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hatten 5000 Mann in Joachimsthal sich bequartiert; der ausgeschriebene Landsturm brachte eine große Anzahl bewaffneter nach Petschau. Pflug wußte aber nicht, was er mit diesen Leuten anfangen soll, weil die Stände zu wenig Energie entwickelten. Die vom Kaiser angebahnte Versöhnung mit dem Churfürsten scheiterte.
Kaiser Karl rückte mit einer ansehnlichen Armee in das Egerland ein, um von hier aus weiter zu operieren. Seinem Einzug in Eger in der Charwoche (4. April) folgte K. Ferdinand am Gründonnerstag nach, um sich der Armee anzuschließen. Der bis ins Vogtland vorgerückte Kaspar Pflug verließ bei der Annäherung der kaiserlichen Truppen eilig die Städte Hof und Kotzau mit Zurücklassung von 13 Kanonen, welche die Egerer Bürger abholten und nach Prag schafften. Der Kaiser schickte von Eger aus eine Heeresabteilung nach Königswart; dort wurden die Pflugschen Güter verwüstet, die Unterthanen geplündert und mit Mord und Brand beschädigt; besonders Wälschen und Spanier haben sich die empörendsten Grausamkeiten zu Schulden kommen lassen.
Pflug von den Ständen fast verlassen, führte den Kampf auf seine eigene Faust und nahm große Summen Geldes auf, wofür die Stadt Schlaggenwald Bürgschaft leistete und schließlich auch die Pfandbriefe einlösen mußte. Es fehlte nicht Energie des Feldherrn. Pflug befiehlt am 8. Juli 1546 dem Rate in Schlaggenwald sich zu rüsten; in einer zweiten Zuschrift vom 17. desselben Monats erneuert er diesen Befehl: Kaspar Pflug von Rabenstein, Ehrsame weise liebe Getreue: Ich hab Euch aus Regensburg Befehl getan, was Ihr euch gegen Euer Bürgerschaft in diesen Zeitläuften verhalten, und darob soll sollet, daß nemlich alle angesessenen und jetzlicher mit seiner auferlegten Wehr gefaßt sei, daß auch keiner, der mir mit Eiden und Mannschaft zugethan sich ohne meinen Vorwissen und Willen in keinen Zug gegen niemanden einlassen, noch begeben solle bei Vermeidung der Straf und Ungnaden. Was aber antreffend die jungen Gesellen, die ledig und mir vermahnet nicht sein, und gerne ziehen wollen, die man Sr. Röm. Kais. und königlichen Maj. unseren allergnädigsten Herrn nachfolgen lassen, sonst aber soll niemand kein Umschlagen vergönnt werden. Nun kann ich nicht wissen, ob ihr solchen meinem Befehl nachgangen oder nicht seiet, und da es nicht geschehen, ist mein ernstlicher Befehl, daß ihr noch tun wollt, und durch einen Viertmeister von Haus zu Haus umgehen lassen und besichtigen wie jetzlicher bewehrt sei. Darnach ihr euch verhalten wüßt. Und für das dritte so wollet allenthalben die Wege von und zu dem Flecken mit tuglichen starken Schränken förderlich, versehen und besorgen lassen, damit bei nächtlicher Weil ich unvorsehliger Anfall der Reuter, so leichtlich zu besorgen sich zutrug. Werdt Euch demnach der Notdurft selbsten bedenken und alles mit Fleiß tun. (Datum Petschau 17. Juli — Pflug)
Um der sicheren Unterstützung der Bürgerschaft noch gewisser zu sein, hat Pflug der Stadtgemeinde nebst mehr anderen Freiheiten die Flutgerechtigkeit außerhalb der Mühlenführung erteilt.
Die Prager untraquisistischen Stände haben im Vorjahre 1546 (17. Juli) zur Verteidigung des Königreiches und seiner Nebenländer von jedem Landesinsassen zwölf Schock Kriegsbeitrag abgefordert. und jedem. der 2000 Schock Vermögen besitzt, besonders noch einen Mann zu Pferd und Mann zu Fuß mit ganzer Rüstung ins Feld zu stellen aufgetragen. Die Stadt Eger sandte zu Folge Aufforderung des Herrn von Hassenstein 150 Mann zu Fuß und elf gerüstete Pferde ins Voigtland zur Armee. wo die Churfürstlichen besiegt worden sond. Das kaiserliche Heer dagegen rückte nach Sachsen, plünderte die Bewohner und legte die Städte Adorf und Neukirchen in Asche. Am 27. Januar 1547 hat Kaspar Pflug die Ratspersonen von Schlaggenwald zu einer Besprechung in sein Haus eingeladen. Er schrieb am 1. März dem Bürgermeister Trötscher. daß der Kaiser heute in Luditz oder Theusing eintreffen werde: damit man an endlichen Grund erfahren möchte, wo wollest von Stund an hinab verordnen und erkundigen lassen. und wo es von Not. wir solches zum forderlichsten niederschreiben. An diesem thust Du meinen Willen.
Petschau 1. März 1547.
Schlick benachrichtigte Pflug, daß der Kaiser von Luditz nach Prag zurückgeritten ist, es sei dem Lorenz Schlick befohlen, den Herrn Pflug zu schreiben, daß sich Seine Gnaden (Pflug) nichts befürchten dürfe. Der Hauptmann schreibt weiters: „Der Teufel trau seinem Schreiben! Wollt auf mindest die Wache versehen lassen, denn hütet mans Haus so steht es am längsten. Petschau, Donnerstag nach Judica Anno im 47."
Am 18. März wird Joachimsthal von den utraquistischen Truppen eingenommen, und zu Folge Aufforderung des Kaspar Pflug die Stadt Elbogen vom General Thumshirt besetzt.
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