Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 156
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Milí krajané! Ohlédnutí za sudetoněmeckým sjezdem a prosba o pochopení pro zdražení Heimatbriefu

Liebe Landsleute!

Wieder haben wir einen Zeitabschnitt in diesem Jahr durchlebt und Pfingsten liegt hinter uns. Pfingsten hatte bei uns daheim ein ganz besonderes Gewicht. War es nun sicher, daß die warmen Tage kommen und lange anhalten sollten. Man fühlte den herannahenden Sommer.

Das größte Ereignis in der jetzigen Zeit für uns Vertriebene sollte das Sudetendeutsche Treffen sein. Alljährlich bekunden Hunderttausende ihre Treue zur nichtvergessenkönnenden Heimat. Auch in diesem Jahr haben sich wieder die Masse unserer Landsleute in München eingefunden, um diese großartige Bekundung auf das Recht der Heimat und das Unrecht der Vertreibung hinzuweisen. Auch wir Schlaggenwalder und die umliegenden Ortschaften waren ein recht ansehnliches Häufchen unter der großen Masse. Unser Adolf Gassner, unvergessener Schuldiener der Knabenschule, gab sich große Mühe und hat mehrere Tische mit Sitzgelegenheit reserviert. Dafür mußte er mehrere Tage unentgeltlich in dieser Halle mithelfen, damit die tausende Landsleute einen sauberen Aufenthaltsraum vorfinden sollten. Landsmann Stark aus Poschetzau hat Schilder angefertigt, die weithin sichtbar waren und uns gute Orientierung gaben. Es dürfte von mir nicht vermessen sein, wenn ich diesen beiden Landsmännern den Dank aller dort gewesenen Landsleute ausspreche.

Der neue Landesvater wurde von der Masse groß gefeiert. Wie es scheint, sind auch wir Sudetendeutsche ihm ins Herz gestoßen. Wir sind dankbar, daß sich die bayerischen und württembergischen Ministerpräsidenten stets bereiterklären, die Schirmherrschaft über unser Treffen zu übernehmen. Von den Nordlichtern ist es eine große Seltenheit, wenn sie gestatten einen Sudetendeutschen Tag abhalten zu lassen.

Einen Ausspruch aus der Rede von Fr. J. Strauß habe ich mir besonders gut gemerkt. Er sagte: „Was würden die Uno-Vertreter sagen, wenn einer aus Eueren Reihen mit umgeschnallter Pistole vor die Uno treten würde und ebenfalls auf das Recht der Heimat pochen täte, wie es Arafath tat und begeisterte Zurufe erzielte?"

Bisher haben nur wenige Politiker in der Bundesrepublik ein Wort über die Vertreibungen der Menschen aus ihren Heimatländern gesprochen. Dafür aber für die Vietnamesen um so mehr. Ich weiß nicht recht was man dazu sagen soll, daß Zigtausende sich mit reichlich Gold dort von ihren Landsleuten freikaufen, damit sie auf irgendeinem Kahn das Land verlassen können. Ich bin der Meinung, daß es immer noch in der Heimat unter widrigen Umständen zu leben besser ist, als in der ungewissen Fremde sein Heil zu suchen. Wer kam denn nach 1918 in unserer Heimat auf die Idee, seine Heimstätte zu verlassen. Geduldig haben wir die tschechische Willkür ertragen. Wie war es denn, wenn man auf ein Amt kam. Dort saßen nach und nach nur Tschechen, es hätte nicht mehr lange gedauert und die Staatssprache wäre tschechisch gewesen. Wir sind nicht freiwillig aus der Heimat fortgegangen. Man hat uns zusammengetrieben und in Viehwaggons verfrachtet und in das zerstörte Deutschland abgeschoben. Nur mit wenig Habe mußten wir den Neubeginn anfangen. Jede Krume Brot war damals eine Kostbarkeit. Es gab keine Unterstützungen staatlicherseits. Der Staat existierte ja gar nicht. Nur eine Besatzungsmacht regierte und die hatte wahrlich wenig Interesse was aus dem gesamten Volke werden soll. Denn noch schwebte ja der Morgentauplan, nach dem alle deutschen Männer kastriert werden sollten und unser Land sollte als Agrarland deklassiert werden. Nun sind wir Verbündete und ich meine die Zuverlässigsten.

Trotzdem, es hatte zwar viel Not und Elend zu meistern geheißen, aber es wurde gemeistert. Wir Vertriebenen und Flüchtlinge haben einen großen Beitrag geleistet zu einer starken wirtschaftlichen Bundesrepublik. Man sollte nur etwas sparsamer mit dem unter großen Opfern erbrachten Gütern umgehen. Es gäbe noch in unserem Land genügend zu leisten und man sollte nicht jedem daherwandernden Staatsmann mit großem Aufwand beherbergen und Geschenke machen. Wir haben auch durch harte Arbeit errungen was wir heute besitzen. Andere Völker sollten es eben nachahmen. Wir mußten kräftig zupacken und den Schutt wegräumen helfen, es gab Lebensmittelkarten, auf denen es so viel gegeben hat: Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Aber hier bewies sich unsere Härte, die uns die Ahnen schon in die Wiege legten und die wir uns in den schweren Jahren selbst anerzogen hatten. Unsere zähe und bescheidene Lebensart und die Fähigkeit mit dem Schicksal nicht zu hadern, sondern feste anfassen, war auch Ansporn für viele der hiesigen Bevölkerung, bis dahin ohne große Not — denn sie hatten ja die Heimat nicht verloren. Besonders die Landbevölkerung blickte herablassend auf uns

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