Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 159
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Dopis Svatému otci

Schreiben an den Heiligen Vater

Heiliger Vater!

Als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge der heimatvertriebenen Katholiken deutscher Zunge aus den Ländern Böhmen, Mähren-Schlesien und der Slowakei und als Leiter des Sudetendeutschen Priesterwerkes in Königstein/Taunus darf ich Euer Heiligkeit folgendes Anliegen vortragen:

Meine heimatvertriebenen Mitbrüder — heute noch mehr als Tausend — und viele Tausende unserer Landsleute haben unserem Priesterwerk bei vielen Wallfahrten und Heimattreffen ihre Opfergaben für notleidende Priester, Ordensschwestern und bedürftige Theologen in unserer verlorenen Heimat anvertraut. Es handelt sich um einen Betrag von DM 100.000, die für die eben genannten Priester, Ordensfrauen und Theologen verwendet werden sollen. Zwar haben wir auch bisher schon auf den verschiedensten Wegen unseren Heimatdiözesen Hilfen gewährt, diesen größeren Betrag aber möchten wir auf sicherem Weg dorthin leiten.

Mit Zustimmung der Apostolischen Nuntiatur in Bonn übergeben wir diesen Brief mit dem beigefügten Scheck, lautend auf DM 100.000, an Eure Heiligkeit mit der Bitte, diesen Betrag nach der Intention der vielen Wohltäter für den oben genannten Zweck verwenden zu wollen. Wenn Eure Heiligkeit aber überzeugt wäre, daß diese Hilfe in einem anderen Notstandsgebiet der Kirche mehr gebraucht würde, sind wir auch damit einverstanden.

Wir heimatvertriebenen Priester und unsere Landsleute wollen damit ein Zeichen setzen, daß wir trotz leidvoller Vergangenheit der Kirche in unserer verlorenen Heimat helfen wollen. Damit wollen wir aber auch Gott, dem Herrn, danken, der unsere Wege so gelenkt hat, daß wir heute nicht mehr Empfangende sind, sondern Gebende sein können.

Euer Heiligkeit in tiefster Ehrfurcht
und Wertschätzung ergebener
Prälat Dr. Karl Reiß, Apostolischer Protonotar

Dieses Schreiben samt Inhalt habe ich am 2. Juli 1979 dem Apostolischen Nuntius in Bonn-Bad Godesberg, Erzbischof Del Mestri, persönlich überreicht. Der Herr Nuntius war sichtlich beeindruckt sowohl von der Höhe der Spende, als auch von der Gesinnung, die in diesem Opfer sichtbar wird. Er wolle den Brief mit der Gabe unverzüglich weiterleiten, und er bat mich, ohne den Dank des Papstes vorwegnehmen zu wollen, alle Spender herzlich zu grüßen und ihnen seinen Dank zu übermitteln. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch über unser Priesterhilfswerk und über die Situation unserer Volksgruppe ausführlich berichtet.

Dr. Reiß

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200 000 marek na kostel v Osvětimi

200.000 Mark für eine Kirche in Auschwitz

Auerbach, 30. August (KNA). Bei einer Audienz auf dem Petersplatz in Rom übergab der Stadtpfarrer von Auerbach/Oberpfalz, Johann Ritter, dem Papst einen Scheck über 100.000 DM. Die Summe war innerhalb weniger Wochen von den Pfarrangehörigen aufgebracht worden und ist für den Bau einer Kirche in Auschwitz bestimmt. Einige Monate zuvor hatte Pfarrer Ritter einen Betrag in gleicher Höhe Pater Werenfried zur Verfügung gestellt. Wie Pfarrer Ritter anläßlich seines 80. Geburtstages seinen Gläubigen erzählte, hatte er durch den Verzicht auf ein Auto und auf das Rauchen in 45 Jahren dieses Geld ersparen können. Pater Werenfried erzählte die gute Nachricht dem Heiligen Vater, der daraufhin den Wunsch äußerte, den Betrag für den Bau einer Pfarrkirche in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz zu verwenden. Da Pfarrer Ritter der Meinung war, daß man mit 100.000 DM keine Kirche bauen kann, forderte er seine Gläubigen auf, auch ihrerseits ein Scherflein beizutragen. Binnen kurzer Zeit kamen dann 100.000 DM zusammen.

Pfarrer Ritter schrieb an Pater Werenfried: „Meine Pfarrkinder sind sehr freigebig und haben bereits fünf Kirchen in den Missionen gebaut. Voriges Jahr spendeten sie den Karmeliten in India 12.000 DM für Meßintentionen."

(Aus „Echo der Liebe", Liebeswerk Kirche in Not — Ostpriesterhilfe, Zweimonatszeitschrift Nr. 8, Dez. 1979)

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