Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 159
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Bílý Velký pátek

Wir dachten schaudernd an unsere Kniestrümpfe und die dünnen Mäntelchen und krochen nur noch tiefer unter das dicke Federbett, indessen die Ratschenbuben beim Dorfkreuz das erste „Vaterunser" beteten. Wir waren traurig, daß nun alles wieder unter einer Schneedecke lag, und daß das morgendliche Vogelgezwitscher verstummt war. Am liebsten wären wir gleich wieder eingeschlafen und erst dann aufgewacht, wenn uns ein warmer Frühlingswind weckte. Als sich aber am Nachmittag unsere Großmutter für den Karfreitags-Gottesdienst rüstete, entschlossen wir uns doch, sie zu begleiten, obgleich sie es mit Rücksicht auf unsere leichte Kleidung ganz und gar nicht wollte. Über die Gfeller Straße bis hinein nach Schlaggenwald spielten wir „Fangelas", damit das Frieren nicht über uns kommen sollte. Mit unserem lauten Getümmel scheuchten wir sogar die Krähen um den Galgenberg auf, so daß sie erschrocken und krächzend aufflogen und zum Waldrand flüchteten. Immer wieder mahnte uns die Großmutter, daß wir wenigstens in der Stadt brav sein sollten, denn sonst müßte sie sich wegen ihrer Enkelkinder schämen. Wir aber hatten jedoch mit unserem wilden Spiel so viel Wärme gespeichert gehabt, daß wir noch eine ganze Weile in der eiskalten Kirche davon zehren konnten. Allerdings jagten nachher heftige Schauer über unseren Rücken, die Knie wurden blau und die Nase weiß. Heimzu schlichen wir zunächst steif die Neue Straße hinauf und versuchten uns dann auf der Höhe wieder mit „Fangelas" aufzuwärmen. Unsere gute Großmutter, die sich mit Selbstvorwürfen abquälte, kochte uns daheim gleich einen Lindenblütentee, den wir im wohligtrauten Stübchen genußvoll schlürften.

Nach dem Abendessen erzählte sie uns wieder vom „Hadmannl", und meine kleine Kusine Walli wußte die Gruselgeschichte vom „Annerl und dem Teufel", die ihm die Knie mit dem Reibeisen aufgerieben hatte, wirkungsvoll zu bringen. Dazu fegte der Sturm um die Hausecke und rüttelte heftig an den Fenstern. Als wir später in unseren Betten lagen, spukten noch lange das „Hadmannl" und der Teufel durch die Schlafkammer.

Aber am Karsamstagmorgen weckte uns die Sonne, die durch die blanken Scheiben wärmte und deren Strahlen über die bunten Bandeldecken bis zu meinem Bett gekrochen kamen. Vom Schmiedtürmerl ertönte zum ersten Male wieder die Glocke, denn ihre Seele war eben aus Rom heimgekehrt, und sie läutete das schöne Osterfest ein.

Hermine Walter, geb. Palm

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Jak si obstarat úřední doklady z Československa

Beschaffung von Urkunden aus der Tschechoslowakei

Immer wieder kommt es vor, daß Landsleute Geburts- (= Tauf-), Trauungs- und Sterbe- (= Toten-) Urkunden aus der ČSSR benötigen. Sie wenden sich an bekannte Pfarrherrn in Deutschland, schreiben an Bekannte in der ČSSR, schreiben an die dortigen Pfarrämter und müssen feststellen, daß ihre Bemühungen keinen Erfolg haben. Die Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der Pfarrämter in der ČSSR mußten an den Staat abgeliefert werden und dieser hat sie an einigen Stellen in der ČSSR gelagert.

Um nun solche Scheine zu bekommen, wendet man sich an die Botschaft der ČSSR, Konsularabteilung, Germanicusstraße 6a, 5000 Köln/Rh., Marienburg, Tel.: (0221) 373954, 373263, 373843, Visaabteilung.

Von dort bekommt man (in tschechischer und deutscher Sprache) ein Gesuch um Ausstellung z. B. einer Heiratsurkunde. Diese hat man auszufüllen, z. B. im Falle des Ansuchens um einen Trauschein: Bräutigam, mit allen Daten; Braut mit allen Daten; Tag, Monat und Jahr sowie Ort der Eheschließung und die Religion von beiden.

Die Konsularabteilung leitet dann das Gesuch in die ČSSR an die zuständige Stelle weiter und nach einer angemessenen Zeit (oft 3 — 4 Wochen) bekommt man den gewünschten Schein, mit Nachnahme (oder mit beigefügter Rechnung). D.K.

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