen offendlich mit diesem Brieff und Thun kund allermänniglich, wann die Höhe Römischer Königlicher Würde durch Ihr vollkumben, massen (gleich als die sünn das Erdreich) aller Menschen Stande und Würde erleuchtet und je mildiglicher sie ihr gnad unter die ihren aus-Theilen. Je mehr die Glory ihres erlauchten Thrones erhöht und ausgebreutet wirdet, und so Wier dann auss derselben und Königlichen Widrigkeit, dazu Wir durch Schickung des Allmächtigen Gottes kumben und gekrönt auch angeborne Gütte und Mildigkeit allzeit geneigt sein, aller
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