Sudetendeutschen von der Bundesregierung nicht offiziell angesprochen werde. Die Sudetendeutschen hätten ein gleiches Recht auf Selbstbestimmung und auf ihre Heimat als alle anderen Völker. Sie wehren sich daher gegen die Ausklammerung des grundsätzlichen Rechtes auf ihre Heimat.
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft habe für den 30. Sudetendeutschen Tag ihr „Manifest ’79" geschaffen, das eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft sein soll. Dr. Becher forderte die Kundgebungsteilnehmer auf, sich für oder gegen das Manifest zu entscheiden. Durch Handaufheben wurde festgestellt, daß sich alle dafür entschieden haben.
Auf das Motto des Sudetendeutschen Tages „Freie Heimat — freies Europa" eingehend, wies Dr. Becher nach, daß die Paneuropa-Idee im Sudetenland ihren Ursprung gehabt habe und daß sich zahlreiche führende Persönlichkeiten des Sudetendeutschtums für diese ausgesprochen hätten. Ein freies wiedervereinigtes Europa sei die Voraussetzung für ein vereinigtes Deutschland. Die Bonner Ostpolitik versuche jedoch, die Frage der Wiedervereinigung mit dem Hinweis auf die Entspannungspolitik zu verdrängen. Zu dieser sogenannten Entspannungspolitik gebe es eine Alternative, nämlich eine Politik der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts aller Kräfte, zu der auch die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Rechtspositionen gehört. Die sozial-liberale Koalition habe wie eine Wegwerfgesellschaft gehandelt, als sie in doppelzüngigen Übereinkommen diese Rechtspositionen entwertete und damit den Einfluß Moskaus tief in die Bundesrepublik Deutschland hinein begünstigte. Das sei eine Folge der Ostverträge, die Becher als „Gleichgewichtszerstörer" bezeichnete.
Der Freistaat Bayern habe sich stets und verläßlich für die sudetendeutsche Rechtsposition eingesetzt, wofür Dr. Becher Ministerpräsident Strauß als obersten Repräsentanten des Freistaates seinen Dank aussprach. Strauß sei, so sagte er, „eine Summe Bayerns und für viele Mitbürger eine Summe dessen geworden, was frei ist in Deutschland und Europa". Es gelte, in den kommenden schweren Zeiten das Steuer des allgemeinen Wohls nicht vom Kurs auf die Freiheit abbringen zu lassen. Dies jedoch sei kein Auftrag für Neulinge. Es könne keine „Politik der Mitte" geben, wenn sie zur „Politik der Mittelmäßigkeit" wird. Eine solche Politik könne einen großen Teil der Wähler von den Urnen weg in die Verdrossenheit treiben, und so werde der Zündfunke eines Unterganges gelegt, den die Sudetendeutschen seit 1945 glückhaft vermeiden halfen.
Die Sudetendeutschen hätten sich dem Auftrag, an einem freien Europa mitzubauen, nie versagt. Sie werden sich ihm auch in Zukunft zur Verfügung stellen.
[obr] 60.000 Kundgebungsteilnehmer im Münchner Messegelände
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