Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 156
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Z projevu ministerského předsedy Franze Josefa Strauße

Auszug aus der Rede von Ministerpräs. Franz Josef Strauß

Meine lieben sudetendeutschen Landsleute!

Den Dank Ihres Sprechers Dr. Becher an Bayern und an mich möchte ich aus ganzem Herzen heute wieder an Sie zurückgeben. An diesem 30. Sudetendeutschen Tag, anläßlich des 25jährigen Bestehens der Schirmherrschaft des Freistaats Bayern über die Sudetendeutsche Volksgruppe, dankt Bayern heute den Sudetendeutschen — und wir dürfen diesen Dank im Namen ganz Deutschlands aussprechen:

Für den Beitrag, den sie geleistet haben zum Wiederaufbau unseres kriegszerstörten Landes bei der Wiedererrichtung des freiheitlichen Rechtsstaates.

Sie haben sich wie die Millionen anderer deutscher Heimatvertriebener durch Vertreibung und Ausplünderung, durch Mißhandlung und Verfolgung, auch durch Verdächtigungen, Diskriminierungen und Schmähungen nicht entmutigen und irremachen lassen, als es darum ging, in der neuen Heimat gemeinsam mit den Alteingesessenen den Schutt wegzuräumen, den Krieg und Gewaltherrschaft hinterlassen haben, und in harter Arbeit eine neue Ordnung aufzubauen:

Eine politische, wirtschaftliche und soziale Ordnung, die auf der Grundlage der freiheitlichsten Verfassung der deutschen Geschichte materiellen Wohlstand, soziale Sicherheit, inneren und äußeren Frieden — und vor allem ein Leben in Freiheit sicherte.

Sie haben sich, meine sudetendeutschen Landsleute, nicht nur um diesen Aufbau verdient gemacht. Sie haben sich im aktiven Bekenntnis und im Einsatz für diese freiheitliche Ordnung in ganz besonderem Maße bewährt!

Die Rechnung Stalins ist nicht aufgegangen. Die Millionen vertriebener, entwurzelter, verarmter, gedemütigter Deutscher aus dem Sudetenland, aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen, aus Ost- und Südost-Europa, sind nicht der weltgeschichtliche Sprengstoff geworden, dessen Explosion ganz Deutschland und damit schließlich ganz Europa sozial und politisch revolutioniert hätte und damit zur leichten Beute des Kommunismus hätte werden lassen.

Die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen sind aber auch nicht zur geheimen Reservearmee eines neuen deutschen Nationalismus oder zur Speerspitze einer neuen antidemokratischen totalitären Bewegung in Deutschland geworden. Im Gegenteil! Sie haben unmittelbar und am schwersten selbst erleben und erleiden müssen, zu welchen schrecklichen Konsequenzen fanatischer Nationalismus und menschenverachtender Totalitarismus fähig sind. Ihr Schicksal ist der geschichtliche Beweis dafür, daß es auch kein persönliches Menschenrecht gibt, wenn Völkern und Volksgruppen das Selbstbestimmungsrecht verweigert wird, wenn sprachlichen, völkischen, religiösen, kulturellen und rassischen Minderheiten ihr Lebens- und Entfaltungsrecht nicht gewährleistet ist.

Diese Erfahrung hat sie immun gemacht gegenüber totalitären und kollektivistischen Ideologien aller Art, gegenüber den Versuchungen der sozialistischen Revolution wie der nationalistischen Reaktion.

Diese Erfahrung hat sie in ganz besonderem Maße reif und bereit gemacht für eine Politik der Versöhnung mit den Völkern ihrer alten Heimat, deren jahrhundertelange Sehnsucht nach einem Leben in nationaler und persönlicher Freiheit in der Gemeinschaft freier und gleichberechtigter europäischer Völker heute von den Statthaltern einer antieuropäischen, weil freiheitsfeindlichen, totalitären Ideologie, von sowjetischen Panzern und Bajonetten vergewaltigt wird.

Sie haben sich von den Verleumdern und Brunnenvergiftern, vom Revanchismusgeschrei wie von allen Versuchen, die Geschichte umzubiegen und totzuschweigen nicht irremachen lassen. Die Sudetendeutschen haben in den vergangenen Jahrzehnten, solange es eine Sudetend. Landsmannschaft und einen Sudetendeutschen Tag gibt, durch zahlreiche Erklärungen, Dokumente und Manifeste — bis hin zu dem Manifest 79, zu dem sie heute als freie sudetendeutsche Volksgemeinde in so eindrucksvoller Weise ja gesagt haben, — sie haben in vielfacher Weise durch die Tat bewiesen, daß sie es ernst meinen mit ihrem Willen zur Aussöhnung und zur Verständigung.

Deshalb gilt unser Dank heute in ganz besonderem Maße der sudetendeutschen Volksgruppe, der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dem Sudetendeutschen Rat

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